LebensmittelPreise für Kartoffeln um fast die Hälfte gestiegen

Ein Drittel mehr für Butter, ein Viertel mehr für Äpfel: Die deutschen Lebensmittelpreise sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Ein Grund ist das Wetter.

Frische Kartoffeln aus Deutschland

Frische Kartoffeln aus Deutschland  |  © Arno Burgi/dpa

Lebensmittel sind so teuer wie seit fünf Jahren nicht mehr. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Demnach verteuerten sich die Preise im Juli um 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Einen deutlicheren Anstieg gab es zuletzt im September 2008 mit 6,5 Prozent. 

Die höheren Preise merken die Verbraucher beispielsweise bei Butter, Obst und Gemüse. Butter etwa kostete knapp ein Drittel mehr als noch vor einem Jahr. Obst wurde im Schnitt um 11,3 Prozent teurer, Gemüse um knapp 12 Prozent. Vor allem bei Äpfeln und Kartoffeln ist der Anstieg deutlich zu spüren: Äpfel wurden um ein Viertel teurer, Kartoffeln kosten mit einem Preisanstieg von 44,4 Prozent um fast die Hälfte mehr als noch vor einem Jahr.

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Als Grund nennen Experten unter anderem das unbeständige Wetter: Erst der lange Winter, dann die Überschwemmungen sowie zuletzt Hitze und Trockenheit verhinderten dem Bauernverband zufolge vielerorts eine gute Ernte.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte schon zu Beginn des Monats vor höheren Preisen für Obst und Gemüse gewarnt. Auch sie machte das Wetter dafür verantwortlich. Die Verbraucher müssten sich darauf einstellen, dass die Preise für bestimmte Produkte deutlich anstiegen, sagte die CSU-Politikerin der Neuen Osnabrücker Zeitung. Engpässe seien aber nicht zu erwarten.

Inflationsrate steigt auf Jahreshoch

Verglichen mit den Lebensmittelpreisen erhöhten sich die Energiepreise mit 2,9 Prozent moderat. Erheblich teurer war dabei – wie schon in den Vormonaten – Strom mit einem Preisplus von 11,9 Prozent. Günstiger im Vergleich zum Juli 2012 wurde leichtes Heizöl, und zwar um 3,6 Prozent.

Als Konsequenz der teuren Lebenshaltungskosten stieg auch die Inflationsrate auf 1,9 Prozent und damit auf ein Jahreshoch. Die Europäische Zentralbank spricht bis zu einem Anstieg von zwei Prozent vom stabilen Preisen.

In einer früheren Version dieses Textes berichteten wir, dass Kartoffeln fast doppelt so teuer seien wie vor einem Jahr. Diese Rechnung ist bei einem Anstieg von 44 Prozent natürlich falsch. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen. // Die Redaktion

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Leserkommentare
  1. der hohen Steigerungsraten bei Lebensmittelpreisen denke ich, daß unsere Lebensmittel immer noch verhältnismäßig billig sind. Vielleicht waren Sie die letzten Jahre einfach zu billig und wir müssen es jetzt ausbaden ?

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    Warum sind bei allen Händlern die Preise nahezu gleich hoch?

    Warum sind nahezu alle Lebensmittel gleichzeitig betroffen?

    Warum gibt es keinen Wettbewerb zwischen den Händlern sowie keine Mischkalkulation bei einzelnen Händlern, die einige Waren preiswert anbieten, was sie bei anderen Waren auflegen?

    Hat irgendjemand der Preiserhöhung- und Preistreibereibefürworter jemals eine Kalkulation der Firmen gesehen, aufgrund derer er beurteilen könnte, was die Dinge kosten oder eben nicht kosten?

  2. Ich erkläre die Preissteigerung für beendet!

    12 Leserempfehlungen
    • MrWho
    • 13. August 2013 11:36 Uhr
    3. Mythos

    Woher kommt diese Mär, Lebensmittel seien in Deutschland ja immer noch viel zu billig? Nur weil Sie tendenziell nur in europäische Länder fahren, in denen sie teurer sind? Hier der internationale Vergleich:

    http://www.spiegel.de/wir...

    21 Leserempfehlungen
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    ein Vergleichsmaßstab für Deutschland?

    Mein Tipp: Nehmen Sie am besten auch noch Entwicklungsländer hinzu, dann erscheinen deutsche Preise noch teurer!

