Heavy Metal Mal ordentlich Kajal auftragenSeite 2/2

Das Personal besteht zum größeren Teil aus Karikaturen. Das liegt nahe bei dem gewaltigen Mummenschanz, der in diesem Genre veranstaltet wird – ihre besten Parodisten waren die Metal-Superhelden immer schon selbst. Andererseits kolportiert der Roman damit auch wieder nur die üblichen Images und Stereotypen, wie sie in diesem Milieu mithilfe der einschlägigen Medien generiert werden, und die ja höchstens die halbe Wahrheit sind. Das immerhin macht er mit burleskem, genregemäß nicht sonderlich feinsinnigem, infantilem, aber allemal durchschlagendem szenischen Witz. Und der geht einher mit Bräuers sehr feinem Gehör für die immer wieder berückenden Spruchweisheiten des gemeinen Heavy-Metal-Volkes. "Im Rockbusiness kommt’s doch nur auf eins an: Wie viel pfeif ich mir oben rein, und wie viele pfeifen mir unten rein."

 
Leser-Kommentare
  1. 1.

    die Band auf dem Foto heißt "Steel Panther", wenn ich mich nicht täusche...

  2. ..nerven ganz gehörig. Nach "Post-Punk", wovon man erst vor einigen Jahren das erste Mal hörte, nun also Hair Metal. Eine einleuchtende Beschreibung, aber in den achzigern und neunzigern habe ich die als aktiver Metaller nie gehört. Leider fasst sie oberflächlich und an Äußerlichkeiten orientiert zusammen, was nicht zusammengehört.

    Guns´n´Roses und Europe etwa sahen ähnlich furchtbar aus, hatten aber ganz andere Hintergründe, Intentionen und musikalische Qualitäten.

    Dieses Neuerfinden und Verbreiten von neuen, modischen Beschreibungen für Vergangenes ist unseriöse Geschichtsklitterung, die in der Zeit nichts zu suchen haben sollte.

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