Imre Kertész

Der tägliche Kampf gegen das Schweigen

Wegen eines Interviews wurde Imre Kertész in Ungarn stark kritisiert. Doch die Spannungen zwischen ihm und seinem Heimatland reichen weiter zurück. Von Hans-Peter Kunisch

Der Literatur-Nobelpreisträger Imre Kertész

Der Literatur-Nobelpreisträger Imre Kertész

Der ungarische Literatur-Nobelpreisträger Imre Kertész, der seit neun Jahren mehrheitlich in Berlin lebt, hat auf die heimische Kritik an seinem Interview mit der Tageszeitung Die Welt vom 7. 11. reagiert. Man habe seine Aussagen "verkürzt" oder "verfälscht" wiedergegeben, erzählte er Welt-Online. Aus "die alten Laster der Ungarn, ihre Verlogenheit und ihr Hang zum Verdrängen gedeihen wie eh und je" habe man "Ungarn ist ein Land von Lügnern" gemacht. Aus "Rechtsextreme und Antisemiten haben das Sagen" sei "in Ungarn herrschen Rechtsextreme und Antisemiten" geworden.

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Tatsächlich sind es griffige Verfälschungen und Verkürzungen, auf der ungarische Tageszeitungen wie Magyar Hrlap, Magyar Nemzet oder das Wochenmagazin 168 ORA ihre Kritik an Kertész' Ungarn-Kritik aufbauen, doch das diese vorhanden ist, lässt sich nicht leugnen. Woher kommt sie, vor welchem Hintergrund steht sie?

Kertész' Vorwurf eines wachsenden Rechtsextremismus und Antisemitismus lässt sich besser verstehen, wenn man weiß, dass die rechtsradikale, offen judenfeindlich auftretende Partei "Jobbik" immer stärker wird. Bei der Europawahl im Juni kam sie auf knapp 15 Prozent und das rechtskonservative Parteienbündnis Fidesz/KDNP, das 56,37 % der Stimmen erhielt, hat die noch regierende MszP, die gerade mal 17,38 % erreichte, überflügelt.

Doch die die Spannungen zwischen Kertész und Ungarn reichen weiter zurück. Nachlesen lassen sie sich gut in Briefe an Eva Haldimann, dem Briefwechsel zwischen Kertész und der schweizerisch-ungarischen Übersetzerin und Kritikerin, der bei Rowohlt im September auf deutsch erschienen ist. Haldimann war die erste, die Kertész und seinen Roman eines Schicksalslosen außerhalb Ungarns würdigte. Immer wieder erwähnte sie ihn in Sammelbesprechungen ungarischsprachiger Literatur für die Neue Zürcher Zeitung: "Wahrscheinlich ahnen Sie gar nicht, was für ein seltenes Geschenk für mich das würdigende Interesse eines unabhängigen Geistes in meinem täglichen Kampf gegen das Schweigen ist", schrieb Kertész ihr am 14.Dezember 1977 und bezog sich damit schon damals auf die von ihm immer wieder angesprochene Verdrängung der ungarischen Geschichte im eigenen Land, die er jetzt in seinem Interview mit der Welt wiederholte: "Ungarn im Krieg, Ungarn und der Faschismus, Ungarn und der Sozialismus, nichts wird aufgearbeitet, alles wird zugeschminkt mit Schönfärberei."

Besonders pikant ist, dass sich auf Kertész' jüngste Vorwürfe auch der Sekretär des Schriftstellerverbandes, László L. Simon, zu Wort meldete, und meinte, Kertész "verunglimpfe" sein Land "andauernd". Gerade mit dem Schriftstellerverband hatte Kertész schon große Probleme. Als ein nationalistisches Vorstandsmitglied eine Liste mit dem Ungartum vereinbarer, "ungarischer" Juden aufstellte, trat Kertész, von einem offenen Brief begleitet, am 25. September 1990 aus dem Schriftstellerverband aus. Er habe "immer als Individuum gelebt", er habe keine "sogenannten Identitätsprobleme", aber er lasse nicht zu, dass man "mich absondert von meinen Landschaften und Wäldern, meinen Schluchten und den Berggipfeln, von denen ich in die Ferne schaue, über die Köpfe der engherzigen Rassisten hinweg."

