Zum 60. Todestag von George Orwell Der Vater von Big Brother
George Orwell untersuchte seinerzeit die totalitären Tendenzen moderner Technik. Seine düstereren Visionen prägen unsere Sprache, wenn wir über staatliche Überwachung reden.
© Hulton Archive/Getty Images

Etwa um 1945: der Schriftsteller Eric Arthur Blair alias George Orwell
Als Fernsehproduzenten 1999 George Orwells düsteres Konzept des "Big Brother" in die Tat umsetzten, war dies einer der Höhepunkte postmodernen Zynismus. Mit seiner Ironisierung durch das Fernsehen schien 1984 ganz dem medialen Recyclingsprozess zum Opfer gefallen zu sein. Die deutsche Ausgabe von Big Brother startete nur einige Wochen nach dem 50. Todestag des Schöpfers von 1984 am 21. Januar 2000. George Orwell, mit bürgerlichem Namen Eric Arthur Blair, wurde im Grab umgedreht.
Nicht abzusehen war damals, dass dem Fernsehen in seiner Eigenschaft als Leitmedium selbst nur eine relativ kurze Lebensdauer beschieden war. Heute, zum 60. Todestag Orwells, hat sich die Situation geändert. Was RTL noch mühsam im Container inszenieren musste, ist im Internet Realität. Twitter, Flickr und Facebook haben, wenn man so will, die ganze Welt zu kleinen Containern gemacht.
Doch anders als in Orwells Dystopie gibt es keine zentrale Schaltstelle, welche die totale Überwachung kontrolliert. Big Brother ist überall. Jeder überwacht sich selbst und in dem Maße, wie er das möchte. Die Bandbreite reicht von der 24-stündigen Webcam-Übertragung bis zu Menschen, deren ganzer Stolz darin besteht, keinen einzigen Eintrag im Internet hinterlassen zu haben. Normal ist dabei ein relativ hohes Maß an Exposition, was die Frage nach der Freiwilligkeit derselben offen lässt. Dies erinnert unwillkürlich an den letzten Satz von 1984, wo von der aufrichtigen Liebe geläuterter Dissidenten für "Big Brother" die Rede ist.
Auch was ihre Verfügbarkeit betrifft, sind uns Orwells Texte so nah wie noch nie. Animal Farm, 1984 und andere Bücher Orwells sind heute umsonst von jedem Rechner der Welt aus abrufbar und werden ohne den Umweg über das Fernsehen heiß diskutiert. Etwa auf der Webseite "Orwell Today" verfolgen Verschwörungstheoretiker ihre ganz eigene Methode der Literaturexegese. Szenen aus 1984 werden mit Ereignissen der gegenwärtigen Politik verglichen. Dabei wird immer wieder auf die Zunahme der staatlichen Überwachung durch Kameras verwiesen.
Doch gerade was die staatliche Überwachung betrifft, ist die Wirklichkeit nicht so einfach wie der Roman. Dies zeigt der jüngste Bericht der britischen Organisation "Big Brother Watch". Demzufolge sind im Vereinten Königreich, der Hochburg der innerstädtischen Überwachung, mittlerweile 60.000 Kameras installiert. Von einer mit 1984 vergleichbaren Staatskontrolle kann hingegen keine Rede sein. Die Zunahme an Überwachungstechnik führt gerade nicht dazu, dass der städtische Raum sicherer wird. Wie eine steigende Verbrechensrate zeigt, ist das Gegenteil der Fall.
Den Grund für die Ineffizienz der innerstädtischen Überwachung sieht ein Sprecher von "Big Brother Watch" darin, dass die Kameras noch zu teuer seien. Für die dreieinhalb Millionen britische Pfund, welche die Regierung im letzten Jahr für Überwachungskameras ausgegeben habe, hätten mehr als 150 Polizisten eingestellt werden können. Die Tatsache, dass nur etwa 60 Verbrechen im Jahr durch Kameras aufgeklärt werden könnten, mache den guten alten Polizeibeamten zur günstigeren und effektiveren Alternative.
Orwells Vision der totalen Überwachung liegt also vor allem wegen seiner Fehleinschätzung der technischen Entwicklung daneben. Doch was wird sein, wenn die Gesichtserkennungssoftware und ähnliche Techniken Fortschritte machen? Möglicherweise wäre man bald so weit, das in Orwells "Newspeak" als "Facecrime" beschriebene Vergehen zu ahnden: Dieses besteht in einer in unwillkürlichen Zuckungen der Gesichtsmuskulatur zum Ausdruck gebrachten Unzufriedenheit mit dem politischen System.
- Datum 21.01.2010 - 09:21 Uhr
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Der Artikel irrt. Orwell hat die technischen Möglichkeiten gut erahnt.
Eine Fehleinschätzung liegt in der Paranoia der Mächtigen vor.
