China Aus den Innereien einer DiktaturSeite 2/2
Er berichtet von geheimen Abtreibungen auf seinen Toiletten, von versuchten Vergewaltigungen, von einer verrohten Gesellschaft. So etwas wollen die Mächtigen in Peking ebensowenig hören, wie Berichte über Professoren, die während der Kulturrevolution, Maos großer Hatz auf die Geisteselite, gezwungen wurden, die Aborte zu reinigen. Liao Yiwu lässt den einfachen Klomann von großen Ungerechtigkeiten erzählen – "in China ist ein Leben ja nicht viel wert", klagt der Alte.
Er und die anderen Gesprächspartner, der Dissident, der Mörder, der Aufrührer, der wegen seines Glaubens misshandelte Mönch, der angeblich Lepra-Kranke, das Opfer der Bodenreform, der illegale Wanderer – sie alle prangern die Missstände im Land an.

Liao Yiwu spielt mit der feinen Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Er rekonstruiert die Gespräche aus dem Gedächtnis, aus echten Menschen werden literarische Figuren, doch das macht ihre Aussagen nicht weniger eindringlich. Mehr als 300 Menschen hat er bislang interviewt, Liao Yiwu wurde zu einem Sammler, zu einem Chronisten der Abgründe Chinas. Die Unterschicht, die Menschen im Schatten, haben es Liao Yiwu angetan, weil er selbst sehr einfach aufwuchs. Sein Vater war Lehrer und wurde als Konterrevolutionär verfolgt. Die Eltern ließen sich scheiden, um den Sohn zu schützen. Er wuchs ohne Vater auf, hatte eine harte Kindheit.
Nach der Schule reiste Liao Yiwu als Koch durchs Land und arbeitete als Fernfahrer. In den 80er-Jahren begann er zu schreiben und seine Gedichte in Literaturzeitungen und Untergrundblättern zu veröffentlichen. Gedichte, in denen er das System kritisierte, brachten ihm Hausdurchsuchungen und erste Festnahmen ein. Dennoch schrieb Liao Yiwu weiter politische Texte: Im Jahr 1989 veröffentlichte er sein Gedicht Massaker, das die Niederschlagung der Studentenrevolte beschrieb. Da er keine Möglichkeit sah, es drucken zu lassen, sprach Liao Yiwu das Gedicht auf Tonband. Über den Untergrund verbreitete sich die Aufnahme im ganzen Land. Liao Yiwu wurde daraufhin verhaftet, misshandelt und vier Jahre lang eingesperrt. Im Gefängnis lernte er das Flötenspiel und schlägt sich heute offiziell als Wandermusiker durch. Da er keine städtische Wohnerlaubnis erhält, muss er in der Provinz leben.
Die Repressionen des Regimes gegen den kritischen Literaten halten an. 2007 wollte der unabhängige chinesische PEN-Club Liao Yiwu mit einem Preis ehren, die chinesische Regierung verhinderte die Verleihung. Im Frühjahr dieses Jahres versuchte Liao Yiwu nach Australien zu reisen, um eine Auszeichnung entgegenzunehmen. Ihm wurde jedoch die Ausreise verboten. Und auch sein Besuch der Frankfurter Buchmesse bleibt trotz internationalen Protests gegen das erneute Ausreiseverbot sehr unwahrscheinlich. Chinesische Behörden haben bereits angekündigt, dass der kritische Autor im Oktober nicht das Land verlassen dürfe.
- Datum 01.03.2010 - 09:12 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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The truth is that only the West wants to read such literature.
Does the basis of Western critique has made the world a better place?
It just sells promises without solutions. It should rather stop doing Christian missionary work in China's countryside.
Any society has its bad sides, but Western liberal-democracy capitalism and individualism do not resolve China's problems.
What about resolving issues? This always causes a problem with such hands-on sociology.
The West is just afraid that this will be the Asian century but w/o the rhetoric of individual freedom. Here people want to serve their families, hometowns, villages, and the nation-state.
