Der Kunstpreis Goslaer Kaiserring geht in diesem Jahr an den Konzeptkünstler, Autor und Menschenrechtsaktivist Jimmie Durham. Das Werk des US-Amerikaners sei einzigartig und könne keiner künstlerischen Bewegung zugeordnet werden, erklärte die Jury zur Begründung. Es gehe über alle vorhandenen Klassifizierungen hinaus.

Das Schaffen des 75-Jährigen beinhaltet Skulpturen, Installationen, Malerei, Zeichnungen, Performances, Videos und Fotografien. Oft entstehen seine Werke aus dem Prozess der Zusammen- und Gegenüberstellung von Werkstoffen oder gefundenen Objekten, hieß es von der Jury.

Durham begann 1964 als Bildhauer zu arbeiten. Gleichzeitig war er in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung politisch aktiv, unter anderem für die Rechte der amerikanischen Ureinwohner. Nach einem Kunststudium in der Schweiz kehrte er zunächst in die USA zurück, wo er in den 1970er Jahren Mitbegründer und Vorsitzender des International Indian Treaty Council bei den Vereinten Nationen war. Im Anschluss an einen mehrjährigen Aufenthalt in Mexiko ließ sich der Künstler 1994 in Europa nieder.

Durham hatte weltweit zahlreiche Einzelausstellungen, darunter in Berlin, München, London oder Antwerpen. Er war mehrfacher Teilnehmer großer Kunstausstellungen wie der Documenta in Kassel und der Biennale in Venedig. Der Künstler lebt heute in Berlin.

Die Auszeichnung werde Durham am 8. Oktober in Goslar entgegennehmen, teilte Oberbürgermeister Oliver Junk (CDU) mit. Für bildende Künstler zählt der undotierte Goslarer Kaiserring zu den weltweit höchsten Auszeichnungen. Preisträger 2015 war der aus der Ukraine stammende Fotokünstler Boris Mikhailov. Auch Christo, Joseph Beuys, Max Ernst und Georg Baselitz wurden schon mit dem Kaiserring gewürdigt.