Bestseller Dan Brown und das Geheimnis der 43.000 PKWSeite 2/2
In jedem Fall ist Dan Brown längst eine der lukrativsten Marken, die gepflegt und gefördert werden will. Sie ist männlich, vertrauens- und geheimnisvoll und steht für einen enormen Erfolg. Die Marke ist angeblich 1964 in Exeter, New Hampshire geboren und lässt sich bevorzugt in beigen Hosen ablichten. Brown war – das sagt das Lexikon – Sänger und Liedermacher, bis er fürderhin Englisch unterrichtete. Seine Frau ist Kunsthistorikerin, mit ihr lebt er zurückgezogen. Alles passt herrlich zusammen.
Sein Geheimnis besteht darin, mit keinem Buch zu überraschen. Die meisten laufen nach dem gleichen Schema ab: Der Harvard-Professor Robert Langdon gerät zufällig in seltsame Ereignisse und deutet jedes rätselhafte Symbol, das ihm begegnet, zu einem großen Ganzen. Die Geschichten plätschern taktvoll vor sich hin. Man muss über nichts stolpern, wird nicht von detaillierten Beschreibungen abgelenkt. Die Romane erzählen nichts Randständiges, halten die Spannung durch Aussparung wichtiger Informationen und lassen Umgebung, Charaktere flüchtig skizziert. Überhaupt werden Figuren etwas ruppig eingeführt. Sie sind einfach da. Wie die Frau, die Brown seinem Privatdetektiv Langdon in jeder Folge hinzustellt.
Alles ist ganz einfach: Da ist das Superhirn, in den, wie Brown beschreibt, besten Jahren, das morgens seine Bahnen im Harvard-Schwimmbad dreht, feststellt, dass sein Körper nicht mehr jener aus "College-Tagen" sei und nur fünf Seiten später auf die abgeschnittene Hand seines Lehrers und Ziehvaters Peter Solomon stößt. Vereinfachung ist der Geheimcode dieser Romane. Jene Gemütlichkeit der Geschichten liegt ja nun nicht darin, dass der Held größtmögliche Action erlebt, sondern, dass die Geschichte sich ausgewogen zwischen Knall und Flüstern bewegt. Um es wirklich gar nicht langweilig werden zu lassen, hat die Geschichte einen Handlungszeitraum von gerade mal 12 Stunden, die sich ganz und gar der Freimaurer-Loge in Washington widmen. Alle erdenklichen Verschwörungstheorien werden eingewoben, von Geheimbundsymbolik bis hin zum Mann vom Ein-Dollar-Schein, der entweder George Washington oder jemand anders ist. Die Welt ist ein großes Rätsel.
The Lost Symbol liest sich eher wie ein Drehbuch mit ausführlichen Anweisungen. Und vielleicht ist es genau das, was den Erfolg bringt. Es bleibt ohne Anstrengung romantisch und gibt immer die einfachste Antwort auf schwierige Fragen: Alter? Egal, solange man das Böse jagen kann. Geheimlogen? Immer da, wo Säulen sind. Alles hängt mit allem zusammen. Dan Brown erklärt die Welt zu einem großen Geheimnis, dessen Sinn zu entschlüsseln, möglich ist. Aber weil auch bei Dan Brown jedes kleinste Symbol die Menschheitsgeschichte neu schreiben kann, wird auch sein Roman eine geradezu deutungsfreudige Wirkung entfalten. So geht es. Buch für Buch.
Historiker werden sich die Zähne weiter an den griechischen und römischen Säulen ausbeißen und Marketingabteilungen eine weitere Robert-Langdon-Puppe entwerfen. Nur manchmal, wenn man genau hinhört, wird man Dan Brown Sätze sagen hören wie diesen: "Du stellst fest, dass das, was du um vier Uhr morgens in deinem Pyjama machst, seinen Widerhall in der ganzen Welt findet. Das ist aufregend und macht mich gleichzeitig sehr sensibel. Ein einziger Satz, eine einzige Idee erreicht zwei Millionen Menschen in zwei Wochen." Klingt verdächtig.
- Datum 08.10.2009 - 19:33 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Hallo Andrea Hünniger!
Bin gerade auf Ihren Artikel über "Das verlorene Symbol" gestoßen, und ein wenig über Ihr flapsiges " eine Dana Geissler...offenbar Producerin" gestolpert, zumal Sie mich eine Zeile zuvor mit Doppelpunkt als Berichterstatterin des Marketings zitieren, was so nicht richtig ist.
Um ein wenig Licht in das Dunkel um meine Person zu bringen:
ich bin freie Schauspielerin, produziere seit Jahren TV - und Videoformate, und spreche mit Begeisterung Hörbücher für diverse Hörbuchverlage. Für Lübbe Audio ganz besonders viele. (zumeist Historisches... befürchte, nicht ganz Ihr Fall))
Mir hat es grossen Spass gemacht, in die verschiedensten Abteilungen reinzuschauen, diesen echt sympathischen Verlag (ein Familienunternehmen!) vorzustellen, und mitzuerleben, wie die deutsche Buchfassung entsteht...
auch mal jenseits von Marketing.
Hoffentlich gefällt es dem einen oder anderen Dan Brown- Fan auch.
Liebe Grüße
Dana Geissler
Ich habe das Buch bereits gelesen und es ist mies. Die Geschichte war langweilig, die Charaktere schlecht gezeichnet, die Gespräche peinlich zu lesen.
Da war das Sakrileg interessanter.
(Bitte verzichten Sie auf das Posten von Werbung. Die Redaktion /ft)
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Wer sich von der obengenannte Kritik an dem neuen Dan Brown Roman überzeugen möchte, der kann eine (gratis!) Lesung auf Video von dem letzten Kapitel "The Lost symbol" anhören:auf dem Dan Brown Blog von buecher.de . Dort kann man dann auch gleich abstimmen, ob man das Ende wissen möchte: die Mehrheit entscheide und man kann man sich damit eventuell den Kauf des neuen Romans ersparen"....
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