    „Woher kommt diese Mär, Lebensmittel seien in Deutschland ja immer noch viel zu billig? Nur weil Sie tendenziell nur in europäische Länder fahren, in denen sie teurer sind?“

    Damit beziehen Sie sich wahrscheinlich auf diese Stelle in dem zitierten Text:

    „Denn gerade im Osten Europas - etwa in Polen (61 Prozent des EU-Schnitts), Rumänien (67 Prozent), Bulgarien (68 Prozent) oder Ungarn (81 Prozent) - ist Essen und Trinken sehr günstig und zieht den Schnitt weit nach unten.“

    Wahrscheinlich fahren Sie selber nicht in die Handvoll EU-Länder, in denen Lebensmittel noch günstiger sind als in Deutschland. Sonst wäre Ihnen nämlich bewusst, dass die Preise dort, obwohl absolut betrachtet niedriger als in Deutschland, in Relation zu den durchschnittlichen Einkommen noch viel höher sind. Ob man das für gut oder schlecht hält, es lässt sich nicht leugnen, dass nirgends in der EU ein kleinerer Anteil des Durchschnittseinkommens für Lebensmittel ausgegeben werden muss als in Deutschland.

    • Hagane
    • 13. August 2013 12:29 Uhr

    Der Spiegel-Artikel weckt bei mir direkt Zweifel... ich kann leider nur 2 Posten pruefen, naemlich Deutschland und mein derzeitiges Heimatland, die Niederlande:

    Und die dort genannten Zahlen entsprechen in keinster Weise der Realitaet, laut Tabelle sind die Niederlande ueberall signikant guenstiger, ausser bei Getraenken. Dies ist einfach nicht der Fall... hier Im Grenzbereich kaufen die meisten Niederlaender inzwischen in Deutschland und fragen sich was Deutsche immer noch dazu bewegt in NL zu kaufen... vermutlich der Kaffee, der tatsaechlich noch was guenstiger ist...

    All die Preiserhöhungs- und Preistreiereibefürworter kaufen wohl selten ein und merken sich die Preise nicht. Sind also bereit, aufgrund der von vielen anderen Dummen und von Interessenverbänden getragenen Kampagne, höhere (Phantasie-)Preise zu zahlen, als notwendig wäre. Hat auch was mit den Qualitätsvermutungseffekt zu tun, soll heißen, was teuer ist, ist auch gut. Die Grünen treiben diese Kampagne übrigens mit am stärksten an. Und viele Lemminge laufen hinterher.

    Also ich hatte das Vergnügen im Jahr 2012 jeweils für 6 Monate in Tallinn und Amsterdam zu wohnen. Estland und erst recht die Niederlande haben deutlich höhere Lebensmittelpreise.

    In Estland soll Alkohol angeblich teurer sein. Das mag für Weinerzeugnisse zutreffen, aber das estnische Bier und vor allem Wodka ist spottbillig. Anders hingegen bei Fleisch. Die Preise in Estland für frisches Fleisch sind teilweise astronomisch hoch. Eine Schweinelende für 5 Euro wie in Deutschland ist dort nicht unter 10 zu haben. Verarbeitete Lebensmittel sind fast ausschließlich Importprodukte aus Mitteleuropa (deutsche oder französische Verpackung!) und ebenfalls deutlich teurer. Das Glas Nutella kostet z.B. 4 €.

    In den Niederlanden ist Fleisch und Brot sehr teuer. Molkereiprodukte sogar deutlich teurer als hier. Meine Ausgaben für Lebensmittel lagen in den Niederlanden bei ca 200 € im Monat, in Deutschland bei ca 150 €.

    Deutschland hat gemessen an der Kaufkraft einen unfassbar billigen Lebensmittelmarkt und einen Wettbewerb der in den Industrienationen seines gleichen sucht.

    Wir waren und sind immernoch ein Billigland im Bezug auf Lebensmittel.

  3. Als Grund nennen Experten unter anderem das unbeständige Wetter

    Erfahren wir auch die anderen Gründe?

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    "Erfahren wir auch die anderen Gründe?"

    Pachtkostenanstiege (Landnahme durch Investoren)
    Betriebskostenanstiege (Benzin, Lohn, Steuern)
    Preisabsprachen (Kartoffelkartell)

    Vieleicht soll die Untersuchung auch nur die Bereitschaft schüren, Genkartoffeln zu akzeptieren, lässt man doch alle Gründe, die nicht durch Genkartoffeln lösbar scheinen, einfach weg. (siehe Freihandelsabkommen USA, Monsanto usw.)

    ... ist natürlich der Euro, ist doch klar. ;)

  4. Dafür wird auf der anderen Seite der Strom immer billiger. So gleicht sich alles aus.

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    der Strom billiger, bitte mal ihren Anbieter nennen.

    Bitte kommentieren Sie sachlich zum konkreten Artikelthema. Danke. Die Redaktion/kvk

  5. Also kommen wir jetzt langsam an die Wahheit.
    Das was vernünftige schon seit Jahren sehen, wird jetzt auch mal erkannt.

    Ich erinnere gerne mal 14 Jahre zurück.