Maybe quote other Chinese critics who differentiate better and who are even allowed to travel. There are many of them, and there are more think tanks in China than in the whole of Europe.
Cheers...
Dear tjinsz,
I am afraid you are missing the point. Maybe you didn't quite read the text but reciting reputedly anti-chinese opinions like a mantra.
- The worst thing an author can occur in the west is:
Nobody is interested about his works.
- The worst thing an author occurs in China is:
He will be oppressed, sent to jail, muzzled, or even worse.
So what is your fear?
It seems you didn't read that article or even understand what it says. There is no western involvement, this man who wrote those stories lives in china and can not publish his stories because he is censored by the dictation system there. Maybe you start reading one of those stories and see the suffering of your own ppl in those tragic lives. Then maybe you see all sites from your country and not only the one the communist allow you to see.
Dear tjinsz,
Thank you for your criticism. I think it is positive that you are a critical person, this exactly corresponds to the idea of "freedom of thoughts and speech".
However, I think it is important, that one is critical in an in- and external way. It is my believe, that if a system or state is robust enough, it is capable to tolerate all positive and negative criticism. This is also a sign of trust in its population being able to independently form a fair opinion. The German needed so much years to learn this, since they once uncritically did everything their "Führer" dictated (there was a slogan called "Führer befiehl wir folgen"). And somehow the same with the GDR where I was born in. I am happy to live now in system where I am able to say what I think and I don't want anybody else to think for me.
I would be happpy to know what you think about it!
All the best
Christina
Dear tjinsz,
I am afraid you are missing the point. Maybe you didn't quite read the text but reciting reputedly anti-chinese opinions like a mantra.
- The worst thing an author can occur in the west is:
Nobody is interested about his works.
- The worst thing an author occurs in China is:
He will be oppressed, sent to jail, muzzled, or even worse.
So what is your fear?
It seems you didn't read that article or even understand what it says. There is no western involvement, this man who wrote those stories lives in china and can not publish his stories because he is censored by the dictation system there. Maybe you start reading one of those stories and see the suffering of your own ppl in those tragic lives. Then maybe you see all sites from your country and not only the one the communist allow you to see.
Dear tjinsz,
Thank you for your criticism. I think it is positive that you are a critical person, this exactly corresponds to the idea of "freedom of thoughts and speech".
However, I think it is important, that one is critical in an in- and external way. It is my believe, that if a system or state is robust enough, it is capable to tolerate all positive and negative criticism. This is also a sign of trust in its population being able to independently form a fair opinion. The German needed so much years to learn this, since they once uncritically did everything their "Führer" dictated (there was a slogan called "Führer befiehl wir folgen"). And somehow the same with the GDR where I was born in. I am happy to live now in system where I am able to say what I think and I don't want anybody else to think for me.
I would be happpy to know what you think about it!
All the best
Christina
Dear tjinsz,
I am afraid you are missing the point. Maybe you didn't quite read the text but reciting reputedly anti-chinese opinions like a mantra.
- The worst thing an author can occur in the west is:
Nobody is interested about his works.
- The worst thing an author occurs in China is:
He will be oppressed, sent to jail, muzzled, or even worse.
So what is your fear?
Sehr geehrter Herr Liao Yiwu,
moegen Sie noch viele schoene, spannende, interessante, ekelhafte, regierungskritische, widerwaertige, obszoene, geheimnisvolle, hoffnungslose, unbeliebte, vaterlandsverachtende Geschichten aus dem Grossreich der Mitte schreiben. Wir alle - (und ich zuallererst) - warten voller Spannungen auf Ihre neuen literarischen Erzaehlungen. Wir bringen Ihnen grossen Respekt entgegen, weil Sie das tun, was Ihresgleichen niemals auch nur in Gedanken zu tun gewagt haetten und weil Sie das schaffen, was nur Wenige vor und nach Ihnen es zustande gebracht haetten; naemlich aus der sinkenden Masse als einzigartiges Individumm emporzuragen, um als Lyrischer Stern ueber jenes Kollektiv zunichte zu leuchten, welches vermeintlich zu wissen weisst, wo das literarische Gut in Freiheit gewogen liege und Wahrheit "zurechtgebogen" im Reich der Regierungs-Mitte wohnt.
