Der Literaturwissenschaftler Dietrich Eberhard Sattler bekam den mit 10.000 Euro dotierten Tübinger Friedrich-Hölderlin-Preis für sein Lebenswerk: Die Frankfurter Hölderlin-Ausgabe in zwanzig Bänden samt Homburger und Stuttgarter Foliohefte. Seit Jahrzehnten widmet sich Sattler der Edition der Werke des deutschen Dichters Friedrich Hölderlin (1770-1843). Hölderlin gilt als einer der bedeutendsten Lyriker Deutschlands. Er lebte bis zu seinem Tod 36 Jahre lang in Tübingen.

Satter, geboren 1939 im thüringschen Apolda, ist der erste Herausgeber, dem diese Auszeichnung verliehen wurde. Der Hölderlin-Experte entwickelte ein Verfahren, das die genaue textgenetische Wiedergabe handschriftlich überlieferter Werke erlaubt und revolutionierte mit dieser Praxis die Herausgabe dieser Werke.

Seit dem Jahr 1989 wird der Preis von der Universität und der Stadt Tübingen gestiftet. Er wird alle zwei Jahre vergeben. "Mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis soll ausgezeichnet werden, wer einen neuen dichterischen Beitrag zur deutschen Sprache geleistet hat oder als Forscher, Schriftsteller, Künstler oder Kritiker dem Werk Friedrich Hölderlins besonders verbunden ist", schreibt die Universität Tübingen auf ihrer Homepage.

Der Friedrich-Hölderlin-Preis ist ein Nachwuchs-Förderpreis und kann einer Person nur einmal verliehen werden. Die Jury setzt sich aus je zwei Vertretern der Neuphilologischen Fakultät der Universität Tübingen, des Deutschen Literaturarchivs Marbach und der Hölderlin-Gesellschaft zusammen. Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre zählen unter anderen Harald Bergmann (2007), Andrea Zanzotto (2005) und Marcel Beyer (2003).