Eklat um Dissidenten-Autoren Frankfurter Buchmesse räumt Fehler ein

Selbstkritik aus Frankfurt: Der Leiter der Buchmesse hält die Kompromisse mit den Chinesen für unnötig. Nun freue man sich auf die beiden Autoren.

Der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Juergen Boos, räumte unnötige Kompromisse bei der Planung des Symposiums China und die Welt ein. Nun freue er sich aber über die Teilnahme der beiden Dissidenten-Autoren Dai Qing und Bei Ling, die zuvor auf Betreiben der chinesischen Behörden von der Liste der Redner gestrichen worden waren.

Beide Schriftsteller sind dennoch nach Frankfurt gereist. In welcher Form die beiden Autoren an der Tagung teilnehmen werden, blieb zunächst unklar. "Ich bin ziemlich sicher, dass sie die Gelegenheit haben werden zu sprechen", sagte der Projektleiter der Buchmesse, Peter Ripken. Boos dagegen geht offenbar von einem aktiven Mitwirken der Dissidenten aus und erwartet somit "einen intensiven Diskurs".

Anzeige

Unklar bleibt die Haltung Chinas. Aus Peking kamen zuletzt mäßigende Töne. So sah ein Mitarbeiter der zuständigen chinesischen Verwaltung für Presse und Publikationen (GAPP) wenig Grund zur Aufregung. "Unsere Leute sind bereits in Frankfurt, um an dem Symposium teilzunehmen, insofern ist es keine große Sache", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Die chinesische Seite habe ausgezeichnete Experten und bekannte Schriftsteller wie Mo Yan nach Frankfurt geschickt. "Im Vergleich zu Mo Yan sind Dai Qing und Bei Ling nicht berühmt", sagte er. Für Projektleiter Ripken dagegen hänge ein Boykott "immer noch in der Luft".

Die Umweltaktivistin Dai Qing kündigte nach ihrer Ankunft in Frankfurt am Freitagnachmittag an, sie wolle den "Machtmissbrauch" der chinesischen Behörden zum Thema auf dem Symposium machen. "Ich habe nichts zu verlieren", sagte die 68-Jährige auf die Frage, ob sie nun Repressionen in ihrer Heimat fürchte. Man habe ihr bis auf die Staatsbürgerschaft praktisch alles genommen.

Vor ihrem Abflug aus Peking hatte es für Dai Qing neue Probleme gegeben: Ihr Flugticket war trotz doppelter Bestätigung am Vortag mit dem Reisebüro auf rätselhafte Weise storniert worden. Die 68-Jährige kaufte sich ein neues Ticket und konnte in letzter Minute doch einen Platz an Bord der Flugmaschine bekommen.

Der in Boston lebende Bei Ling sagte, er sei traurig über die Vorgänge um das Symposium. Bisher habe die Frankfurter Buchmesse für ihn immer auch für Meinungsfreiheit gestanden.

 
Leser-Kommentare
    • TDU
    • 11.09.2009 um 21:12 Uhr

    Nachher kann sich jeder entschuldigen, aber seit je her haben die deutschen Intellektuellen und Kulturschaffenden Probleme mit Freiheit oder Ruhe (siehe z. B. Prag oder Solidarnosc). Aber ich will gar nicht verurteilen, denn so einfach sind die Verhältnisse nicht, und ich bin sicher nicht der einzige, für den sie das nie waren. Nur sollte man dann auch den oft kommpromisslos vertretenen moralischen Anspruch mal im Hintergrund lassen, bemerken dass die Globalisierung auch im Kulturbereich angekommen ist und sich darüber ein paar ernsthafte Gedanken machen. (Übrigens, wo hört man denn den Klang der Trommel).

    • Xu Pei
    • 11.09.2009 um 21:50 Uhr

    Mir ist Mo Yan bekannt als geschädigter Bauernsohn, der bei der Armee der KP Chinas als Propagandist hochgedient hat.

