Der britische Kunstfotograf David Hamilton ist tot. Er wurde nach übereinstimmenden Medienberichten am Freitagabend in seiner Wohnung in Paris gefunden. Hamilton, der mit Fotos von jungen Mädchen bekannt geworden war, wurde 83 Jahre alt. Er starb offenbar an Herzversagen. Neben seiner Leiche wurden Medikamente gefunden.

Hamilton wurde in den 1960er und 70er Jahren mit seinen mit Weichzeichner bearbeiteten Nacktaufnahmen von jungen Mädchen berühmt. Zu seinen bekanntesten Werken zählt auch der Erotik-Film Bilitis von 1977. Mehrere seiner damaligen Models erhoben später schwere Anschuldigungen gegen ihn; er soll sich an ihnen vergangen haben, als sie noch minderjährig waren. Noch am vergangenen Dienstag bestritt der 83-Jährige in einem Interview alle Vorwürfe und drohte mit Verleumdungsklagen.

Auslöser der jüngsten Kontroverse war ein Buch der französischen Fernsehmoderatorin Flavie Flament, in dem die heute 42-Jährige – ohne Namensnennung – schildert, wie sie als 13-Jährige am Rande eines Fotoshootings von einem international bekannten Fotografen vergewaltigt wurde. Nachdem daraufhin drei weitere ehemalige Models ähnliche Vorwürfe erhoben, bestätigte sie in der vorvergangenen Woche, dass es sich um Hamilton gehandelt habe.

Flament hat nach Angaben der Herausgeberin ihres Buches, Karina Hocine, die Nachricht über Hamiltons Tod schwer getroffen. "Man sagte uns, es sei ein Suizid gewesen", sagte Hocine der Nachrichtenagentur AFP. "Natürlich sind wir hin- und hergerissen zwischen Entsetzen" und "Empörung, weil er der Justiz keine Zeit ließ, ihre Arbeit zu tun". Nach ihren Angaben waren die Taten im Falle Flaments zwar verjährt, bei anderen Opfern jedoch noch nicht.