Trotzdem denkt Kertész schon damals daran, sich zu verabschieden. Aber "wohin kann man schon emigrieren?" schreibt er am 27.Mai 1992 aus Feldafing bei München, wo er ein Stipendium hatte. "Vorläufig noch dorthin, wo ich mich auch bislang aufgehalten habe, nämlich in meinen eigenen Käfig." Acht Jahre später geht er nach Berlin.

Ein Problem der Lage in Ungarn ist, wie in anderen mittel- und osteuropäischen Ländern, das sich die während der Herrschaft des Kommunismus totgeschwiegenen innerstaatlichen Probleme und Vorurteile nach 1989 plötzlich zum Vorschein kamen, aber ohne historisches Bewusstsein diskutiert wurden. Wenn Kertész jetzt sagt, er sehe sich nicht als Ungarn, so wie er sich auch nicht als Juden, sondern als Individuum sehe, und sich daraufhin als "entwurzelt" bezeichnet, reagiert Magyar Hrlap mit dem Satz Kertész sei "wurzellos", was den historischen Vorgang der Entwurzelung unterschlägt und eine unter Antisemiten geläufige Chiffre ist, um jüdische Intellektuelle zu diskriminieren.

Doch bekanntlich sind seit der Öffnung des Eisernen Vorhangs 20 Jahre vergangen. Warum hat sich noch immer keine Kultur der Akzeptanz von Kritik entwickelt? Warum wirkt es schon mutig, wenn der Literaturkritiker Sándor Radnóti in der Tageszeitung Népszabadsàg angesichts der jüngsten Missstimmungen fordert, die ungarische Öffentlichkeit müsse endlich so weit kommen, dass "sie auch jene heimischen Größen gebührend würdigt, die sich gegenüber dem Land ablehnend oder abfällig äußern". Kertész erklärt die Probleme, die man in Ungarn mit seinen aktuellen Äußerungen haben, mit der mangelnden Fähigkeit zur Ironie. Auch die Lust an Provokation oder "nationaler Selbstbeschimpfung" fehle. Thomas Mann, Karl Kraus, Thomas Bernhard seien in weiten Teilen der Bevölkerung nicht bekannt. Das Bürgertum, das Kritik an sich zulasse, sei in Ungarn in der Zeit des Kommunismus "weggebrochen".
 

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Leser-Kommentare

  1. "Auch die Lust an 'nationaler Selbstbeschimpfung' fehle."

    Wenn ich da an meine Gymnasiastenzeit denke, als ein derwischartig tobender Direx uns voller Lust an "nationaler Selbstbeschimpfung" mit der Faust auf den Tisch hämmernd anbrüllte, wir - damals (1986) fünfzehnjährig - seien für die Verbrechen der Nazis genauso verantwortlich wie Hitlers seinerzeitige Weggenossen, erscheint mir diese Unlust der Magyaren nachgeradezu gesund. Und ehrlich, bedenkt man, daß bei uns parallel zu dieser Schaum-vor-dem-Mund-Nummer (um nur ein Beispiel zu nennen) ein Herr Filbinger das Große Verdienstkreuz trug - soviel zum Thema Aufarbeitung.

    Ach ja: "Magyar Hrlap", "Népszabadsàg" - der nächste Autor, der offensichtlich kein einziges Wort Ungarisch kann, aber dennoch tiefschürfende Analysen der Situation in Ungarn zu geben vermag: "Ein Problem der Lage in Ungarn ist... Warum wirkt es schon mutig, wenn..."

  2. 2.

    Das Problem in Ungarn ist das selbe wie in anderen Osteuropäischen Ländern oder auch der ehemaligen DDR: Über 40 Jahre hinweg gab es keine Aufarbeitung von Geschichte und damit hat sich keine 'Kultur des Aufarbeitens' entwickelt. Alles und nichts ist erlaubt.

    Ansonsten kann ich nur meinem Vorredner zustimmen. Die Zeitung heißt 'Magyar Hírlap' und jedem der Ungarisch spricht, würde dieser Fehler auffallen. Aber Kenntnis von Sprache und Land scheinen in der Zeit wohl nicht zwingend Voraussetzung dafür zu sein, die Lage in einem Land zu beurteilen...

