Der Greifswalder Zeichner und Illustrator Horst Hussel ist tot. Das bestätigte seine Tochter der Deutschen Presse-Agentur. Hussel wurde 1934 in Greifswald geboren, 1954 nahm er sein Studium an der Kunsthochschule in Weißensee auf. Kurz vor Abschluss seiner Diplomarbeit wurde er wegen "dekadenter künstlerischer Auffassungen" exmatrikuliert. Ein weiteres Studium in West-Berlin konnte er wegen des Mauerbaus nicht abschließen.

In den Jahren der Teilung machte sich Hussel in der DDR mit seinen Buchillustrationen und Grafiken einen Namen. Insgesamt zeichnete er für 130 Bücher, darunter Werke von Alfred Jarry, Hermann Harry Schmitz, Adolph Freiherr von Knigge, Arthur Schnitzler und Stefan Heym. Außerdem arbeitete er für die Zeitschrift Sybille. Nach der Wiedervereinigung gründete er seinen eigenen Buchkunst-Verlag, die Dronte-Presse, und arbeitete als freier Künstler in Berlin.

Benedikt Erenz würdigte Hussel in der ZEIT als "einen der letzten Großen aus der Brigade der genialen Nonkonformisten in der DDR". Er sei "ein verzaubernder Erzähler" von "Handtellerdramen". Der Tagesspiegel bezeichnete den Künstler als "ersten und letzten Dadaisten der DDR" und als zärtlichen Seismografen mit dem Stift in der Hand.

Hussel starb am 18. November im Alter von 83 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit in einem Berliner Hospiz.