Urheberrechte US-Regierung fordert Änderungen im Google-Buchgeschäft
Google will das Wissen der Welt digitalisieren. Millionen Bücher hat der Internetriese bereits eingescannt. Nun bekommt der Konzern Gegenwind vom US-Justizministerium.
© Justin Sullivan/Getty Images

Google will die Bücher aus den verstaubten Regalen holen und "das Wissen der Welt" in einer riesigen Online-Bibliothek erfassen
Der Internetkonzern Google darf Bücher von Universiäten und Büchereien weltweit digitalisieren und ins Netz stellen - vorausgesetzt, er zahlt den Autoren einen einmaligen Betrag und anschließend regelmäßig Tantiemen. Umstritten ist jedoch der Umgang mit jenen Büchern, deren Rechteinhaber nicht mehr zu ermitteln sind. Eine entsprechende Vereinbarung wird derzeit vor einem US-Gericht verhandelt.
Am Freitag mischte sich nun das amerikanische Justizministerium in den Fall ein und rief das zuständige Gericht auf, die Vereinbarung abzulehnen. Grund seien unter anderem Urheberrechts- und Wettbewerbs-Bedenken, hieß es in einer Stellungnahme. Washington sei zwar nicht grundsätzlich gegen den Buch-Deal von Google, doch müssten Einwände ausländischer Autoren und Verleger zuvor geprüft und ein Zugang zu den Büchern auch für Google-Wettbewerber möglich gemacht werden.
Einspruch gegen die Google-Vereinbarung haben unter anderem deutsche Autoren und Verleger in New York eingereicht. Sie befürchten, dass ihre Urheberrechte durch den Deal verletzt werden könnten. Mehrere Google-Wettbewerber wie Amazon und auch europäische Verleger und Politiker warnen nachdrücklich vor einer Monopol-Stellung für Google.
Bundesregierung unterstützt Einspruch der Verlage
Interessenverbände hatten Google bereits 2005 wegen Urheberrechtsverletzung angeklagt, nachdem Google sieben Millionen Bücher eingescannt hatte – ohne Autoren und Verlage zu fragen. Drei Jahre später, im Oktober 2008, einigten sich die Streitparteien auf einen Vergleich. Nach der Vereinbarung darf der Internetkonzern gegen Zahlung von 125 Millionen Dollar Bücher weltweit digitalisieren und ins Netz stellen. Die betroffenen Autoren würden einmalig 60 Dollar und anschließend regelmäßig Tantiemen erhalten.
Die Bundesregierung unterstützt die deutschen Verlage bei ihrem Kampf um ihre Urheberrechte. "Wir hoffen, dass das New Yorker Gericht die Billigung des Vergleichs insgesamt ablehnt oder zumindest unsere deutschen Autoren und Verleger (...) herausnimmt, damit die Folgen des Vergleichs sie nicht treffen. Die deutschen Rechtsinhaber könnten dann selbst entscheiden, ob und welche Rechte sie Google einräumen", sagte Justizministerin Brigitte Zypries (SPD). In einem Brief an das Gericht hatte sie die Einwände der Bundesregierung dargelegt.
Mit der Vereinbarung könnten jedoch wichtige Weichen für die Zukunft des Buchgeschäfts gestellt werden. Digitalisierte Bücher werden in Zeiten elektronische Lesegeräte in den kommenden Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen.
- Datum 19.09.2009 - 12:16 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 7
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Mir scheint, dass hier vor allem gegen die Demokratisierung des Wissens gewettert wird. Google hat sich quasi vom Untergrund hochgerappelt, an den strikten Tabuzonen der Hocheliten vorbei, und das darf nicht sein!
Ich stimme hier mal voll zu! Google hat den Umgang mit Wissen verändert, als deutscher Student muss man noch viele Bücher teuer kaufen, als amerikanischer geh ich zu google.
Bücher sind teuer und google macht es möglich, dass alle von dem Wissen profitieren. Es wäre mal nett zu vergleichen, ob es gegen den Buchdruck nicht die gleichen Einwände gab ;-)
Nur ein Monopol ist zu vermeiden.