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    Lieber Herr Dildo Westerwald,

    weshalb nehmen Sie an, dass die einzige Alternative zur allgemeinen Amnesie das masochistische Reiten auf dem Steckenpferd Kollektivschuld waere? Persoenlich deute ich Imre Kertesz' provokante These, dass es an "nationale(r) Selbstbeschimpfung" mangelt, nicht als Aufruf sich auf den Marktplatz zu stellen und selbst zu flagellieren. Dass ein Land nicht kritisiert werden kann ohne die nationale Identitaet in Frage gestellt zu sehen und aufzuschreien, dies ist der springende Punkt. Denn ein solches gesellschaftliches Klima beguenstigt auch die konstruktive Aufarbeitung der Vergangenheit nicht.

    Mit freundlichen Gruessen,

    Laura Aknerova

    P.S. Bevor Sie mir vorhalten, dass ich ohne Umlaute und "ekezetek" weder zur deutschen noch zur ungarischen politischen Situation aussagen darf, moechte ich einwerfen dass mir salonfaehig gewordene gesellschaftliche Werte wie Antisemitismus und Eskapismus mit oder ohne richtiger Orthographie zuwider sind. Und wenn Sie dies nicht ueberzeugt, muss ich wohl hinzufuegen dass auch eine Ungarin auf einer englischen Tastatur nicht zaubern kann. (Vielleicht verhaelt sich das bei "Magyaren" ja anders.)

    • 12.11.2009 um 11:52 Uhr
    • Clerk

    "Das Problem in Ungarn ist das selbe wie in anderen Osteuropäischen Ländern oder auch der ehemaligen DDR: Über 40 Jahre hinweg gab es keine Aufarbeitung von Geschichte und damit hat sich keine 'Kultur des Aufarbeitens' entwickelt."

    Genau so sehe ich das auch. Was aber Ungarn von anderen Osteuropäern unterscheidet, ist die entsetzliche Verbreitung des Antisemitismus. Weder in Polen, der Slowakei noch auf dem Balkan bin ich diesem in einem solch enormen Ausmaß begegnet. Das empfinde ich schon als sehr bedenklich. In diesem Zusammenhang kann ich Kertész' Kritik eigentlich nur noch zustimmen.

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      Mafri86

    Das stimmt sicherlich, jedoch sind Anfeindungen und sogar Übergriffe auf Minderheiten ebenso (z.B.) in der Slowakei (Ungarische Minderheit) oder im Osten Deutschlands (Ausländer) zu beobachten. Und eine Diskussion was besser ist, verbittet sich selbstredend.
    Man muss nicht mit allem einig sein, was Kertész und andere in Ungarn von sich geben, aber es wäre Wünschenswert, wenn Diskussionen in Zukunft sachlich und Themenbezogen geführt würden. Aber vielleicht dauert das einfach noch einige Jahre...

    Wenn Sie mit "Kultur des Aufarbeitens" eine permanente nationale Selbstbeschimpfung und -erniedrigung meinen, die in der felsenfesten Überzeugung geführt wird, man müsse dem Ausland oder was immer darunter verstanden wird damit gefallen, daß man sich für alle Vergehen und stattgefundenen Verbrechen des Landes bis zurück zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges entschuldigt, dann sehe ich das nicht als Problem, sondern als einen Vorteil des Landes.

  3. 4.

    Das stimmt sicherlich, jedoch sind Anfeindungen und sogar Übergriffe auf Minderheiten ebenso (z.B.) in der Slowakei (Ungarische Minderheit) oder im Osten Deutschlands (Ausländer) zu beobachten. Und eine Diskussion was besser ist, verbittet sich selbstredend.
    Man muss nicht mit allem einig sein, was Kertész und andere in Ungarn von sich geben, aber es wäre Wünschenswert, wenn Diskussionen in Zukunft sachlich und Themenbezogen geführt würden. Aber vielleicht dauert das einfach noch einige Jahre...

