In einem Schweizer Nachlass sind Dokumente aus dem Jahr 1938 aufgetaucht, die belegen: Emil Nolde, heute einer der populärsten deutschen Maler des 20. Jahrhunderts, war nicht nur überzeugter Antisemit, sondern auch glühender Nazi und Bewunderer Adolf Hitlers. Die Ablehnung durch das NS-Regime – Nolde war im Dritten Reich verfemt und erhielt Malverbot – empfand der damals 71-Jährige als Missverständnis und bittere Ungerechtigkeit.

Bislang war das Verhältnis des Expressionisten Nolde, dessen Werke von den Nazis aus deutschen Museen entfernt wurden und dem Siegfried Lenz 1968 in seinem Bestseller Deutschstunde ein Denkmal setzte, zum Nationalsozialismus umstritten.

In dem jetzt der ZEIT vorliegenden Dokument von 1938, das sich in Privatbesitz befand, bekennt sich Nolde zum "Glauben" an den "großen deutschen Führer Adolf Hitler" und erinnert an seine schon "um 1910 geführten Kulturkämpfe gegen die herrschende Ueberfremdung in allem Künstlerischen und gegen die alles beherrschende jüdische Macht".