F.C. GundlachWas ist ein gutes Foto?

Nach welchen Maßstäben werden Fotos beurteilt? Brauchen Sie als Amateurfotograf selbst Rat? Fragen Sie F.C. Gundlach, einen der führenden Modefotografen und Fotosammler. von 

Am 8. Mai erscheint zum ersten Mal ZEIT Fotografie – ein Sonderheft, das der ZEIT beiliegt, gemacht von der Redaktion des ZEITmagazins. Das Heft soll Fragen beantworten wie: Was ist ein gutes Foto? Nach welchen Maßstäben werden Fotos beurteilt und ausgewählt? Welche Rolle spielen Technik, Innovation und die 170 Jahre lange Geschichte der Fotografie? Und was kann man als Amateur von guten Fotos lernen?  

All das erklärt F.C. Gundlach, einer der führenden Fotoexperten. Der ehemalige Modefotograf und bedeutende Fotosammler ist der Pate von ZEIT Fotografie. Sie als Leser können Gundlach selbst Fragen stellen. Eine Auswahl wird er im Heft und auf ZEIT ONLINE beantworten.

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Gundlach ist 86 Jahre alt und eine Legende in der Branche. Er war einer der ersten Foto-Galeristen und hat sich als Besitzer einer Fotofirma früh mit den Möglichkeiten des Digitalen auseinandergesetzt. Schon vor mehr als 30 Jahren zeigte er Bilder von Irving Penn und Richard Avedon, Werke, die heute sechsstellige Summen kosten. Er hat junge Talente gefördert und Fotografen wie Wolfgang Tillmans und Robert Mapplethorpe mit entdeckt, die längst selbst zu den Klassikern zählen. Für seine Sammlung hat die Stadt Hamburg ein eigenes Museum bereitgestellt, das "Haus der Fotografie".

Möchten Sie wissen, welchen Künstlern wir heute einen besonderen Blick auf die Welt verdanken? Haben Sie Fragen, wie man Bilder am besten aufbewahrt? Oder welche Fotos es sich zu sammeln lohnt? Brauchen Sie als Amateurfotograf selbst einen Rat? Dann können Sie zur Illustrierung Ihrer Frage auch gern ein Foto mitschicken.

Senden Sie Ihre Fragen bitte bis zum 8. April an fotoschule@zeitmagazin.de oder stellen Sie sie hier unter dem Artikel in den Leserkommentaren.

Zum Erscheinungstermin beschäftigt sich ZEIT ONLINE zudem in einer Themenwoche mit aktuellen Aspekten der Fotografie.

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Leserkommentare
  1. Das ist eine sehr schöne Aktion. Vielleicht darf ich als Portrait-Künstler die Frage der Überschrift hinsichtlich des Portraits beantworten.

    Ein gutes Portrait berührt den Betrachter, ein schlechtes läßt den Blick keine Zehntel-Sekunde daran haften. Gute Portraits sind für mich solche, welche nicht kitschig und aufgesetzt wirken, sondern den Betrachter emotional berühren und im besten Fall zur Identifikation mit dem Modell einladen.
    Gleichwohl funktionieren auch Portrait-Darstellungen ohne Identifikationscharakter. Bei diesen ist Abscheu die vornehmliche emotionale Reaktion des Betrachters. Entscheidend für ein gutes Portrait ist somit der emotionale Wert der Arbeit und die Fähigkeit des Betrachters dies zu "lesen".

    Bei einem guten Portrait schaut das Modell den Betrachter direkt und ungekünstelt an. Wenn das Modell andererseits ins Off schaut, beschäftigt es sich mit etwas, was sich dem Betrachter nie erschließen wird; kitschiges Posing ist meist die Folge.

    Ronald Daedalus Vogel

    [...] Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Werbung. Danke Die Redaktion/kvk

    • Auror
    • 22. März 2013 16:49 Uhr

    Interessant, dass das Zeit Magazin ein Heft ausschließlich diesem Thema widmet. Abgesehen von den vielen Amateurfotografen, die sich Sintflutartig über die Welt ergießen, werden wir täglich immer mehr diesem medialen Tsunami ausgesetzt. Deswegen ist es auch als Konsument dieser Bilder gut zu wissen, wie ein Foto aufgebaut wird, was ein gutes Foto ausmacht und wie es unterbewusst auf einen wirkt, genauso wie man wissen sollte, wie Werbung einen manipulieren kann.

