Venedig : Ai Weiwei soll Deutschland auf der Biennale vertreten

Vier internationale Künstler sollen den deutschen Pavillon gestalten – darunter der chinesische Bürgerrechtler Ai Weiwei. Ob er 2013 nach Venedig darf, ist aber unklar.
Ai Weiwei © Ng Han Guan/AP Photo/dapd

Der chinesische Künstler und Bürgerrechtler Ai Weiwei wird Deutschland im kommenden Jahr bei der internationalen Kunstausstellung Biennale in Venedig vertreten. Das gab die Kuratorin des deutschen Pavillons, Susanne Gaensheimer, bekannt.

Neben Ai Weiwei hat sie die Inderin Dayanita Singh, den Südafrikaner Santu Mofokeng und den in Wiesbaden geborenen französischen Filmemacher Romuald Karmakar eingeladen. Alle vier Künstler haben ihre Teilnahme nach Aussage eines Sprechers des deutschen Pavillons bereits zugesagt. Da Ai Weiwei China nicht verlassen darf, ist aber ungewiss, ob er bei der Eröffnung in Venedig dabei sein kann.

Ai Weiwei ist einer der bekanntesten Gegenwartskünstler. Vielen Chinesen gilt er als soziales Gewissen, weil er gesellschaftliche Probleme, Korruption und Ungerechtigkeiten thematisiert. In den westlichen Metropolen wird der 1957 geborene Bildhauer, Dokumentarfilmer, Aktions- und Installationskünstler wie ein Superstar gefeiert.

Keine hermetische nationale Einheit

Mit der Auswahl internationaler Künstler will Gaensheimer Deutschland als "aktiven Teil eines komplexen, weltweiten Netzwerks" darstellen. "Künstlerisches Schaffen in Deutschland ist heute von vielfältigen Arten der Zusammenarbeit zwischen Künstlern aus aller Welt und einem internationalen intellektuellen und kulturellen Austausch geprägt", sagte Gaensheimer. Daher dürfe sich Deutschland bei der 55. Biennale nicht als hermetische nationale Einheit präsentieren.

Die vier Künstler vertreten mit Bildhauerei, Installation, Fotografie und Film unterschiedliche Gattungen. Es ist noch nicht klar, welche Arbeiten sie zeigen werden. Inhaltlich gelten alle vier als Künstler, die sich kritisch mit gesellschaftlichen und politischen Themen auseinandersetzen.

Gaensheimer hatte bereits 2011 den Deutschen Pavillon in Venedig kuratiert. Damals hatte sie den Film- und Theaterregisseur Christoph Schlingensief mit der Gestaltung des Pavillons beauftragt. Nach dessen Tod 2010 inszenierte sie mit seiner Witwe und anderen Vertrauten Schlingensiefs Werke . Der Beitrag wurde mit dem Goldenen Löwen für den besten Länderpavillon ausgezeichnet.

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Kommentare

13 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Was soll da bitte unklar sein?

"Vier internationale Künstler sollen den deutschen Pavillon gestalten – darunter der chinesische Bürgerrechtler Ai Weiwei. Ob er 2013 nach Venedig darf, ist aber unklar."

Ich finde das gar nicht so unklar. Warum sollte das unklar sein?
Nein, natürlich wird er nicht nach Venedig ausreisen dürfen.
Die Gründe hierfür kann sich jeder mit einem IQ über der eigenen Körpertemperatur selber zusammenreimen.
Denn auch ein Friedensnobelpreis ist für das Regime in Peking keinen Grund mal ein Auge zuzudrücken. Ganz im Gegenteil.

Dazu eine Buchempfehlung von einem anderen sehr guten chinesischen Schriftsteller:

http://www.amazon.de/F%C3...

Leider haben Sie recht

der IQ der entsprechenden Leute in China liegt eben doch erheblich unterhalb deren Körpertemperatur.
Hoffentlich wird Frau Gänsheimer von deutscher Seite her (z.B. Autoindustrie und wer sonst noch so alles unsere Regierung belobbyt) keine Schwierigkeiten bekommen- ich gratuliere jedenfalls zu dieser Entscheidung und finde sie super. Sehr vielversprechend!