    Es ist kein Wunder, wenn der Vertreter der Gewalttäterliteratur unter der Führung der KP Chinas im Interview behauptet, „Heute schreiben wir, wie wir wollen: über die Politik und die Gesellschaft, das Leben und die Liebe, Gewalt und Sex“.

    • ziyou
    • 11.09.2009 um 22:25 Uhr

    "Der Leiter der Buchmesse hält die Kompromisse mit den Chinesen für unnötig. Nun freue man sich auf die beiden Autoren."

    was heisst denn DEN CHINESEN?!
    Welchen denn?!?!

    Wer denkt, dass China bzw. die chin. Bevölkerung noch immer eine graue Masse wäre, die keine eigene Meinung haben würden, der kennt das aktl. China nicht.

    Und wer denkt, dass die chin. Regierung eine homogene Gruppe wäre, die keine Streitkultur hätten, der verkannt die chin. Politik. Die unterschiedliche "Strömmungen" innerhalb der KP sind möglicherweise viel unterschiedlicher als manchen Parteien in D-Land.

    Solche undifferenzierte Formulierung wie "die Chinesen" finde ich persönlich für absolut falsch. Was würden Sie, liebe Deutsche Freunden, denken, wenn wir Chinesen einfach sagen/schreiben würden:
    DIE deutschen bombardieren in fernen Länder und toten Zivilisten?!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • TDU
    • 11.09.2009 um 23:18 Uhr

    Vermutlich meinte er die Vetreter der Strömung, die ihm geraten haben, die beiden Redner nicht auftreten zu lassen, anderenfalls China die Buchmesse boykottieren würde. Die Formulierung war natürlich zu schlampig angesichts des Sachverhalts.

    Zum wiederholten Vorwurf, alle Kritik resultiere aus Unkenntnis der chinesischen Verhältnisse. Wie lange muss ich mich denn mit China bzw. den unterschiedlichen Strömungen in der KP beschäftigt haben, um zu verstehen und vor allem akzeptieren zu können, warum Schriftsteller im Gefängnis sind, und warum Dai Quing und Bei Ling nicht auftreten sollten?.

    • RobJir
    • 12.09.2009 um 1:23 Uhr

    Sie haben aus Ihrer Kleinlichkeit heraus überreagiert...
    Man kann doch deutlich erkennen, was gemeint ist.
    Jeder schriftliche Text lässt Freiraum für Interpretationen, oder warum meinen Sie, verbringen Juristen so viel Zeit damit, Gesetze zu formulieren? Richtig, um den Interpretationsspielraum so klein wie möglich zu halten...
    Und dazu, dass wir Zivilisten in fernen Ländern bombadieren würden: Das stimmt, die Mehrheit ist dagegen, jedoch zählt primär bei einer moralischen Tat stets die Intention, nicht das Ergebnis. (Kant könnte Ihnen das sicherlich ausführlicher erklären als ich, aber das hier ist die Kernthese)
    Die Bundeswehr ist in Afghanistan - ich nehm jetzt mal an sie wollten darauf hinaus - um dort Wiederaufbau zu leisten.

    Fakt ist z. Zt. sind in der Volksrepublik China über 50 SchriftstellerkollegInnen im Gefängnis mit Höchststrafen von bis zu 20 Jahren ( das sind nur die bekannten Fälle, die Dunkelziffer liegt bedeutend höher ) Quelle: Writers in Prison Komitte des P.E.N. London )

    Jedesmal sind es ein paar Worte, die diejenigen, die sie veröffentlicht haben oder auch nicht, das Leben kosten, die Freiheit, die körperlich und seelische Unversehrtheit.

