KunstbetriebGleichstellung in der Kunstwelt?
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 Kampfgeist und der Wille zur Präsenz

Besonders hart ist dieser Kampf für freie Kuratorinnen, denn die Ausstellungsbudgets schrumpfen. Ellen Blumenstein, die zum Jahreswechsel die Leitung der Berliner Kunstwerke KW Institute for Contemporary Art übernimmt, hat sich in den letzten Jahren mit fünf bis sechs Geldprojekten über Wasser gehalten, darunter so renommierte Aufträge wie die Gestaltung des isländischen Pavillons in Venedig. "Ich habe in Rotterdam unterrichtet und in Schottland eine Studie begleitet. Ich bin im letzten Jahr regelmäßig zwischen sechs verschiedenen Orten gependelt. Das kann man aber nicht ein Leben lang durchhalten." Als ihre wichtigste Eigenschaft nennt sie Zähigkeit und die Bereitschaft, doppelt so hart zu arbeiten. Wahrnehmung ist die Währung im Kunstbetrieb, das gilt für Kuratorinnen wie für Künstlerinnen. "Es gibt bestimmte Regeln und Konventionen, mit denen Sichtbarkeit hergestellt wird, dazu gehören Kampfgeist und der Wille zur Präsenz. Ganz junge Frauen", glaubt Blumenstein, "haben das inzwischen, sie besitzen die Entschlossenheit, sich durchzusetzen und ihre eigenen Interessen zu verfolgen."

"Ich habe einfach sehr viel gearbeitet", sagt auch die Künstlerin Karin Sander , die heute Architektur und Kunst an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich lehrt. Mit ihrem letzten Projekt Zeigen bot sie Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit, ein Werk als Hörstück zu realisieren. Eine andere Form des Künstlerlexikons. Karin Sander durchkämmte die Karteien der Stipendiengeber, fand viele Künstlerinnen, auf die Hälfte kam sie nicht. Sie selbst habe das Glück gehabt, all das machen zu können, was sie sich vorgenommen hatte. "Frauen müssen einen viel größeren Aufwand leisten, um in gleicher Weise wahrgenommen zu werden", sagt Karin Sander. Dabei entwickeln Künstlerinnen eine enorme Energie. Aber richtig rund wird es für sie erst laufen, wenn sie ihre gesamte Kraft ins Werk stecken können. 

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