Kunstraub: "Letztlich bleibt den Dieben nur Erpressung"
Nach dem Raub weltberühmter Gemälde steht das Rotterdamer Museum in der Kritik. Gleichzeitig wird diskutiert, was die Diebe mit ihrer Millionenbeute machen werden.
© Peter Dejong/dapd

Der Platz, an dem Henri Matisse' Gemälde "La Liseuse en Blanc et Jaune" in der Rotterdamer Kunsthalle hing.
Nach dem spektakulären Kunstraub aus der Rotterdamer Kunsthalle stehen zwei Fragen im Mittelpunkt: War der Schutz des Museums ausreichend? Und: Was werden die Diebe mit ihrer Beute machen?
Gegen den Vorwurf des mangelhaften Schutzes der Gemälde mussten sich die Verantwortlichen bereits wenige Stunden nach dem Raub wehren. Die Kunsthalle wird nachts nur durch Überwachungskameras und eine Alarmanlage gesichert – völlig unzureichend, sagten Sicherheitsexperten im niederländischen Fernsehen. Von einer gut geplanten, präzisen Aktion sprachen hingegen die Rotterdamer Polizei und die Direktorin der Kunsthalle, Emily Ansenk.
"Die Diebe wussten verdammt gut, was sie von den Wänden nahmen," sagte Ansenk im niederländischen Radio. Sie wies die Kritik am Sicherheitskonzept des Museums zurück: In Absprache mit den Versicherungen habe man sich für den technischen Schutz entschieden. Die Sicherheitssysteme seien automatisiert und bedürften keiner Wachleute, bekräftigte auch der Vorsitzende des Museums, Willem van Hassel.
Die Polizei rief über die Medien Zeugen auf, sich zu melden. Bislang seien 15 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, darunter vier "sehr brauchbare". Gleichzeitig würden die Video-Aufzeichnungen ausgewertet, sagte eine Sprecherin.
Doch in vielerlei Hinsicht tappen die Ermittler noch im Dunkeln. Bislang wissen sie nur, dass die Diebe zwischen drei und vier Uhr nachts über die Rückseite des Gebäudes in die Kunsthalle eindringen konnten. Dabei sei auch ein Alarm ausgelöst worden, die Polizei war nach eigenen Angaben schon nach wenigen Minuten vor Ort. Dennoch konnten die Diebe entkommen.
Die Bilder gelten als unverkäuflich
Die sieben gestohlenen Werke, die einen potenziellen Wert von mehreren Millionen Euro haben, sind weltberühmt und gelten als unverkäuflich. Es handelt sich um Pablo Picassos Tête d'Arlequin (1971), Claude Monets Waterloo Bridge, London (1901) und Charing Cross Bridge, London, Henri Matisses La Liseuse en Blanc et Jaune (1919), Paul Gauguins Girl in Front of Open Window (1898), Meyer de Haan's Self-Portrait (um 1890) sowie Lucian Freuds Woman with Eyes Closed (2002).






"Letztlich bliebe für die Diebe nur die Möglichkeit, das Museum oder die Versicherer zu erpressen"...?
So ein Quark. Hier handelt sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um Raub auf Bestellung. Was sonst? Niemand ist so dumm und klaut derart "unverkäufliches", die Gemälde hat sich ein unermesslich begüterter gelangweilter Zeitgenosse bestellt. Er hängt sie jetzt in den Katakomben seiner unermesslich kostspieligen Villa auf, um sie bei einer kubanischen Zigarre und einer Flasche Chateau Mouton-Rothschild 1945 seinen unermesslich reichen und jetzt besonders neidischen Freunden vorzuführen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Und das iPhone 5 hat auch schon jeder, oder? ;-)
Sollten die Werke nicht wieder auftauchen, so könnte man sich an einen begabten Maler mit einem italienischen Nachnamen wenden, der derzeit für ein paar kleine Verfehlungen eine Haftstrafe in Deutschland verbüßt. Man könnte ihn bitten, die verlorenen Bilder nachzumalen. Der kann das (vielleicht mit Ausnahme des Freuds). Dann könnte man Werner Spies fragen, ob sie echt sind, und bei dessen Zustimmung die Bilder einfach aufhängen und die Originale vergessen…;-)
Man kann es ja nicht verkaufen. Jeder potenzielle Käufer weis sofort, dass die Gemälde geklaut sind. Wie will man das verkaufen... Klar bleibt da nur Erpressung übrig. Wenn ich was stehlen würde würde ich mir zweimal überlegen, ob es Gemälde sein müssen.
Häng ich mir dann schön in den Bunker unter meiner Villa :)
Vielleicht erkenne ich Ihre Ironie nicht. Wenn Sie mit offenen Augen um sich schauen, werden Sie eine Welt voller Dummheiten entdecken. Entführungen und Bankraub gehören in unseren Breiten auch eher zu den "dummen" Verbrechen. Die "Klugen" bereichern sich auf eine andere Weise.
Die Schnittmenge von Kunstexperten und Meisterdieben schätze ich als vernachlässigbar gering ein. Das Salzfass von Cellini wurde von einem betrunkenen Sicherheitstechniker gestohlen, vor nicht langer Zeit wollte man in Griechenland einen dem Museum in Gent gestohlenen Rubens verkaufen, wie naiv ... Der reiche Auftraggeber von Kunstdiebstählen scheint mir eine Legende zu sein. Der kann sich doch gleich Originale kaufen.
hat immer gesagt:
"Intelligenz betrügt, Dummheit bricht ein"
hat immer gesagt:
"Intelligenz betrügt, Dummheit bricht ein"
hat immer gesagt:
"Intelligenz betrügt, Dummheit bricht ein"
Die Unverkäuflichkeit der Ware ist und war nie ein Problem solcher Fälle.
"Der reiche Auftraggeber" ist eine Fantasievorstellung aller Hollywood. Dies wurde auch noch einmal von Olivia Tait vom Internationalen Art Loss Register im Deutschlandradio bestätigt. Auktionshäuser, Galerien und Kunsthändler werden sicherlich die Hände von den Bildern lassen. Eine weitere Möglichkeit ist, die gestohlenen bilder als Zahlungsmittel/Währung für kriminelle Geschäfte einzusetzen.
Doch die schon geäußerte Vermutung das eine Lösegeldforderung kommen könnte, scheint am Wahrscheinlichsten. mehr dazu hier:
- http://www.dradio.de/dkul... (Interview)
- http://www.artinfo24.com/... (Hintergründe zum Kunstraub und Art Napping)
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