    Da ist z. B. Nuruhemmet Yasin, ein Schriftsteller der uigurischen Minderheit, der u. a. eine Kurzgeschichte " Wildtaube " veröffentlichte, in der die Ich- Erzählerin, eine junge Taube, von Menschen gefangen in einen Käfig gesperrt wird und lieber Selbstmord begeht, als ihre Freiheit aufzugeben........
    Diese Erzählung, mehrfach Preisgekrönt, brachte Yasin 10 Jahre Haft ein, in einem Prozess hinter verschlossenen Türen, wegen " Anstiftung zum uigurischen Seperatismus " ! Bis heute wurde ihm jeglicher Besuch seiner Angehörigen im Gefängnis untersagt und ein Land, das so mit seinen Schriftstellern und Autoren umgeht, will hier auf der Buchmesse, wohlgemerkt, als Gastland ! Bedingungen stellen und für die FREIHEIT DES Wortes sprechen

    Das ist der aktuelle Umgang der Führung der VR China mit seinen Autoren 2009.

    • TDU
    • 11.09.2009 um 23:18 Uhr

    Vermutlich meinte er die Vetreter der Strömung, die ihm geraten haben, die beiden Redner nicht auftreten zu lassen, anderenfalls China die Buchmesse boykottieren würde. Die Formulierung war natürlich zu schlampig angesichts des Sachverhalts.

    Zum wiederholten Vorwurf, alle Kritik resultiere aus Unkenntnis der chinesischen Verhältnisse. Wie lange muss ich mich denn mit China bzw. den unterschiedlichen Strömungen in der KP beschäftigt haben, um zu verstehen und vor allem akzeptieren zu können, warum Schriftsteller im Gefängnis sind, und warum Dai Quing und Bei Ling nicht auftreten sollten?.

    • RobJir
    • 12.09.2009 um 1:23 Uhr

    Sie haben aus Ihrer Kleinlichkeit heraus überreagiert...
    Man kann doch deutlich erkennen, was gemeint ist.
    Jeder schriftliche Text lässt Freiraum für Interpretationen, oder warum meinen Sie, verbringen Juristen so viel Zeit damit, Gesetze zu formulieren? Richtig, um den Interpretationsspielraum so klein wie möglich zu halten...
    Und dazu, dass wir Zivilisten in fernen Ländern bombadieren würden: Das stimmt, die Mehrheit ist dagegen, jedoch zählt primär bei einer moralischen Tat stets die Intention, nicht das Ergebnis. (Kant könnte Ihnen das sicherlich ausführlicher erklären als ich, aber das hier ist die Kernthese)
    Die Bundeswehr ist in Afghanistan - ich nehm jetzt mal an sie wollten darauf hinaus - um dort Wiederaufbau zu leisten.

    Fakt ist z. Zt. sind in der Volksrepublik China über 50 SchriftstellerkollegInnen im Gefängnis mit Höchststrafen von bis zu 20 Jahren ( das sind nur die bekannten Fälle, die Dunkelziffer liegt bedeutend höher ) Quelle: Writers in Prison Komitte des P.E.N. London )

    Jedesmal sind es ein paar Worte, die diejenigen, die sie veröffentlicht haben oder auch nicht, das Leben kosten, die Freiheit, die körperlich und seelische Unversehrtheit.

    Da ist z. B. Nuruhemmet Yasin, ein Schriftsteller der uigurischen Minderheit, der u. a. eine Kurzgeschichte " Wildtaube " veröffentlichte, in der die Ich- Erzählerin, eine junge Taube, von Menschen gefangen in einen Käfig gesperrt wird und lieber Selbstmord begeht, als ihre Freiheit aufzugeben........
    Diese Erzählung, mehrfach Preisgekrönt, brachte Yasin 10 Jahre Haft ein, in einem Prozess hinter verschlossenen Türen, wegen " Anstiftung zum uigurischen Seperatismus " ! Bis heute wurde ihm jeglicher Besuch seiner Angehörigen im Gefängnis untersagt und ein Land, das so mit seinen Schriftstellern und Autoren umgeht, will hier auf der Buchmesse, wohlgemerkt, als Gastland ! Bedingungen stellen und für die FREIHEIT DES Wortes sprechen

    Das ist der aktuelle Umgang der Führung der VR China mit seinen Autoren 2009.

