Das Millionen-Defizit der Kunstausstellung documenta 14 ist allein am Standort Athen entstanden. Das teilte die Stadt Kassel nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit. Für die voraussichtlich fehlenden 5,4 Millionen Euro bürgen die Stadt und das Land Hessen. Zwischenzeitlich hatte der renommierten Ausstellung die Insolvenz gedroht.

Die documenta hatte in diesem Jahr zum ersten Mal an zwei Standorten gleichzeitig stattgefunden. Während die Kosten in Kassel dem geplanten Budget entsprachen, habe man sich am Standort Athen mit Personal-, Transport-, Raum- und Sicherheitspersonalkosten übernommen, hieß es. Finanzielle Unregelmäßigkeiten habe es nicht gegeben, sagte die Geschäftsführerin der documenta, Annette Kulenkampff, bereits im Oktober der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Ein externes Beratungsunternehmen soll jetzt prüfen, ob der Fehler in der Struktur der documenta lag.

In Kassel verlor die diesjährige documenta im Vergleich zur letzten Ausstellung mit 850.000 Menschen einige Tausend Besucher. In Athen kamen knapp 340.000. Der künstlerische Leiter der Ausstellung, Adam Szymczyk, sagte im Gespräch mit dem Magazin Monopol, er halte die Aufregung über den Fehlbetrag für übertrieben. "Wenn jemand die documenta für gescheitert hält, finde ich das auch in Ordnung. Ich habe kein Problem mit dem Scheitern."

Die documenta 15 soll vom 18. Juni bis zum 25. September 2022 stattfinden.