Buchtipps zum Fest Das liest man zu Weihnachten!

Ihnen fällt kein passendes Buch zu Weihnachten ein? Sie stehen ratlos im Buchladen? Autoren von ZEIT ONLINE schlagen Ihnen neue und auch ältere Werke vor.

Unterm Weihnachtsbaum ist viel Platz für Bücher

Unterm Weihnachtsbaum ist viel Platz für Bücher

Tipps von Christoph Schröder

Am Silvesterabend des Jahres 1989 steht ein Mann auf der Terrasse seines Hauses hoch über dem Rhein. Der Bundeskanzler sagt, dass möglicherweise das beste Jahrzehnt vor dem Land liege. Gregor Korff weiß: Das beste Jahrzehnt des Landes geht soeben zu Ende. Wie die Ostdeutschen sich nach der Wende mit den neuen Gegebenheiten herumschlagen mussten, haben wir oft genug lesen müssen. Schimmangs Roman schaut auf die andere Seite: Wie kommt ein eingefleischter Alt-Bundesrepublikaner mit den Bedrohungen der Berliner Republik klar? Ein nostalgisch angehauchter, aber niemals sentimentaler Rückblick und ein Gegenwartsroman zugleich.

Jochen Schimmang: Das Beste, was wir hatten. Roman. Edition Nautilus, Hamburg 2009, 320 Seiten, 19,90 Euro

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Allison gehört zum White Trash – zu weißen Amerikanern am sozialen Abgrund. Sie hat ein Alkoholproblem und einen Freund, der ihr ein Hakenkreuz auf den Rücken tätowieren lässt. Und nach einer halben Vergewaltigung ist sie auch noch schwanger. Mit ungeheurem Einfühlungsvermögen führt Vlautin seine Protagonistin durch die deprimierende Ödnis von Wüsten, Einkaufsmärkten, Spielsalons und Bars – bis hin zu einem Happy End, beinahe jedenfalls. Denn Sieger gibt es in dieser Welt nicht, auch keine Orientierungspunkte. Das Glück kennt man vom Hörensagen. Und Vlautin gibt seinen Verlierern eine Stimme, die man nicht vergisst.

Willy Vlautin: Northline. Roman. Aus dem amerikanischen Englisch von Robin Detje. Berlin Verlag, Berlin 2009, 204 Seiten, 19,90 Euro

Leser-Kommentare
  1. Komisch, wenn ich ein Buch lesen will, dann weiß ich natürlich, welches. Da brauch ich keine Nachhilfe.
    Zumal man, wie in der Popmusik, bei solchen Tipps besser das Gegenteil tun (resp. kaufen und lesen/hören) sollte. Millionenfach bewiesen: Journalisten oder gar Kritiker sind doch die letzten, die wissen, was "gut" ist.
    Oder ist das - wie in der SZ - nur 'ne Klickstrecke?

  2. "Aus dem amerikanischen Englisch" - wenn ich sowas schon sehe; SO EINER will mir erzählen, was ich lesen soll? Der soll mal lieber einen Ami fragen, welche Sprache er spricht und in welcher Sprache er schreibt.

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    Dann probieren Sie doch einmal den Ionesco, und sie wird vielleicht verfliegen...

    Dann probieren Sie doch einmal den Ionesco, und sie wird vielleicht verfliegen...

  3. Dann probieren Sie doch einmal den Ionesco, und sie wird vielleicht verfliegen...

  4. ... DIE HERDMANNS KOMMEN!

    - das ist mein weihnachtlicher Lesetipp.

    Der ganze Stadtteil ist sich einig: Die Kinder der Herdmanns sind die schlimmsten Kinder aller Zeiten. Sie lügen, klauen, rauchen Zigarren (auch die Mädchen), bringen die Nachbarn zur Verzweiflung und können ein Klassenzimmer mit Hilfe ihrer halbwilden Katze in der Rekordzeit von drei Minuten völlig leerfegen. Jetzt haben sie es sogar (mit recht zweifelhaften Methoden) geschafft, sämtliche Hauptrollen in dem Krippenspiel zu bekommen, das zu Weihnachten aufgeführt werden soll. Natürlich erwartet jeder das schlimmste Krippenspiel aller Zeiten... aber...

    Ein wunderbar rührendes und humorvolles Weihnachtsbüchlein für Klein (und Groß!), bezüglich dessen ich nicht umhin kann, es voll Freude jedes Jahr um diese Zeit immer wieder aufs Neue zu lesen.

    • dschun
    • 25.12.2009 um 10:21 Uhr

    Ich denke, es schadet nicht, wenn Journalisten aus freien Stücken Literatur-Tipps zum Besten geben (und diese nicht als Werbeeinschaltung gekauft wurden). Und der Briefwechsel von Bernhard tät mich schon reizen, wär das Buch nicht gar soo teuer. Na, in einem Jahr ist ja wieder Weihnachten.

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