    • TDU
    • 11.09.2009 um 23:18 Uhr

    Vermutlich meinte er die Vetreter der Strömung, die ihm geraten haben, die beiden Redner nicht auftreten zu lassen, anderenfalls China die Buchmesse boykottieren würde. Die Formulierung war natürlich zu schlampig angesichts des Sachverhalts.

    Zum wiederholten Vorwurf, alle Kritik resultiere aus Unkenntnis der chinesischen Verhältnisse. Wie lange muss ich mich denn mit China bzw. den unterschiedlichen Strömungen in der KP beschäftigt haben, um zu verstehen und vor allem akzeptieren zu können, warum Schriftsteller im Gefängnis sind, und warum Dai Quing und Bei Ling nicht auftreten sollten?.

    Antwort auf "DEN Chinesen?"
    • RobJir
    • 12.09.2009 um 1:23 Uhr

    Sie haben aus Ihrer Kleinlichkeit heraus überreagiert...
    Man kann doch deutlich erkennen, was gemeint ist.
    Jeder schriftliche Text lässt Freiraum für Interpretationen, oder warum meinen Sie, verbringen Juristen so viel Zeit damit, Gesetze zu formulieren? Richtig, um den Interpretationsspielraum so klein wie möglich zu halten...
    Und dazu, dass wir Zivilisten in fernen Ländern bombadieren würden: Das stimmt, die Mehrheit ist dagegen, jedoch zählt primär bei einer moralischen Tat stets die Intention, nicht das Ergebnis. (Kant könnte Ihnen das sicherlich ausführlicher erklären als ich, aber das hier ist die Kernthese)
    Die Bundeswehr ist in Afghanistan - ich nehm jetzt mal an sie wollten darauf hinaus - um dort Wiederaufbau zu leisten.

    Antwort auf "DEN Chinesen?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • ziyou
    • 12.09.2009 um 9:44 Uhr

    Zitat "Die Bundeswehr ist in Afghanistan ... um dort Wiederaufbau zu leisten."

    Und Fr. Kanzler verbittet sich Kritik. Alles klar. Hat zwar mit Frankfurter Buchmesse nicht zu tun, aber o.k.

    Wer sich für China interessiert, kann ruhig einpaar Artikel von China Kenner lesen.

    http://www.kas.de/proj/ho...

    http://www.kas.de/proj/ho...

    http://www.zeit.de/2008/3...
    http://www.freitag.de/200...

    • ziyou
    • 12.09.2009 um 9:44 Uhr

    Zitat "Die Bundeswehr ist in Afghanistan ... um dort Wiederaufbau zu leisten."

    Und Fr. Kanzler verbittet sich Kritik. Alles klar. Hat zwar mit Frankfurter Buchmesse nicht zu tun, aber o.k.

    Wer sich für China interessiert, kann ruhig einpaar Artikel von China Kenner lesen.

    http://www.kas.de/proj/ho...

    http://www.kas.de/proj/ho...

    http://www.zeit.de/2008/3...
    http://www.freitag.de/200...

    • ziyou
    • 12.09.2009 um 9:44 Uhr

    Zitat "Die Bundeswehr ist in Afghanistan ... um dort Wiederaufbau zu leisten."

    Und Fr. Kanzler verbittet sich Kritik. Alles klar. Hat zwar mit Frankfurter Buchmesse nicht zu tun, aber o.k.

    Wer sich für China interessiert, kann ruhig einpaar Artikel von China Kenner lesen.

    http://www.kas.de/proj/ho...

    http://www.kas.de/proj/ho...

    http://www.zeit.de/2008/3...
    http://www.freitag.de/200...

    Antwort auf "Sie haben aus Ihrer"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • hede
    • 12.09.2009 um 14:24 Uhr

    Wenn die Kanzlerin sich Kritik und Vorverurteilungen verbittet, bevor die Untersuchungen abgeschlossen sind, ist das eine Sache.

    Allerdings wird trotzdem fleissig kritisiert und kein Kritiker wurde bisher verfolgt oder eingesperrt. Es wurden auch keine kritischen Artikel zensiert.

