Der Maler Willi Sitte ist tot. Wie die Willi-Sitte-Stiftung mitteilte, starb er am Samstagmorgen im Alter von 92 Jahren nach langer Krankheit in seinem Haus in Halle an der Saale. "Sein Tod hat uns sehr betroffen gemacht, wenngleich wir um seinen Gesundheitszustand wussten", sagte der Vorsitzende der Sitte-Stiftung, Hans-Hubert Werner. "Unser Anliegen, sein künstlerisches Erbe zu verbreiten, verstärkt sich jetzt noch mehr", fügte er hinzu.

Sitte galt als einer der herausragenden Vertreter des Sozialistischen Realismus. In der DDR war Sitte von 1974 bis 1988 Präsident des Verbandes Bildender Künstler und saß zeitweise im Politbüro der SED.

Durch die Documenta 6 wurde er 1977 einem breiten Publikum auch in Westdeutschland bekannt. Sitte war dort zusammen mit den Begründern der sogenannten Leipziger Schule vertreten, Berhnhard Heisig, Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke.

Nach der Wiedervereinigung gelang Sitte die Rückkehr in die Öffentlichkeit nicht. Eine Ausstellung in seiner Heimatstadt Halle kam nicht zustande, da keine Einigung über die Konzeption erzielt werden konnte. Eine 2001 anlässlich Sittes 80. Geburtstags geplante Werkschau im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg wurde zunächst verschoben und schließlich von Sitte nach etlichen Querelen abgesagt.