    Einkauf bei Edeka oder Norma, für 100 DM habe ich 1 Wagen und 1 Tüte voll gehabt. Hier soll wohl gemerkt sein gute Ware.

    14 Jahre danach bekommt man für 50 € 1 Tüte voll beim Edeka.
    Bei der Norma auch. Sehr komisch das die Kartoffeln die ich früher gekauft habe besser geschmeckt haben und dabei auch noch günstiger waren.

    Aber ja 14 Jahre Inflation haben den Preis aber so was von in die Höhe getrieben, aber am meisten wohl ab 2001, wie wohl die Inflation bei der DM
    geblieben wäre, vorallen wil wir Deutsche dann sie behalten hätten.

    Der Punkt ist seit man Lebensmittel bei Aktien und Spekulationen handelt,
    verhungern mehr Menschen, können sich weniger Kaufen.
    Und das beste davon es war früher zum Lohn und Binnenmarkt abgewogen.

    Immerhin Deutschland, ist noch billiger als die Schweiz, aber die Schweiz nicht in Euroraum.Hauptsache der Weltfrieden ist gesichert, und für wenige mal die ganze Welt. Wie sich wohl die Oberen 2% Fühlen müssen, wenn die ganze Welt sie hasst.

    15 Leserempfehlungen
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    • tx66
    • 13. August 2013 12:54 Uhr

    Warum dieses Gejammere? Statt Obst, Gemüse und Butter ist doch Fleisch billig wie nie. Also, kauft und esst mehr Fleisch - und lasst die Beilagen weg. Dann gleicht es sich schon aus.

    Ich weiß ja nicht, was Sie kaufen, aber ich bekomme für 50 € mehr als eine Tüte voll beim Edeka - auch gute Ware.

    Und bedenken Sie bitte auch, wie sich der Inhalt Ihres und des statistischen Warenkorbs in 14 Jahren verändert hat. Sie bekommen heute in einfachen Supermärkten viele günstige Spezialitätenprodukte aus aller Welt, die vor 14 jahren nur in teuren Feinkostläden erhältlich waren. Auch der Konsument ändert seine Gewohnheiten.

    Im Übrigen hat sich die Zahl der weltweit Hungernden seit 1990 stetig reduziert, erst seit 2008 steigt die Zahl wieder leicht, liegt aber dennoch bei ca. 130 Mio Menschen geringer als 1990, was einer Reduktion von etwa 6 Prozentpunkten entspricht.
    (Quelle: http://www.fao.org/news/s...)

    In Ihrer subjektiven Betrachtung sollten Sie ebenfalls berücksichtigen, dass bei einer durchschnittlichen Inflation von 2,5 % / Jahr Ihr 100 DM-Warenkorb nach 14 Jahren schon allein rein rechnerisch 141 DM, bzw. 72 € kostet.

    Ich stimme zu, dass das Spekulieren mit Lebensmitteln ungerechte Umverteilungen schafft. Aber man muss dem auch die Vorteile ganzheitlich gegenüber stellen und nicht immer nur Äpfel mit Birnen vergleichen.

    • matelue
    • 13. August 2013 11:40 Uhr

    Wenn Kartoffeln mit 44,4% fast das Doppelte kosten, wieviel würden sie dann erst kosten, wenn die Preise der Knollen um 100% gestiegen wären? Das Vierfache?

    27 Leserempfehlungen
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    Da gab es doch kürzlich erst einen Artikel über die Mathematikschwäche der Deutschen. Die Germanisten scheinen da ja traditionell schwach ;) Dafür ist meine Interpunktion und Rechtschreibung furchtbar..... Man hat es nicht leicht.

    Wollte ich auch gerade schreiben. Es ist schon äußerst peinlich wenn man so etwas auch noch in der Überschrift verkündigt.

    Aber Prozentrechnen scheint nicht des Deutschen Stärke zu sein, denn damit wird er ja regelmäßig über den Tisch gezogen.

    Im übrigen wäre es besser, wenn man einen 5 Jahresvergleich mit den realen Werten macht, dann kann man wirklich erkennen wie sich die Preise entwickeln.

    Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen und äußern Sie Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/ff

    trennt sich schon seit grauer Vorzeit die Spreu vom Weizen...

    Aber die schreibende Zunft hat's ja traditionell mehr mit den Buchstaben als mit den Zahlen!

    Hm... ich lese den Artikel unter der Adresse http://www.zeit.de/kultur...
    Kultur ... Kunst ... der Künstler rechnet nicht?

    da kann man bei ZO doch nix für.

  6. Kein Wunder, bei der gestiegenen Konsumlust der deutschen. Schließlich wissen sie gar nicht, wohin mit dem Geld ihres Zweitjobs.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, sdo
  • Schlagworte CSU | Bauernverband | Europäische Zentralbank | Ilse Aigner | Ernte | Heizöl
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