Die Ausstellung der iranischen Kunstsammlung von Farah Diba in Berlin ist endgültig abgesagt worden. Die Regierung in Teheran habe immer noch keine Ausfuhrgenehmigung für die Kunstwerke erteilt, sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), Hermann Parzinger. Die Stiftung habe deswegen den Kooperationsvertrag mit dem Teheran Museum of Contemporary Art gekündigt. "Weitere Verzögerungen in der Ausstellungsplanung der Staatlichen Museen zu Berlin waren jetzt nicht mehr vertretbar", sagte Parzinger.

Ursprünglich war die Schau Die Teheran Sammlung. Das Teheran Museum für Zeitgenössische Kunst in Berlin für den 4. Dezember in der Gemäldegalerie geplant. Die lange unter Verschluss gehaltene Sammlung aus der Zeit vom persischen König Reza Pahlavi gilt als eine der weltweit wertvollsten Sammlungen westlicher Kunst. Zur ihr gehören rund 60 Werke der iranischen und der westlichen modernen Kunst, unter anderem von Jackson Pollock, Andy Warhol, Henry Moore, Kandinsky und Gauguin. Farah Diba, die Witwe Pahlavis, hat zusammen mit David Galloway, ehemaliger Chefkurator des Teheran Museum of Contemporary Art, die Sammlung aufgebaut. 

Parzingers Stiftung habe dem kulturellen Dialog zwischen der Nationalgalerie und dem Teheraner Museum stets große Bedeutung zugewiesen. "Die Ausstellung ist eine Idee beider Häuser. Mit großem Bedauern haben wir uns nun aber zu diesem Schritt entschließen müssen", sagte Parzinger. Der kulturelle Austausch solle jedoch weiterhin bestehen.

Schon seit längerem wurde darüber spekuliert, ob die Ausstellung in Berlin überhaupt stattfinden wird. Eine Absage im letzten Moment würde ihn "nicht wundern", hatte Galloway dem ZEITmagazin gesagt. Schließlich sei die Ausstellung vor allem politisch als Zeichen der Annäherung zwischen beiden Ländern gewünscht. "Dabei ist es fraglich, ob der Iran so viel offener geworden ist." Im Sommer sorgte die Ausstellung zudem für Streit, weil der Teheraner Direktor des leihgebenden Museums mehrere Holocaust-Karikaturen prämiert hatte.