Ich stimme hier mal voll zu! Google hat den Umgang mit Wissen verändert, als deutscher Student muss man noch viele Bücher teuer kaufen, als amerikanischer geh ich zu google.
Bücher sind teuer und google macht es möglich, dass alle von dem Wissen profitieren. Es wäre mal nett zu vergleichen, ob es gegen den Buchdruck nicht die gleichen Einwände gab ;-)
Nur ein Monopol ist zu vermeiden.
Ich stimme hier mal voll zu! Google hat den Umgang mit Wissen verändert, als deutscher Student muss man noch viele Bücher teuer kaufen, als amerikanischer geh ich zu google.
Bücher sind teuer und google macht es möglich, dass alle von dem Wissen profitieren. Es wäre mal nett zu vergleichen, ob es gegen den Buchdruck nicht die gleichen Einwände gab ;-)
Nur ein Monopol ist zu vermeiden.
Das eine ist ein halbwegs aktuelles, z.T. noch verlegtes Wissen (über frisches streitet wohl niemand), das andere ist das seit Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten schlummerndes Wissen, welches für Leute die außerhalb des Systems stehen nur sehr mühselig, kostspielig oder überhaupt nicht erreichbar ist. Kein geringerer als Lenin hat altkluges Wissen über das Wissen ganz allgemein mit dem Spruch: „Wissen ist Macht“ zum griffigen Schlagwort für jedermann gemacht.
Wie man leicht feststellen kann, sind in Google-Books bei lieferbaren Büchern nur Ausschnitte zu sehen. Das heißt, wer das Buch haben will, muß es trotz Google-Books kaufen. Ganze Bücher bekommt man in der Regel nur bei ziemlich alten Titeln. Solche Bücher kann man sich traditionell bei guten Bibliotheken mikrofilmen lassen, so daß man auch früher nicht unbedingt Bibliotheksreisen unternehmen mußte.
Google-Books funktioniert übrigens nur, solange Bücher gedruckt werden, d.h. es setzt ein klassisches Verlags- und Bibliothekswesen voraus.
Es ist technisch nicht schwierig, ein Buch nachzudrucken. Man muß aber trotzdem die Rechteinhaber um Erlaubnis bitten und ggf. ihnen dafür ein Honorar zahlen. Es gibt keinen Grund, warum das bei der digitalen Verbreitung des Textes anders sein sollte.
Schließlich möchte ich gegen den Begriff "Demokratisierung" protestieren. Wenn das kostenlose Auswerfen von Werten Demokratisierung ist, degeneriert die Idee der Demokratie zum Prinzip "Brotm und Spiele".
Das eine ist ein halbwegs aktuelles, z.T. noch verlegtes Wissen (über frisches streitet wohl niemand), das andere ist das seit Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten schlummerndes Wissen, welches für Leute die außerhalb des Systems stehen nur sehr mühselig, kostspielig oder überhaupt nicht erreichbar ist. Kein geringerer als Lenin hat altkluges Wissen über das Wissen ganz allgemein mit dem Spruch: „Wissen ist Macht“ zum griffigen Schlagwort für jedermann gemacht.
Wie man leicht feststellen kann, sind in Google-Books bei lieferbaren Büchern nur Ausschnitte zu sehen. Das heißt, wer das Buch haben will, muß es trotz Google-Books kaufen. Ganze Bücher bekommt man in der Regel nur bei ziemlich alten Titeln. Solche Bücher kann man sich traditionell bei guten Bibliotheken mikrofilmen lassen, so daß man auch früher nicht unbedingt Bibliotheksreisen unternehmen mußte.
Google-Books funktioniert übrigens nur, solange Bücher gedruckt werden, d.h. es setzt ein klassisches Verlags- und Bibliothekswesen voraus.
