Pro und Contra : "Das Mysterium der Fotografie hat sich vollkommen erledigt"

Sind Smartphones eine Gefahr für anspruchsvolle Fotografie? Ostkreuz-Fotograf Maurice Weiss und Fabian Mohr von ZEIT ONLINE diskutieren im Pro und Contra.
Sind Smartphones eine Gefahr für anspruchsvolle Fotografie?

Jeden Tag generieren digitale Fotokameras Milliarden neuer Bilder. Eine Entwicklung, die sich durch die globale Verbreitung von Smartphones beschleunigt hat. Sofort landen die Fotos bei Instagram oder Flickr und werden über soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook weiterverbreitet.

Sinkt damit unsere Wertschätzung für engagierte, reflektierte Fotografie? Ja, sagt Maurice Weiss von der Fotoagentur Ostkreuz: Das "Mysterium der Fotografie" habe sich durch das Smartphone "vollkommen erledigt". Welche Bedeutung ein Bild noch habe, sei schwerer einzuordnen als früher. Fotografie als Teil des kollektiven Gedächtnisses drohe in der Masse von Bildern unterzugehen.

ZEIT ONLINE-Redakteur Fabian Mohr glaubt das nicht. Im Gegenteil: Fotofestivals und Ausstellungen hätten enormen Zulauf. Die Verbreitung von bezahlbaren Digitalkameras und Smartphones habe zu einer nie da gewesenen Öffnung der Fotografie geführt. Jeder habe die Chance, sein Talent für Bilder zu entdecken, ohne den professionellen Fotografen gefährlich zu werden. Zur Nostalgie bestehe kein Anlass, Fotografie sei früher  nicht besser gewesen: "Jeder, der einmal einen Dia-Abend erlebt hat, weiß, wovon ich spreche."


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