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    Kritik   Clerk

    Ich gehe davon aus, dass das Ziel Kertész' darin bestand, einfach mal aufzurütteln. Warum soll das ein Schriftsteller nicht tun dürfen?
    Und auch Ihre Reaktion zeigt ganz deutlich, wie sehr berechtigt Kertész' Absicht war - Sie tun nichts anderes, als ständig mit dem Finger auf Andere zu zeigen. Das zeugt nicht gerade von der Fähigkeit zur Selbstreflektion.

    • 12.11.2009 um 12:17 Uhr
    • Clerk

    "Doch die die Spannungen zwischen Kertész und Ungarn reichen weiter zurück. "

    Noch ein Rechtschreibfehler :-)

    Der Autor sollte doch wissen, das so viele FEHLERS ;-) seine Aussage ziemlich schnell disqualifizieren können, vor allem bei denen, die aus lauter Patriotismus keine Kritik ertragen wollen/können..

    • 12.11.2009 um 12:34 Uhr
    • Clerk
    6. Kritik

    Ich gehe davon aus, dass das Ziel Kertész' darin bestand, einfach mal aufzurütteln. Warum soll das ein Schriftsteller nicht tun dürfen?
    Und auch Ihre Reaktion zeigt ganz deutlich, wie sehr berechtigt Kertész' Absicht war - Sie tun nichts anderes, als ständig mit dem Finger auf Andere zu zeigen. Das zeugt nicht gerade von der Fähigkeit zur Selbstreflektion.

    Antwort auf "Kommentar Nr. 4"
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      Mafri86

    Wo tue ich dies bitte sehr?

    Ich habe zwei Kommentare geschrieben, in denen ich einzig und allein gesagt habe, dass dies ein Problem ist, das sich nicht allein auf Ungarn beschränkt.

    Ich zitiere mich mal einfach selber:

    "Das Problem in Ungarn ist das selbe wie in anderen Osteuropäischen Ländern oder auch der ehemaligen DDR: Über 40 Jahre hinweg gab es keine Aufarbeitung von Geschichte und damit hat sich keine 'Kultur des Aufarbeitens' entwickelt. Alles und nichts ist erlaubt."

    Also urhig bleiben, bevor man auf 'Abschicken' klickt... Mann, mann, mann...

  4. 7.

    Wo tue ich dies bitte sehr?

    Ich habe zwei Kommentare geschrieben, in denen ich einzig und allein gesagt habe, dass dies ein Problem ist, das sich nicht allein auf Ungarn beschränkt.

    Ich zitiere mich mal einfach selber:

    "Das Problem in Ungarn ist das selbe wie in anderen Osteuropäischen Ländern oder auch der ehemaligen DDR: Über 40 Jahre hinweg gab es keine Aufarbeitung von Geschichte und damit hat sich keine 'Kultur des Aufarbeitens' entwickelt. Alles und nichts ist erlaubt."

    Also urhig bleiben, bevor man auf 'Abschicken' klickt... Mann, mann, mann...

    Antwort auf "Kritik"
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    - Sie haben darauf aufmerksam gemacht, dass das Problem auch für andere Länder des Ostens gilt. Ich fand diese Aussage völlig in Ordnung und habe eines von den Problemen besonders hervorgehoben, welches sich von anderen im Ausmaß unterscheidet. Daraufhin haben Sie als Gegenreaktion auf Misstsände in anderen Ost-Staaten mit Beispielen hingewiesen und somit meiner Meinung nach den Eindruck erweckt, die Situation in Ungarn kleinreden zu wollen.
    - Anschließend haben Sie auf die Rechtschreibfehler des Autors hingewisen und anhand dessen beurteilt, er sei der ungarischen Sprache nicht mächtig genug und disqualifizierten Ihn angehend. Sicherlich ist es bedauerlich, dass der Autor weniger Achtung auf die Rechtschreibung geschenkt hat (nicht nur auf die ungarische), aber Ihn deswegen dermaßen zu disqualifizieren zeigt meiner Meinung nach, wie sehr Beleidigt Sie auf seine Aussagen reagiert haben - ich vermute, das falscher Patriotismus durchaus dahintersteckt.
    -Außerdem haben Sie einen Mangel an Sachlichkeit vorgeworfen - unbeachtet dessen, dass der Schriftsteller möglicherweise nur aufrütteln wollte, was für mich wieder den Eindruck erweckte, Sie mögen mit seiner Kritik nicht umgehen können, womöglich wieder aus dem gleichen Grund: falscher Patriotismus - welches nicht gerade die Fähigkeit zur Selbstreflektion und und damit auch Sachlichkeit fördert, womit Sie dann Ihrer eigenen Forderung widersprechen würden.

