Gudrun Ensslin Schweigen wäre zu heroischSeite 2/2
Der Dialog scheitert auch, weil der Duktus der westdeutschen Linken zuletzt ein in sich geschlossenes System geworden ist. Ein Binnen-Diskurs, der an dem, aus dem er sich nährt – einer dogmatischen Ideologie – erstickt. Die Herrschaft, gegen die man sich auflehnt, hat, als das Private politisch wurde, dieses intimste Private selbst zu beherrschen verstanden. "Du mußt selber wissen, ob Dir der Schritt von der privaten, subjektiven Entscheidung zur politischen, historisch-objektiven schon gelingt; ob er überhaupt gelingen kann", schreibt Vesper bezeichnend.
So wird selbst ihre Liebe unsouverän.
"Wenn du so frei/befreit von mir bist wie ich von Dir (...) dann ist auch der Angst aller Boden entzogen", schreibt Ensslin schließlich. Hilflos antwortet Vesper: "Ich bin jetzt fertig mit Dir." Denn: "Ich bin zerstört; das hast DU getan." "Du wirst frei sein. Du wirst leben", beschwört Vesper Ensslin noch einmal. Doch diese Geschichte ist so nie, weder hier noch dort, erzählt worden. Diese Geschichte ist "zehnmal zuende". Die ganze Geschichte ist es nicht. Die Geister der Vergangenheit, die den Briefwechsel bevölkern, sind auch die unseren. Doch, so schreibt Felix Ensslin im Nachwort über seinen persönlichen Abschied von den Eltern: Verluste machen konservativ, "wenn man die Gespenster nicht aufnimmt, annimmt. Und verabschiedet."
- Datum 04.12.2009 - 17:20 Uhr
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...was die ZEIT veranlaßt, eine Kriminelle dabei zu unterstützen, ihre Geisteskrankheit Gassi zu führen. Diese ständige penetrante Selbstbeweihräucherung, man hätte Ende der 60er die Demokratie gerettet, stimmt vorn und hinten nicht. Die internationalen Sozialisten wenden doch bis heute die selben Methoden an, mit denen vor 70 Jahren die nationalen Sozialisten die vermeintliche Volksbeglückung durchsetzen wollten.
"spätere RAF-Aktivistin Ensslin"
Ist das jetzt die Bezeichnung für Terroristen und Mörder?
Solche Euphenismen ekeln mich an.
kann man nur noch staunen RAF -aktivisten !
der Gudrun Ensslin hier zugesprochen wird, finde ich es unangebracht, davon zu sprechen, "eine Kriminelle dabei zu unterstützen, ihre Geisteskrankheit Gassi zu führen".
Das Thema RAF sollte wohl kaum totgeschwiegen werden, und im hinblick darauf sollten die Ursprünge des hier behandelten Werkes nicht vergessen werden. "Notstandsgesetze von deiner Hand" ist lediglich eine Sammlung von Briefen, vor der Zeit der RAF, die dabei helfen, Gudrun Ensslin als Menschen darzustellen, anstatt nur als "Terroristen und Mörder".
...man sollte vielmehr deutlich machen, was diese Horde von selbstgerechten, größenwahnsinnigen Psychopathen über dieses Land gebracht hat.
Sich mit dem Terroristen als Menschen zu beschäftigen, ist eine Beleidigung für die Opfer. Wer meint, er könnte seine verqueren gesellschaftlichen Vorstellungen mit Mord und Erpressung durchsetzen, ist nach meinem Dafürhalten so weit weg von allem Menschlichen, daß eine wie auch immer geartete Sicht auf diese Person mindestens überflüssig ist.
...man sollte vielmehr deutlich machen, was diese Horde von selbstgerechten, größenwahnsinnigen Psychopathen über dieses Land gebracht hat.
Sich mit dem Terroristen als Menschen zu beschäftigen, ist eine Beleidigung für die Opfer. Wer meint, er könnte seine verqueren gesellschaftlichen Vorstellungen mit Mord und Erpressung durchsetzen, ist nach meinem Dafürhalten so weit weg von allem Menschlichen, daß eine wie auch immer geartete Sicht auf diese Person mindestens überflüssig ist.
Dieses Marketing der moralischen Empfindungen! Wie es versteht, diese bewährte Mischung Liebe-Sex-Gewalt zu gebrauchen! Da fragt sich natürlich der Endverbraucher von Uli-Edel-Filmen und geschäftsvoyeuristisch geöffneter Intimpost, wollte der deutsche Mescalero nun die Weltrevolution herbeibomben oder nur, dass seine Freundin wieder zu ihm zurückkommt.
Wahrscheinlich hat mal wieder niemand eine Idee, wie man vielleicht etwas intelligenter einem konsumistischen Publikum deutsche Zeitgeschichte beibringt?
...man sollte vielmehr deutlich machen, was diese Horde von selbstgerechten, größenwahnsinnigen Psychopathen über dieses Land gebracht hat.
Sich mit dem Terroristen als Menschen zu beschäftigen, ist eine Beleidigung für die Opfer. Wer meint, er könnte seine verqueren gesellschaftlichen Vorstellungen mit Mord und Erpressung durchsetzen, ist nach meinem Dafürhalten so weit weg von allem Menschlichen, daß eine wie auch immer geartete Sicht auf diese Person mindestens überflüssig ist.
Der Briefwechsel zwischen Gudrun Ensslin und Bernward Vesper verweist auf den großen Abstand zwischen Theorie und Praxis. Einerseits wird hier das stets nicht zu Ende gedachte Gedankengut der Roten Armee Fraktion (RAF) angedeutet, gleichzeitig aber auch ein gar bürgerlich geprägtes Dasein eingeklagt.
Es reicht nicht, "revolutionäre Ideen" zu entwickeln, um dann - so muss man es schon nennen - diese schiesswütig umzusetzen. Die Kluft zwischen einer theoretisch überbordenden Revolutionsidee und der Tat-Sache, dieser Idee auch Taten folgen zu lassen, führte nicht nur in die Irre, sondern auch zu Mord und Totschlag. Diesem Teufelskreis konnte die RAF nur entkommen, indem sie sich selbst vernichtete. Ein vermeintlich "letzter Schlag" gegen die verhasste bürgerliche Ordnung.
Heute scheint es müßig zu sein, danach zu fragen, wie wären diesen Auseinandersetzungen zwischen dem Staat und der RAF verlaufen, wäre statt Baader ein "anderer Kopf" der Meinungsführer dieser Gruppierung geworden.
mehr fällt mir zu dem Artikel nicht ein.
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