RestaurationsversuchSpanische Rentnerin zerstört Jesus-Fresko

Eine Frau konnte die Kratzer am Jesusgemälde ihrer spanischen Kleinstadtkirche nicht mehr sehen. Das Ergebnis ihrer Restauration: Ein Heiland, der wie ein Igel aussieht.

Die Rentnerin Cecilia Giménez wollte nicht weiter mit ansehen, wie das Jesus-Bild in ihrer Kirche in Borja im Nordosten Spaniens verfällt. Deshalb entschied sie sich, das Bild selbst zu restaurieren. Die Ausbesserung ging jedoch gründlich schief: Das Werk der über 80-jährigen Amateur-Restaurateurin hat kaum noch etwas mit dem Original-Abbild Christi zu tun.

Der materielle Schaden hält sich in Grenzen, denn das Fresko namens Ecce Homo des Malers García Martínez aus dem 19. Jahrhundert war nirgends katalogisiert und galt künstlerisch nicht als besonders wertvoll. Die an Unbeholfenheit kaum zu übertreffende Arbeit der Hobby-Malerin wurde jedoch in den Medien und in Internetforen mit viel Häme bedacht.

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Le Monde in Paris spottete: "Holy Shit: Die Restauration eines Christus-Gemäldes endet in einem Massaker". The Guardian in London fand, das Bildnis sehe jetzt nicht mehr wie Jesus aus, sondern wie ein "aufgeblasener Igel", Spiegel Online fühlte sich eher an ein Äffchen erinnert.

Rentnerin hatte schon öfter an dem Bild gearbeitet

In dem Städtchen Borja in der Nähe von Saragossa zweifelt niemand daran, dass die Rentnerin sich mit den besten Absichten an ihr Werk gemacht hatte. Dies bestätigte auch die Stadtverwaltung. Sie überlegt allerdings, ob sie rechtliche Schritte gegen die Frau einleiten soll. "Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass sich jemand ungestraft an unserem Kunsterbe vergreifen darf", sagte der Kulturreferent Juan María Ojeda. Das Jesus-Bild sei "völlig zerstört" worden.

Die Amateur-Restaurateurin wehrte sich gegen den Vorwurf, sie habe sich heimlich an dem Bild zu schaffen gemacht. "Der Pfarrer wusste davon", sagte sie dem staatlichen Fernsehen TVE. "Außerdem haben mich die Besucher der Kirche malen gesehen." Sie sei mit ihrem Ausbesserungswerk noch nicht fertig gewesen.

Teresa García, eine Enkelin des Malers, bestätigte, dass die Rentnerin in der Vergangenheit schon häufiger Hand an das Gemälde ihres Großvaters gelegt hatte, ohne dass jemand einen Einwand erhoben hätte. "Früher hatte sie nur das Gewand nachgebessert. Aber jetzt hat sie sich an den Kopf Christi gemacht und damit das Bild zerstört."

 
Leserkommentare
    • csuess
    • 23.08.2012 um 16:52 Uhr

    ... ich find's eigentlich schöner als vorher.

    Diese „Rentnerin“ war aber nicht zufällig Patti Smith, oder?

    http://www.lifestyle43.co...

    Hat Sie vorher in Assisi geübt?

    Grüße

    6 Leserempfehlungen
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    Könnte aber auch Banksy oder Mr Bean gewesen sein...

    Könnte aber auch Banksy oder Mr Bean gewesen sein...

    • Panic
    • 23.08.2012 um 16:56 Uhr

    komisch. I pissed my pants. Es ist wirklich ein Igel. hrhr. Ich krieg mich echt nicht mehr ein.

    cheeeeeers

    10 Leserempfehlungen
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    .....habe mich tot gelacht.

    .....habe mich tot gelacht.

  1. Ist ein Kustwerk was einen einzigartige Veränderung und Geschichte erfährt schon zerstört ?

    Hat man früher die Kratzer als Zerstörung ausgelegt? Nun wenn man alle Bilder so resaturiren würde wäre es wohl zerstörung, bei einen einzelnen recht unbedeutenden ist es eher Aktionskunst in reiner Form, wo die geänderte Welt sich auch in einer Ändereung dens Kunstwerkes und einer somit resultirenden Geschichte niederschlägt.