    Meine Frage ist, wie kann man einen Qualitätsfilter einbauen, der die (entschuldigt diese Abwertung) Vermüllung des Internets verhindern kann? Wer bestimmt was gut ist? Oder muss man das als demokratisches Internet hinnehmen?

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    das, was millionen menschen bei flickr und co. hochladen, kann man doch, sofern man sich dem foto-tsunami nicht aussetzen will, einfach meiden. es ist möglich, dass man dadurch etwas verpasst, vielleicht aber auch nicht.

    ich weiß nicht, wie sie es sehen, ich persönliche sehe nicht gern bilder am bildschirm, vor allem keine ästhetisch-beabsichtigten fotografien. dafür liebe ich druckerzeugnisse und abzüge. meine persönliche erfahrung ist auch, dass gute fotografen, den es wenig auf pr oder verkauf ankommt, ihre bilder nicht einfach ins internet rotzen. wenn, dann haben diese leute ggf. eine webseite (wenn überhaupt), auf denen man wenig sieht und viele empfehlungen zu ausstellungen, fotobüchern und anderem lesen kann.
    darin liegt nach meiner meinung auch die "lösung". anstatt flickr und co. zu besuchen, lohnt ein blick in verlage, in richtung self-publishing, z.b. in den shop von blurb oder vergleichbaren. am liebsten sind mir persönlich immer noch kleine ausstellungen, wo ich bilder auf papier vor mir sehe, groß, haptisch und nicht beliebig.
    ich bin gespannt auf das zeit-heft. mal sehen, wie so ein alter profi dem heutigen umgang mit fotografie im allgemeinen gegenüber steht.

    mein dank geht auch an ronald daedalus vogel, der unter jedem fotothema hier auftaucht. ich kann mich kaum entscheiden, ob er der bessere fotograf oder doch öffentlichkeitsarbeiter ist :)

  2. das, was millionen menschen bei flickr und co. hochladen, kann man doch, sofern man sich dem foto-tsunami nicht aussetzen will, einfach meiden. es ist möglich, dass man dadurch etwas verpasst, vielleicht aber auch nicht.

    ich weiß nicht, wie sie es sehen, ich persönliche sehe nicht gern bilder am bildschirm, vor allem keine ästhetisch-beabsichtigten fotografien. dafür liebe ich druckerzeugnisse und abzüge. meine persönliche erfahrung ist auch, dass gute fotografen, den es wenig auf pr oder verkauf ankommt, ihre bilder nicht einfach ins internet rotzen. wenn, dann haben diese leute ggf. eine webseite (wenn überhaupt), auf denen man wenig sieht und viele empfehlungen zu ausstellungen, fotobüchern und anderem lesen kann.
    darin liegt nach meiner meinung auch die "lösung". anstatt flickr und co. zu besuchen, lohnt ein blick in verlage, in richtung self-publishing, z.b. in den shop von blurb oder vergleichbaren. am liebsten sind mir persönlich immer noch kleine ausstellungen, wo ich bilder auf papier vor mir sehe, groß, haptisch und nicht beliebig.
    ich bin gespannt auf das zeit-heft. mal sehen, wie so ein alter profi dem heutigen umgang mit fotografie im allgemeinen gegenüber steht.

    mein dank geht auch an ronald daedalus vogel, der unter jedem fotothema hier auftaucht. ich kann mich kaum entscheiden, ob er der bessere fotograf oder doch öffentlichkeitsarbeiter ist :)

    Antwort auf "Foto-Tsunami"
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    ... erinnert ich immer an einen Song von Schobert & Black aus dem Jahr 1972 ...

  3. Auf das Heft freue ich mich und habe auch eine Frage: Wenn ich denke, mein Foto ist "gut geworden" - es zeigt was anders, es will gesehen werden, es hat Gefühle und Ausdrücke in sich oder Farben und Schatten - was mache ich dann damit?
    Wenn ich es nicht ins Netz stellen möchte um ein paar "Gefällt mir" Klicks zu bekommen; wenn ich dieses Foto ernst nehme und finde, es hat mehr verdient als einen weiteren Ordner auf FlickR oder in meinem Dingsda-Profil?

