Der Roman "Winter in Maine" Blutiger SchneeSeite 2/2

 Nun denkt Julius in seinen zunehmend verschwurbelter anmutenden Geistesbahnen darüber nach, ob nicht sie für den Tod des Hundes verantwortlich sein könnte, ob all das nicht eine seit Langem geplante Intrige sein könnte. Ob er verrückt geworden ist? Schwer zu sagen. Alles, was Julius unternimmt, erscheint planvoll, beherrscht, kontrolliert, strategisch intelligent. Und doch flackert dahinter die Irrationalität des Psychopathen.

 

 Unterdessen beginnt der Schnee zu fallen und taucht die Landschaft in ein undurchdringliches Weiß, das alles verschluckt. Er habe den Roman, so sagt der Autor, innerhalb von acht Wochen geschrieben. Ungeheuer dicht, kompakt, aufgeladen wirkt die Atmosphäre und doch auch eingefärbt von der existentiellen Trauer des Protagonisten. Diesen Balanceakt durchzuhalten, ist die große literarische Leistung von Winter in Maine.

Gerard Donovan, in Irland geboren, studierter Philosoph und Spezialist für die Werke Johann Sebastian Bachs, lebt mit seinem Hund, einem Pitbullterrier, der nicht Hobbes, sondern Hobart heißt, in den Wäldern nördlich von New York. Es ist zu hoffen, dass dies die einzigen Übereinstimmungen zwischen Julius Winsome und seinem Erfinder sind.
 

 
Leser-Kommentare
  1. und die Herbstferien stehen an. Danke für den Tipp.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service