Künstler Pedro Reyes : Musik kann eine Waffe sein

Der Protest gegen den mexikanischen Drogenkrieg nimmt tönende Form an: Der Künstler Pedro Reyes baut aus Pistolen und Maschinengewehren Musikinstrumente.

Wie politisch ist Klang? Kann Musik allein, ohne Liedtext, ohne Programmheft, ein universell verständliches Statement gegen den Krieg formulieren? Der mexikanische Künstler Pedro Reyes glaubt fest daran, aber er wählt nicht den Weg über die musikalische Struktur, sondern das Instrumentarium. Aus 6.700 im Drogenkrieg beschlagnahmten Waffen hat er Metallofone, Geigen, Flöten gebaut, teils selbstklingend, teils elektrisch verstärkt und automatisiert. In der Londoner Lisson Gallery werden sie unter dem Titel Disarm ausgestellt und gespielt. Bilder der Schau

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Kommentare

4 Kommentare Kommentieren

Schwerter zu Pflugscharen...

...im Recycling mal anders umgesetzt. Ob die Instrumente gut klingen...wohl nicht so wichtig. Eine bessere "Musik" wir sie vorher aus den Waffen erschall ist es allemal.

Manch einen schüttelt es wohl bei der Vorstellung, welche Verbrechen mit dem Baumaterial der Instrumente verübt worden sind.
Letztendlich ist es aber nur eine etwas martialische Form der Materie: Auch das Sauerstoffatom was wir gerade einatmen kann vorher schon in der Gehirnzelle der schlimmsten Verbrecher seinen Dienst geleistet haben. Es ist deswegen aber weder gut noch böse.

Der Künstler versucht wohl trotzdem uns die Gewalt ins Bewusstsein zu rufen, dies Aufrütteln ist richtig - jedoch bezweifel ich, dass dieser "Schock-Effekt" noch irgendeine echte Wirkung erzielt - zu abgestumpft sind wir inzwischen geworden...