Das Überwachungssystem ist heute viel überdrehter, als Orwell sich vorgestellt hat und damit ineffizient. Viel hilft eben nicht immer viel.
Der permanente Kriegszustand, passt perfekt.
Hasswochen – passt. Mal wird dieser Hass gegen Länder, mal gegen Personen, mal gegen einen abstrakten Begriff gerichtet. „Man“ findet immer was.
So lassen wir uns Stück für Stück die Freiheit abnehmen und die Sinne vernebeln.
den Orwellschen Überwachungsstaat herannahen sieht übersieht eins: Die Überwachung, der Terror, er wird erst möglich durch die Kontrolle der Geschichte. In "1984" wird die gesamte Geschichtsschreibung, jeder Zeitungsartikel usw. auf dem
aktuellsten Stand gehalten, das heißt wenn Eurasien auf einmal
mit Ozeanien verbündet statt verfeindet ist, wird jeder Artikel, jede Erklärung so umgeändert das Eurasien schon immer mit Ozeanien verbündet war. Personen die sich gegen das
Regime wenden, werden beseitigt und aus der Geschichte getilgt.
"Das Überwachungssystem ist heute viel überdrehter, als Orwell sich vorgestellt hat und damit ineffizient. Viel hilft eben nicht immer viel."
Werden sie zu Hause überwacht?
"Der permanente Kriegszustand, passt perfekt."
Passt überhaupt nicht. Wer Orwell kennt weiß dass der Krieg
das Ziel hat die Bevölkerung a) zu motivieren und b)
den Lebensstandard der Bevölkerung möglichst gering halten zu können. Zur Not schmeißt das Militär auch mal Bomben auf die eigene Bevölkerung
Konflikte oder Kriege wie Afghanistan oder Irak sind damit nichtmal annähernd zu vergleichen
Man sollte übrigens auch nicht vergessen dass das Regime in "1984" daran arbeitet Sex und Beziehungen zu beseitigen, die Menschen zu überfremden.
Davon werden sie in keinem westlichen Staat was vorfinden.
den Orwellschen Überwachungsstaat herannahen sieht übersieht eins: Die Überwachung, der Terror, er wird erst möglich durch die Kontrolle der Geschichte. In "1984" wird die gesamte Geschichtsschreibung, jeder Zeitungsartikel usw. auf dem
aktuellsten Stand gehalten, das heißt wenn Eurasien auf einmal
mit Ozeanien verbündet statt verfeindet ist, wird jeder Artikel, jede Erklärung so umgeändert das Eurasien schon immer mit Ozeanien verbündet war. Personen die sich gegen das
Regime wenden, werden beseitigt und aus der Geschichte getilgt.
"Das Überwachungssystem ist heute viel überdrehter, als Orwell sich vorgestellt hat und damit ineffizient. Viel hilft eben nicht immer viel."
Werden sie zu Hause überwacht?
"Der permanente Kriegszustand, passt perfekt."
Passt überhaupt nicht. Wer Orwell kennt weiß dass der Krieg
das Ziel hat die Bevölkerung a) zu motivieren und b)
den Lebensstandard der Bevölkerung möglichst gering halten zu können. Zur Not schmeißt das Militär auch mal Bomben auf die eigene Bevölkerung
Konflikte oder Kriege wie Afghanistan oder Irak sind damit nichtmal annähernd zu vergleichen
Man sollte übrigens auch nicht vergessen dass das Regime in "1984" daran arbeitet Sex und Beziehungen zu beseitigen, die Menschen zu überfremden.
Davon werden sie in keinem westlichen Staat was vorfinden.
Orwells Szenarien als Fehleinschätzung zu bezeichnen ist naiv und wird seinem Werk überhaupt nicht gerecht.
Es geht nicht darum, ob gewisse technische Instrumente genau seinen Visionen gerecht geworden sind oder werden.., und ob er selbst ein Heiliger war..., sondern vielmehr um den immer selben Geist, der hinter allen totalitären Strukturen steckt und den er doch sehr treffsicher geschildert hat.
Das Brot-Und-Spiele BIG BROTHER Fernsehspektakel hat weniger mit Orwells Kameras und mehr und ungewollt mit Orwell'scher Volksverdummung zu tun.
Dieser Orwell'sche Geist der totalitären Strukturen inhärent ist zeigt sich auch von politischen Lagern und von Bildung oder Kultur völlig unabhängig. Viel mehr baut er auf die grundsätzlichen psychische Schwächen des Menschen.
Totalitäre Systeme sind somit eher zeitlos und werden von uns oft gar nicht als solche wahrgenommen. Sie gründen nicht auf Einzelpersonen, sondern zeigen sich wie Oligopole autopoietisch und mittelfristig unabdingbar, da zumindest kurzfristig für mehrere Macher und Mitläufer nützlich und sehr attraktiv.
