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In den Schnee geschmolzen

Die Straßen sind mit weißer Unschuld bedeckt. Aber nicht lange! Allzu gern hinterlassen wir unsere Spuren im Schnee. Der Fotograf Martin Richter hat sie festgehalten.

Tropfen werden Kristalle werden Flocken. Sie rieseln hernieder auf kaltes Land. Eine weiße Decke legt sich über die Stadt, über Straßen, Häuser und Autos. Der Verkehr gewinnt seine Unschuld zurück, doch bleibt sie nicht lange unbefleckt. Welch Lust, eine Spur warmen Lebens ins Gefrorerene zu schmelzen! Eine flüchtige Handschrift zu hinterlassen, das Unberührte zu entzaubern.

Der Hamburger Fotograf Martin Richter hat in seinem Buch "Snow" Winterbilder versammelt, die von stiller Schönheit und ihrer Vergänglichkeit erzählen. Wir zeigen eine Auswahl.

Leser-Kommentare
    • hagego
    • 26.01.2010 um 17:10 Uhr

    "Snow Art". Ein neues Kapitel der modernen Kunst? Ein Individuum verewigt sich für fünf Minuten oder fünf Stunden. Dann ist das Kunstwerk geschmolzen oder aber mit neuem Schnee überdeckt.

    In Gebieten mit sehr viel Schnee liessen sich u.U. gar Häuser, Bürotürme und Brücken durch "Snow Art" verzaubern. Eine natürliche Fortführung der Verhüllungskunst Christos (und Jeanne Claudes). Hier aber übernimmt der Schnee quasi die Aufgabe der Verhüllung. Und der individuelle "Künstler" "signiert" seine Ideen in den Schnee. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die ebenfalls vergängliche Graffiti-Kunst.

    Ein schöner kleiner Beitrag, der Bilder zeigt, die ohne die Hilfe des Computers entstanden sind. Und die gerade deshalb so erfrischend wirken.

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