Sollen "andere" wegen Ihrer Worte mit dem Gewehrkolben auf Sie einschlagen und eiserne Staebe ihren Alltag umgittern, so duerfen Sie eins nicht vergessen, naemlich (fuer mich) Ihre Floetemelodien fortan zu spielen, aufdass die Leere, die Einsamkeit, die Nichtigkeit in Raum und Zeit verblaest.
Sind Sie Poet, doch Lyriker, doch Prosaist, doch Literat - und da, wo Sie nicht duerfen, es dort zu sein? Sie nun eins wissen, dass auch die Welt nicht ohne Sie auskommt. Denn "Helden" hat sie immer wieder gebraucht und auch hervorgebracht - Helden wie "Sie" - so literarisch, so unsterblich!
Ich wuerde Liao Yiwu nicht als Held interpretieren wollen, sondern als jemand, der neben aller Propaganda, neben allen Pauschalisierungen und Banalisierungen den chinesischen Buerger zurueck ins Gedaechtnis zu ruecken versucht. Komplexe Lebensgeschichten oder Leidenswege resultieren hier in komplexen Wahrnehmungen der Gegenwart Chinas, welche die Schwierigkeiten der politischen Gestaltung Chinas andeuten. Liao Yiwu kommt das Verdienst zu, die sympathischen Seiten Chinas aufzuzeigen, sympathisch gerade in ihrem Antiheldentum. Es gibt ihn wirklich, den chinesischen Menschen, nicht nur als stilisierten, uebermenschlichen Heroen oder als Nummer in den Massen, die sonst immer vorgefuehrt werden (Olympia, Nationaltag, Expo 2010). Deshalb: bitte nicht noch ein Held.
Ich wuerde Liao Yiwu nicht als Held interpretieren wollen, sondern als jemand, der neben aller Propaganda, neben allen Pauschalisierungen und Banalisierungen den chinesischen Buerger zurueck ins Gedaechtnis zu ruecken versucht. Komplexe Lebensgeschichten oder Leidenswege resultieren hier in komplexen Wahrnehmungen der Gegenwart Chinas, welche die Schwierigkeiten der politischen Gestaltung Chinas andeuten. Liao Yiwu kommt das Verdienst zu, die sympathischen Seiten Chinas aufzuzeigen, sympathisch gerade in ihrem Antiheldentum. Es gibt ihn wirklich, den chinesischen Menschen, nicht nur als stilisierten, uebermenschlichen Heroen oder als Nummer in den Massen, die sonst immer vorgefuehrt werden (Olympia, Nationaltag, Expo 2010). Deshalb: bitte nicht noch ein Held.
It seems you didn't read that article or even understand what it says. There is no western involvement, this man who wrote those stories lives in china and can not publish his stories because he is censored by the dictation system there. Maybe you start reading one of those stories and see the suffering of your own ppl in those tragic lives. Then maybe you see all sites from your country and not only the one the communist allow you to see.
Dear tjinsz,
Thank you for your criticism. I think it is positive that you are a critical person, this exactly corresponds to the idea of "freedom of thoughts and speech".
However, I think it is important, that one is critical in an in- and external way. It is my believe, that if a system or state is robust enough, it is capable to tolerate all positive and negative criticism. This is also a sign of trust in its population being able to independently form a fair opinion. The German needed so much years to learn this, since they once uncritically did everything their "Führer" dictated (there was a slogan called "Führer befiehl wir folgen"). And somehow the same with the GDR where I was born in. I am happy to live now in system where I am able to say what I think and I don't want anybody else to think for me.