    Zwar wohl wie die Zeitungen schon hinweis ebend keine grosse kunst und nicht mal mittelmäsige Malerei, sonder eher Amatör Kunst ( ohne die amatöre geleidigen zu wollen ), und warscheinich auch illegal da man den inhaber vorher nih um erlaubnis gefragt hat.

    Aber ebend doch einen Einzigartige Geschichte die mit dne Werk und seinen Wirken auf den Betrachter im laufe der Zeit zusammenhängt. Natürlich wäre ein "retten" ebend wieder nur ein Teil der Geschichte eines Bildes, so das das Werk der Dame wohl keine so grossen Charakter besitzt das man es erhalten sollte, aber wenn der Pfarrer zugestimmt hat und die Leute zugeschaut, ist es villeicht das Bild was sie haben wollten.

    Eine Leserempfehlung
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    "... so das das Werk der Dame wohl keine so grossen Charakter besitzt das man es erhalten sollte,..."
    ----
    Einspruch:

    Wäre die Dame "Pablo Picasso" gewesen, würde es als millionenschwere Provokation der Kunstgeschichte gefeiert werden...

    Das arme spanische Städtchen sollte das Werk deshalb als seine touristische "Fettecke" hüten und gut sichern!
    Wer kannte zuvor schon "Borja im Nordosten Spaniens" ?

    Mit dem "Borjanischen Ecce homo"
    könnte man beispielsweise
    Tücher, T-shirts, Fahnen bedrucken und Sondermünzen prägen

    - Und die betagte Revoluzzerin natürlich am Gewinn beteiligen...

    "... so das das Werk der Dame wohl keine so grossen Charakter besitzt das man es erhalten sollte,..."
    ----
    Einspruch:

    Wäre die Dame "Pablo Picasso" gewesen, würde es als millionenschwere Provokation der Kunstgeschichte gefeiert werden...

    Das arme spanische Städtchen sollte das Werk deshalb als seine touristische "Fettecke" hüten und gut sichern!
    Wer kannte zuvor schon "Borja im Nordosten Spaniens" ?

    Mit dem "Borjanischen Ecce homo"
    könnte man beispielsweise
    Tücher, T-shirts, Fahnen bedrucken und Sondermünzen prägen

    - Und die betagte Revoluzzerin natürlich am Gewinn beteiligen...

  2. 10 Leserempfehlungen
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    die story ist schon so urkomisch, aber mit Ihrem link lag ich vor Lachen auf dem Boden!

    Kompliment auch an die Künstlerin, mit ihrem Kunstwerk hat sie vielen Menschen auf der Welt eine Freude bereitet.

    die story ist schon so urkomisch, aber mit Ihrem link lag ich vor Lachen auf dem Boden!

    Kompliment auch an die Künstlerin, mit ihrem Kunstwerk hat sie vielen Menschen auf der Welt eine Freude bereitet.

  3. ...sieht einfach nur furchtbar aus. Verdrehte tote Augen, wie ein Zombie. Abschreckend.

    4 Leserempfehlungen
  4. Seitdem ich das Bild gesehen habe muss ich immer schmunzeln, wenn ich dran denke. Das hat vorher noch kein Bild geschafft.

    Cecilia Giménez, you made my day!

    14 Leserempfehlungen
  5. 7. Danke!

    die story ist schon so urkomisch, aber mit Ihrem link lag ich vor Lachen auf dem Boden!

    Kompliment auch an die Künstlerin, mit ihrem Kunstwerk hat sie vielen Menschen auf der Welt eine Freude bereitet.

    9 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Jesus als Monchichi"
  6. aus dem bärtigen Mann wurde eine feiste frau, was ist daran so schlimm? Außerdem sind Restaurierungen in der Fachwelt stets umstritten! Da gilt seit längerem schon nicht mehr die Frage nach Ähnlichkeit zum Original oder künstlerischer Brillianz - Künstlerische Fingerfertigkeit und fachliche Virtuosität könnten bereits das Bild wieder so aufwerten, dass es einer Fälschung gleichkäme. Heute steht die Restaurierungswissenschaft - wenn sie je eine war? - unter dem unbarmherzigen naturwissenschaftlichen Diktat, denn inzwischen diktieren die Chemiker und Kultur-Analysten wie etwas auszusehen hat und konserviert wird!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Kommentare 91
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  • Schlagworte Jesus | Medien | Enkel | Fernsehen | Kirche | Mond
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