    Wenn Sie über den Afghanistaneinsatz diskutieren wollen, dann können Sie das bei den entsprechenden Artikeln gerne tun. HIER kann man nämlich die Regierung kritisieren, ohne Verfolgung fürchten zu müssen.

    Nur benutzen Sie nicht ständig jeden evtl. Fehler unserer Regierung um von der völlig fehlenden Meinungsfreiheit und der Verfolgung von Kritikern in China abzulenken.

    Volksrepublik China, die sich zu jeder sich bietenden Gelegenheit " Einmischungen in die Inneren Angelegenheiten Chinas " verbittet ? !
    Warum soll die Bundeskanzlerin nicht auch einmal sagen können das sie sich Kritik verbittet !
    Ihre Kritik richten sie wieder einmal an die falsche Adresse.

    zí you, Ihre Einlassungen geben immer wieder Anlass zum schmunzeln ... oder zum heulen. Die Bundeskanzlerin ... Was Sie schreiben deutet auf eine hochselektive Ausblendung der Wirklichkeit hin oder auf die Ihnen aus dem Harmonieministerium übertragene Aufgabe, mittels Rückweisung von Kritik an Ihrem gelobten Land hier Boden zu beackern, den die Auguren in Peking im eigenen Land als verbrannte Erde hinterlassen.
    Als Frau Merkel den Dalai Lame ins Kanzleramt eingeladen hatte, verbaten sich die Diktatoren der kom. Partei dies als Einmischung in die inneren Angelegenheiten! Welch eine ungeheuerliche Heuchelei treibt eigentlich Ihre Regierung? Diese erdreistet sich, die Veranstalter der Buchmesse zu nötigen, zu erpressen ihr missliebige Künstler auszuladen, da sie die Veranstalter ansonten durch Abwesenheit bestrafen würde. Vor gut 1 Stunde hörte ich, dass beim Auftritt eines der verfemten Künstler die offizielle Delegation des einzigen Kulturlandes der Erde, Zhong Guo, den Veranstaltungsraum geschlossen verlassen hätte. In einem Ihrer Kommentare steht etwas von verschiedenen Strömungen usw. usf.
    Sind Sie sich, sind die Mitglieder der Delegation sich darüber im Klaren, in welch unglaublicher Weise sie sich hier, in unserem Lande, lächerlich machen. Diese Pimpelhuber meinen, Harmonie mittels Bestrafung des Auditoriums durch Abwesenheit herstellen zu können, ihr Gesicht wahren zu können. Aber, zí you, diese haben heute ihr Gesicht verloren - vor dem deutchen Volk.
    Kuni

    • hede
    • 12.09.2009 um 14:24 Uhr

    Wenn die Kanzlerin sich Kritik und Vorverurteilungen verbittet, bevor die Untersuchungen abgeschlossen sind, ist das eine Sache.

    Allerdings wird trotzdem fleissig kritisiert und kein Kritiker wurde bisher verfolgt oder eingesperrt. Es wurden auch keine kritischen Artikel zensiert.

    Wenn Sie über den Afghanistaneinsatz diskutieren wollen, dann können Sie das bei den entsprechenden Artikeln gerne tun. HIER kann man nämlich die Regierung kritisieren, ohne Verfolgung fürchten zu müssen.

    Nur benutzen Sie nicht ständig jeden evtl. Fehler unserer Regierung um von der völlig fehlenden Meinungsfreiheit und der Verfolgung von Kritikern in China abzulenken.

    Volksrepublik China, die sich zu jeder sich bietenden Gelegenheit " Einmischungen in die Inneren Angelegenheiten Chinas " verbittet ? !
    Warum soll die Bundeskanzlerin nicht auch einmal sagen können das sie sich Kritik verbittet !
    Ihre Kritik richten sie wieder einmal an die falsche Adresse.