    Ich fühle mich übrigens sehr ruhig und hoffe, Sie fühlen sich genau so :-)

    • 12.11.2009 um 13:56 Uhr
    • Clerk

    - Sie haben darauf aufmerksam gemacht, dass das Problem auch für andere Länder des Ostens gilt. Ich fand diese Aussage völlig in Ordnung und habe eines von den Problemen besonders hervorgehoben, welches sich von anderen im Ausmaß unterscheidet. Daraufhin haben Sie als Gegenreaktion auf Misstsände in anderen Ost-Staaten mit Beispielen hingewiesen und somit meiner Meinung nach den Eindruck erweckt, die Situation in Ungarn kleinreden zu wollen.
    - Anschließend haben Sie auf die Rechtschreibfehler des Autors hingewisen und anhand dessen beurteilt, er sei der ungarischen Sprache nicht mächtig genug und disqualifizierten Ihn angehend. Sicherlich ist es bedauerlich, dass der Autor weniger Achtung auf die Rechtschreibung geschenkt hat (nicht nur auf die ungarische), aber Ihn deswegen dermaßen zu disqualifizieren zeigt meiner Meinung nach, wie sehr Beleidigt Sie auf seine Aussagen reagiert haben - ich vermute, das falscher Patriotismus durchaus dahintersteckt.
    -Außerdem haben Sie einen Mangel an Sachlichkeit vorgeworfen - unbeachtet dessen, dass der Schriftsteller möglicherweise nur aufrütteln wollte, was für mich wieder den Eindruck erweckte, Sie mögen mit seiner Kritik nicht umgehen können, womöglich wieder aus dem gleichen Grund: falscher Patriotismus - welches nicht gerade die Fähigkeit zur Selbstreflektion und und damit auch Sachlichkeit fördert, womit Sie dann Ihrer eigenen Forderung widersprechen würden.

    Ich fühle mich übrigens sehr ruhig und hoffe, Sie fühlen sich genau so :-)

    Antwort auf "Kommentar Nr. 7"
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    Oh, mir ist gerade aufgefallen, dass ich mich bei der Produktion von Rechtschreibfehlern ziemlich gut mitbeteiligt habe.. Sorry ;-)

    Ich bin völlig ruhig, fand die Kritik nur unangebracht. ;)

    Zu 1) Wenn ich auf andere Länder hinweise, dann ist dies kein Kleinreden von Problemen, sondern ein Hinweis darauf, dass diese Sache mehr ist als ein ungarisches Problem und damit vielleicht auch die Lösung nicht allein in Ungarn zu suchen ist (muss natürlich nicht zwingend der Fall sein).
    2) Wenn jemand weder die Sprache spricht, noch die Medienlandschaft des Landes kennt (würde er das, wäre ihm der Fehler auch aufgefallen, wenn er nicht Ungarisch spräche), untergräbt er damit seine eigene Autorität. Ich wünsche mir einfach, dass Artikel von Leuten geschrieben werden, die Ahnung von der Materie haben und wenn ich zu dem Schluss kommen muss, dass dies nicht der Fall ist, schädigt dies die Glaubwürdigkeit des Autors. Wenn dieser nun Wahrheiten anspricht, laufen diese dadurch Gefahr wirklungslos zu verpuffen - einfach weil man ihm weniger glaubt als z.B. einem Ungarn-Experten.
    3) Ich habe gesucht, wo ich einen Mangel an Sachlichkeit anspreche, aber ehrlichgesagt nichts gefunden. Vielleicht können Sie mich da aufklären.

    MfG!

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  • Von Hans-Peter Kunisch
  • Datum 11.11.2009 - 15:48 Uhr
  • Quelle ZEIT ONLINE
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