Polens führende bildende Künstlerin Magdalena Abakanowicz ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Das teilte die Warschauer Akademie der Schönen Künste mit.

Abakanowicz war bekannt für ihre überlebensgroßen, kopflosen Menschenfiguren. Die Bildhauerin arbeitete bevorzugt mit dicken Faserstoffen und synthetischen Harzen, benutzte aber auch Metalle, Stein und Holz für ihre Skulpturen. Außerdem entwickelte sie eine eigene Webtechnik und entwarf damit dreidimensionale Objekte, wofür sie 1965 auf der Biennale von São Paulo mit dem Grand Prix geehrt wurde.

Mitte der 1960er Jahre wurde Abakanowicz international bekannt und hatte seitdem zahlreiche Ausstellungen im öffentlichen Raum. Ihre Werke sind in Sammlungen des Metropolitan Museum in New York und des Tate Modern in London vertreten. Sie gilt als bekannteste polnische Künstlerin ihrer Generation.

Abakanowicz war Mitglied der Berliner Akademie der Künste. Im Jahr 2000 wurde ihr der Orden Pour le Merité für Wissenschaften und Künste in Berlin verliehen.

Abakanowicz habe das Leben der Menschheit im 20. Jahrhundert inspiriert, "das Schicksal eines von den Katastrophen dieses Jahrhunderts zerstörten Menschen, eines Menschen, der neu geboren werden möchte", sagte der Leiter des Krakauer Nationalmuseums, Andrzej Szczerski, über ihre Kunst. Kulturminister Piotr Gliński sagte, ihr Tod sei eine "traurige Nachricht für Polens Kultur".