I would be happpy to know what you think about it!
All the best
Christina
Ich wuerde Liao Yiwu nicht als Held interpretieren wollen, sondern als jemand, der neben aller Propaganda, neben allen Pauschalisierungen und Banalisierungen den chinesischen Buerger zurueck ins Gedaechtnis zu ruecken versucht. Komplexe Lebensgeschichten oder Leidenswege resultieren hier in komplexen Wahrnehmungen der Gegenwart Chinas, welche die Schwierigkeiten der politischen Gestaltung Chinas andeuten. Liao Yiwu kommt das Verdienst zu, die sympathischen Seiten Chinas aufzuzeigen, sympathisch gerade in ihrem Antiheldentum. Es gibt ihn wirklich, den chinesischen Menschen, nicht nur als stilisierten, uebermenschlichen Heroen oder als Nummer in den Massen, die sonst immer vorgefuehrt werden (Olympia, Nationaltag, Expo 2010). Deshalb: bitte nicht noch ein Held.
Ja! Das ist "wahr", was Sie geschrieben haben. Der Begriff "Held" laesst heutzutage viele Interpretationsmoeglichkeiten zu, zumal politische Hintergrunderscheinungen und kulturelle Gesamtzusammenhaenge darueber reflektieren, in welcher Komplexitaet gesamtkontextuelle Deutungen dieses Begriffs interpretiert werden koennen. So ist zum Beispiel der einfache Soldat, der aus den ehemaligen Kriegsgebieten heimkehrend, in seinem Heimatort als "Held" gefeiert wurde, fuer unsere heutigen Interpretationswahrnehmungen laengst "ueberholt". Im Gegensatz dazu aber koennen "literarische Helden" fuer meine "subjektiven" Wahrnehmungsempfindungen niemals als "veralterten" Begriff gedeutet werden, selbst wenn nach der Stilisierung des "Heldentums" damit so komplexe, kulturelle Wahrnehmungsunterschiede verbunden werden.
Ja! Das ist "wahr", was Sie geschrieben haben. Der Begriff "Held" laesst heutzutage viele Interpretationsmoeglichkeiten zu, zumal politische Hintergrunderscheinungen und kulturelle Gesamtzusammenhaenge darueber reflektieren, in welcher Komplexitaet gesamtkontextuelle Deutungen dieses Begriffs interpretiert werden koennen. So ist zum Beispiel der einfache Soldat, der aus den ehemaligen Kriegsgebieten heimkehrend, in seinem Heimatort als "Held" gefeiert wurde, fuer unsere heutigen Interpretationswahrnehmungen laengst "ueberholt". Im Gegensatz dazu aber koennen "literarische Helden" fuer meine "subjektiven" Wahrnehmungsempfindungen niemals als "veralterten" Begriff gedeutet werden, selbst wenn nach der Stilisierung des "Heldentums" damit so komplexe, kulturelle Wahrnehmungsunterschiede verbunden werden.
Ja! Das ist "wahr", was Sie geschrieben haben. Der Begriff "Held" laesst heutzutage viele Interpretationsmoeglichkeiten zu, zumal politische Hintergrunderscheinungen und kulturelle Gesamtzusammenhaenge darueber reflektieren, in welcher Komplexitaet gesamtkontextuelle Deutungen dieses Begriffs interpretiert werden koennen. So ist zum Beispiel der einfache Soldat, der aus den ehemaligen Kriegsgebieten heimkehrend, in seinem Heimatort als "Held" gefeiert wurde, fuer unsere heutigen Interpretationswahrnehmungen laengst "ueberholt". Im Gegensatz dazu aber koennen "literarische Helden" fuer meine "subjektiven" Wahrnehmungsempfindungen niemals als "veralterten" Begriff gedeutet werden, selbst wenn nach der Stilisierung des "Heldentums" damit so komplexe, kulturelle Wahrnehmungsunterschiede verbunden werden.
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