Es ist technisch nicht schwierig, ein Buch nachzudrucken. Man muß aber trotzdem die Rechteinhaber um Erlaubnis bitten und ggf. ihnen dafür ein Honorar zahlen. Es gibt keinen Grund, warum das bei der digitalen Verbreitung des Textes anders sein sollte.
Schließlich möchte ich gegen den Begriff "Demokratisierung" protestieren. Wenn das kostenlose Auswerfen von Werten Demokratisierung ist, degeneriert die Idee der Demokratie zum Prinzip "Brotm und Spiele".
Es gibt die Berufsgruppe der professionellen Autoren. Für die kann Google gefährlich werden. Autoren sind aber alle die (öffentlich) schreiben, öffentlich ihre Meinungen äussern. Das Recht auf freie Meinungsäusserung steht aber allen zu - nicht nur den professionellen Autoren. Google und das Internet ist genau richtig, um Deutschland - und die Welt - wieder zu einem Land der Dichter und Denker zu machen. Und das finde ich sehr gut. Es kann nie genug Geist und Intellekt in der Welt sein. Deshalb verstehe ich die Aufregung um Google nicht. Niemand kann die Zeit zurückdrehen. Das Internet wird seinen Weg machen wie Radio, Fernsehen und Telefon auch...
Das eine ist ein halbwegs aktuelles, z.T. noch verlegtes Wissen (über frisches streitet wohl niemand), das andere ist das seit Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten schlummerndes Wissen, welches für Leute die außerhalb des Systems stehen nur sehr mühselig, kostspielig oder überhaupt nicht erreichbar ist. Kein geringerer als Lenin hat altkluges Wissen über das Wissen ganz allgemein mit dem Spruch: „Wissen ist Macht“ zum griffigen Schlagwort für jedermann gemacht.
Wie man leicht feststellen kann, sind in Google-Books bei lieferbaren Büchern nur Ausschnitte zu sehen. Das heißt, wer das Buch haben will, muß es trotz Google-Books kaufen. Ganze Bücher bekommt man in der Regel nur bei ziemlich alten Titeln. Solche Bücher kann man sich traditionell bei guten Bibliotheken mikrofilmen lassen, so daß man auch früher nicht unbedingt Bibliotheksreisen unternehmen mußte.
Google-Books funktioniert übrigens nur, solange Bücher gedruckt werden, d.h. es setzt ein klassisches Verlags- und Bibliothekswesen voraus.
Es ist technisch nicht schwierig, ein Buch nachzudrucken. Man muß aber trotzdem die Rechteinhaber um Erlaubnis bitten und ggf. ihnen dafür ein Honorar zahlen. Es gibt keinen Grund, warum das bei der digitalen Verbreitung des Textes anders sein sollte.
Schließlich möchte ich gegen den Begriff "Demokratisierung" protestieren. Wenn das kostenlose Auswerfen von Werten Demokratisierung ist, degeneriert die Idee der Demokratie zum Prinzip "Brotm und Spiele".
Wenn Wissen Macht ist und Google das ganze Wissen anbieten darf, wer hat dann die ganze Macht? Zudem: Dass Autoren für ihr geistiges Eigentum eine Entschädigung erwarten, ist doch wohl selbstverständlich.
Demokratisierung des Wissens ist die Verfügbarkeit von Wissen für alle - nicht nur für eine ausgewählte Elite. Das scheiterte bisher an der fehlenden Bildung, die mittlerweile allerdings ein Wachstum verzeichnen konnte. Der Abiturientenanteil stieg von 1970-2008 von 5 auf 30%. Ich halte das für eine enorme Demokratisierung des Wissens.
Daneben bedeutet Demokratisierung eine Öffnung der Universitäten, die Gründung von wissenschaftlichen Gesprächskreisen oder auch die Erhöhung des Anteils wissenschaftlicher Sendungen oder Beiträge in den Medien. Oft fehlt es aber auch am Interesse der Bevölkerung an Wissenschaft - man schaut lieber Bundesliga auf Premiere.
Vielen fehlt es an Zeit für Bildung und Wissenschaft.
Gruss
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