    zí you, Ihre Einlassungen geben immer wieder Anlass zum schmunzeln ... oder zum heulen. Die Bundeskanzlerin ... Was Sie schreiben deutet auf eine hochselektive Ausblendung der Wirklichkeit hin oder auf die Ihnen aus dem Harmonieministerium übertragene Aufgabe, mittels Rückweisung von Kritik an Ihrem gelobten Land hier Boden zu beackern, den die Auguren in Peking im eigenen Land als verbrannte Erde hinterlassen.
    Als Frau Merkel den Dalai Lame ins Kanzleramt eingeladen hatte, verbaten sich die Diktatoren der kom. Partei dies als Einmischung in die inneren Angelegenheiten! Welch eine ungeheuerliche Heuchelei treibt eigentlich Ihre Regierung? Diese erdreistet sich, die Veranstalter der Buchmesse zu nötigen, zu erpressen ihr missliebige Künstler auszuladen, da sie die Veranstalter ansonten durch Abwesenheit bestrafen würde. Vor gut 1 Stunde hörte ich, dass beim Auftritt eines der verfemten Künstler die offizielle Delegation des einzigen Kulturlandes der Erde, Zhong Guo, den Veranstaltungsraum geschlossen verlassen hätte. In einem Ihrer Kommentare steht etwas von verschiedenen Strömungen usw. usf.
    Sind Sie sich, sind die Mitglieder der Delegation sich darüber im Klaren, in welch unglaublicher Weise sie sich hier, in unserem Lande, lächerlich machen. Diese Pimpelhuber meinen, Harmonie mittels Bestrafung des Auditoriums durch Abwesenheit herstellen zu können, ihr Gesicht wahren zu können. Aber, zí you, diese haben heute ihr Gesicht verloren - vor dem deutchen Volk.
    Kuni

  1. Fakt ist z. Zt. sind in der Volksrepublik China über 50 SchriftstellerkollegInnen im Gefängnis mit Höchststrafen von bis zu 20 Jahren ( das sind nur die bekannten Fälle, die Dunkelziffer liegt bedeutend höher ) Quelle: Writers in Prison Komitte des P.E.N. London )

    Jedesmal sind es ein paar Worte, die diejenigen, die sie veröffentlicht haben oder auch nicht, das Leben kosten, die Freiheit, die körperlich und seelische Unversehrtheit.

    Da ist z. B. Nuruhemmet Yasin, ein Schriftsteller der uigurischen Minderheit, der u. a. eine Kurzgeschichte " Wildtaube " veröffentlichte, in der die Ich- Erzählerin, eine junge Taube, von Menschen gefangen in einen Käfig gesperrt wird und lieber Selbstmord begeht, als ihre Freiheit aufzugeben........
    Diese Erzählung, mehrfach Preisgekrönt, brachte Yasin 10 Jahre Haft ein, in einem Prozess hinter verschlossenen Türen, wegen " Anstiftung zum uigurischen Seperatismus " ! Bis heute wurde ihm jeglicher Besuch seiner Angehörigen im Gefängnis untersagt und ein Land, das so mit seinen Schriftstellern und Autoren umgeht, will hier auf der Buchmesse, wohlgemerkt, als Gastland ! Bedingungen stellen und für die FREIHEIT DES Wortes sprechen

    Das ist der aktuelle Umgang der Führung der VR China mit seinen Autoren 2009.

    Antwort auf "DEN Chinesen?"
    • hede
    • 12.09.2009 um 14:24 Uhr

    Wenn die Kanzlerin sich Kritik und Vorverurteilungen verbittet, bevor die Untersuchungen abgeschlossen sind, ist das eine Sache.

    Allerdings wird trotzdem fleissig kritisiert und kein Kritiker wurde bisher verfolgt oder eingesperrt. Es wurden auch keine kritischen Artikel zensiert.

    Wenn Sie über den Afghanistaneinsatz diskutieren wollen, dann können Sie das bei den entsprechenden Artikeln gerne tun. HIER kann man nämlich die Regierung kritisieren, ohne Verfolgung fürchten zu müssen.

    Nur benutzen Sie nicht ständig jeden evtl. Fehler unserer Regierung um von der völlig fehlenden Meinungsfreiheit und der Verfolgung von Kritikern in China abzulenken.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service