Der Maler Karl Otto Götz ist tot. Der Pionier der abstrakten Kunst der Nachkriegszeit starb am Samstag im Alter von 103 Jahren, wie der Geschäftsführer der K.O. Götz und Rissa-Stiftung, Joachim Lissmann, mitteilte. Demnach starb der als K.O. Götz bekannte Künstler in seinem Haus in Niederbreitbach-Wolfenacker im Westerwald.

Geboren wurde Götz am 22. Februar 1914 in Aachen, noch vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Die Nazis verhängten wegen seiner Vorliebe für Abstraktes 1935 ein Mal- und Ausstellungsverbot gegen ihn. Bei dem Bombenangriff auf Dresden im Februar 1945 wurde ein Großteil seines Frühwerks vernichtet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg trug Götz mit seiner abstrakten Malerei dazu bei, die deutsche Kunst international zu etablieren. Er war als einziger Deutscher Mitglied der internationalen Künstlergruppe CoBrA.

Bis 1979 lehrte Götz als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Seine Schüler Gerhard Richter und Sigmar Polke wurden weltberühmt. Er bildete auch seine spätere Frau, die Künstlerin Rissa, aus.

Götz war einer der wichtigen deutschen Informel-Maler, zu denen auch Gerhard Hoehme, Bernard Schultze oder Fred Thieler zählten. Berühmt wurde er mit großformatigen gestischen Schwarz-Weiß-Kompositionen, die in vielen Museen und politischen Machtzentren hängen.

Eine Museumsbesucherin vor dem Bild "Zybel" des Malers Karl Otto Götz in der Sonderausstellung zu Götz' 100. Geburtstag in den Kunstsammlungen Chemnitz © Jan Woitas/dpa

Noch mit über 100 Jahren hatte der fast erblindete Götz mithilfe seiner Frau Rissa gemalt. Grundprinzipien der Technik von K.O. Götz war das sekundenschnelle Malen, die sogenannte Rakeltechnik. Er trug mit breiten Pinseln Farbe auf die verkleisterte Leinwand auf und zog dann blitzschnell einen Gummirakel über die Fläche. Die stilistischen Anfänge des Biennale- und Documenta-Teilnehmers lagen nah bei den Surrealisten und Miró.

Weniger bekannt als seine Bilder ist Götz' lyrisches Schaffen, das die künstlerische Entwicklung des Malers von Anfang an begleitet hat und das er in mehreren Ausgaben vorlegte.