Der Fotograf Boris Mikhailov © Lukas Schulze/dpa

Der Fotograf Boris Mikhailov wird mit dem Kaiserring der Stadt Goslar geehrt. Der aus der Ukraine stammende Künstler sei einer der angesehensten zeitgenössischen Fotografen, sagte Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk (CDU). Der Kaiserring ist einer der wichtigsten Preise, den zeitgenössische Künstler erhalten können.

Bekannt wurde Mikhailov mit seinen Fotografien von Obdachlosen, die in Charkow lebten. Er sei einer der wichtigsten Chronisten der sowjetischen und postsowjetischen Gesellschaft, begründete die Jury ihre Entscheidung. Mikhailov habe eine regimetreue Ästhetik bedient, diese subversiv unterlaufen und ironisch gebrochen. Sein Blick gebe seinen Bildern "etwas Poetisches, mitunter Verrücktes", schrieb Christine Meffert in der ZEIT.

Seine anthropologischen Arbeiten ergänzte Mikhailov mit experimentellen. Von 1968 bis 1975 entstand die Installation "Yesterday's Sandwich / Superimpositions" in der er zwei Diapositive übereinanderlegte. Diese wurden dann projiziert und mit Musik von Pink Floyd unterlegt. Seine ungewöhnlichen Darstellungsformen hätten den Alltag und die Repressionen in der Sowjetunion dokumentiert, schreibt die Jury.

Mikhailov lebt und arbeitet in Charkow und Berlin. 1997 erhielt er den Albert-Renger-Patzsch-Preis, 2000 zeichnet ihn die Hasselblad Foundation aus und 2012 verlieh ihm die Stiftung Niedersachsen ihren Spectrum-Preis für Fotografie. Den Kaiserring soll Mikhailov am 10. Oktober in Goslar erhalten.