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    ich würde ja sagen - so gut wie möglich verarbeiten (abzug/druck/großformat), abheften und weiter fotografieren, nach dem nächsten, dem besseren, dem anderen bild suchen, immer weiter und weiter...und wenn sie es haben, wieder weiter machen, bis zum ende.

    wenn sie es zeigen wolle/müssen: organisieren sie ne eigene ausstellung oder reichen das bild bei fotofestivals u.ä. ein.

  4. ich würde ja sagen - so gut wie möglich verarbeiten (abzug/druck/großformat), abheften und weiter fotografieren, nach dem nächsten, dem besseren, dem anderen bild suchen, immer weiter und weiter...und wenn sie es haben, wieder weiter machen, bis zum ende.

    wenn sie es zeigen wolle/müssen: organisieren sie ne eigene ausstellung oder reichen das bild bei fotofestivals u.ä. ein.

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    Danke für Ihre Tipps!

  5. Danke für Ihre Tipps!

  6. ... erinnert ich immer an einen Song von Schobert & Black aus dem Jahr 1972 ...

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    Schobert & Black erinnere ich auch noch dünn aus einer längst vergangenen Zeit. Allerdings finde ich die Verbindung zu "Daedalus" nicht. Mein Künstlername "Daedalus" rührt daher, dass man bei der Google-Suche nach "Ronald Vogel Fotografie" einen Fotografen findet, mit dem ich nicht verwechselt werden möchte. :)

    @japanbash
    Sorry, dass ich bei (Portrait-) Fotografie hier immer einen Kommentar in den Ring werfe. Als jemand, der täglich solches produziert, fühle ich mich bei Artikeln und Fotostrecken zu dem Thema direkt angesprochen und gefordert. Ich versuche bei aller Kritik dabei immer konstruktiv zu sein und Aussagen mit Mehrwert zu treffen.

    @Auror
    Ich ärgere mich auch permanent über mittelmäßige (Foto-) Kunst. Hier hilft nur die Beschränkung auf bestimmte Medien-Kanäle, wie ZEIT, um die Spreu vom Weizen zu trennen (aber auch flickr hat sehenswerte Künstler). Manchmal wünsche ich mir auch eine wie auch immer geartete Beschränkung auf wirklich gute Gestaltung. Sei es bei den Fotostrecken hier oder bei der unterirdisch schlechten Typografie/Gestaltung auf Handwerker-Autos, denen man auf der Straße begegnet. Das verdirbt mir manches mal den Spaß am Autofahren. :)
    Allerdings ist das Gut der Freiheit des Einzelnen wohl höher zu bewerten. Daher wird es aus unserer Welt nicht mehr verschwinden und von schlechten Beispielen lernt man (wenn man sie als solche identifizieren kann).

  7. Schobert & Black erinnere ich auch noch dünn aus einer längst vergangenen Zeit. Allerdings finde ich die Verbindung zu "Daedalus" nicht. Mein Künstlername "Daedalus" rührt daher, dass man bei der Google-Suche nach "Ronald Vogel Fotografie" einen Fotografen findet, mit dem ich nicht verwechselt werden möchte. :)

    @japanbash
    Sorry, dass ich bei (Portrait-) Fotografie hier immer einen Kommentar in den Ring werfe. Als jemand, der täglich solches produziert, fühle ich mich bei Artikeln und Fotostrecken zu dem Thema direkt angesprochen und gefordert. Ich versuche bei aller Kritik dabei immer konstruktiv zu sein und Aussagen mit Mehrwert zu treffen.

    @Auror
    Ich ärgere mich auch permanent über mittelmäßige (Foto-) Kunst. Hier hilft nur die Beschränkung auf bestimmte Medien-Kanäle, wie ZEIT, um die Spreu vom Weizen zu trennen (aber auch flickr hat sehenswerte Künstler). Manchmal wünsche ich mir auch eine wie auch immer geartete Beschränkung auf wirklich gute Gestaltung. Sei es bei den Fotostrecken hier oder bei der unterirdisch schlechten Typografie/Gestaltung auf Handwerker-Autos, denen man auf der Straße begegnet. Das verdirbt mir manches mal den Spaß am Autofahren. :)
    Allerdings ist das Gut der Freiheit des Einzelnen wohl höher zu bewerten. Daher wird es aus unserer Welt nicht mehr verschwinden und von schlechten Beispielen lernt man (wenn man sie als solche identifizieren kann).

    Antwort auf "Ronald Daedalus ..."

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Innovation | Künstler | Museum | Sammlung | Technik | Geschichte
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