Möglich sind sie letztlich nur, weil die Menschheit offensichtlich kein kollektives Gedächtnis hat und hinsichtlich ihrer Geschichte völlig lernunfähig ist.
Wozu der Stress?
Immerhin sind die Zeiten von Hitler und Co. doch längst vorbei. Wir sind in der heutigen Welt die Guten, die Bösen (axis of evil) die sitzen doch ganz woanders. Afrika, Naher Osten und der Jemen. Und weil wir die GUTEN sind und wir die BÖSEN fangen müssen, brauchen wir nun mal Überwachung.
Oder nicht?
Nun bisher ist jedes! System, das darauf beruht, dass es "Gute" Regierungen (Menschen an der Macht)gibt gescheitert. Sozialismus, Kommunismus, gute Herrscher (das hielten sie von Hitler zuerst auch)...
Die, die an der Macht sind müssen immer auch kontrolliert werden, damit sie ihre Macht nicht Missbrauchen. Daten sind Macht. In diesem Moment speichert google in seinen servern alle Daten ab, die ich gerade von mir preisgebe. Digicams kosten heute nicht mehr tausende sondern vlt. 50 Euro. In zehn Jahren wieviel? 1-2 Euro? Wenn etwas nichts kostet ist es überall. Gesichtserkennungssoftware gibt es schon heute. Credo: Jeder Schritt kann also schon bald überwacht werden. Im Internet sowieso. Aber wenn auch noch in der realen Welt? Bleibt nur noch eins. Sich benehmen. Aber wer entscheidet dann was Gut und Böse ist? Diktatur der Mehrheit? Was wenn mein Chef mir eine Beförderung verweigert, weil ihm nicht gefällt was ich in meiner Freizeit mache? Wo Orwell richtig lag oder nicht ist egal. Fakt ist es muss gehandelt werden, bevor sich Daten verselbstständigen. Daten sammeln muss genauso illegal sein, wie sie weiterzugeben!http://www.youtube.com/watch?v=NAx-6nHEWbE
Wozu der Stress?
Immerhin sind die Zeiten von Hitler und Co. doch längst vorbei. Wir sind in der heutigen Welt die Guten, die Bösen (axis of evil) die sitzen doch ganz woanders. Afrika, Naher Osten und der Jemen. Und weil wir die GUTEN sind und wir die BÖSEN fangen müssen, brauchen wir nun mal Überwachung.
Oder nicht?
Nun bisher ist jedes! System, das darauf beruht, dass es "Gute" Regierungen (Menschen an der Macht)gibt gescheitert. Sozialismus, Kommunismus, gute Herrscher (das hielten sie von Hitler zuerst auch)...
Die, die an der Macht sind müssen immer auch kontrolliert werden, damit sie ihre Macht nicht Missbrauchen. Daten sind Macht. In diesem Moment speichert google in seinen servern alle Daten ab, die ich gerade von mir preisgebe. Digicams kosten heute nicht mehr tausende sondern vlt. 50 Euro. In zehn Jahren wieviel? 1-2 Euro? Wenn etwas nichts kostet ist es überall. Gesichtserkennungssoftware gibt es schon heute. Credo: Jeder Schritt kann also schon bald überwacht werden. Im Internet sowieso. Aber wenn auch noch in der realen Welt? Bleibt nur noch eins. Sich benehmen. Aber wer entscheidet dann was Gut und Böse ist? Diktatur der Mehrheit? Was wenn mein Chef mir eine Beförderung verweigert, weil ihm nicht gefällt was ich in meiner Freizeit mache? Wo Orwell richtig lag oder nicht ist egal. Fakt ist es muss gehandelt werden, bevor sich Daten verselbstständigen. Daten sammeln muss genauso illegal sein, wie sie weiterzugeben!http://www.youtube.com/watch?v=NAx-6nHEWbE
...zur Orwells politischen Haltung:
"George Orwell war Sozialist. Seine Erfahrungen in Burma, die eine starke Abneigung gegen den Imperialismus zur Folge hatten, und sein zeitweiliges Leben in finanzieller Not prägten ihn sehr stark. In seinem Essay Why I Write (1947) stellt er alle seine Werke ab 1936 in direkten Zusammenhang mit seiner Überzeugung für den Sozialismus und seinen Kampf gegen Totalitarismus.
Die Art von Sozialismus, die George Orwell dabei unterstützt, unterscheidet sich grundlegend von den damals gängigen realsozialistischen Regimen wie der UdSSR, die er in seinen Werken verurteilt. Der „demokratische Sozialismus“ ist laut Orwell die einzig zukunftsträchtige Staatsform. Wichtig sind für ihn hierbei der Gedanke eines geeinten Europas und ein Ende des Imperialismus."
Irrt der Autor dieses Zeit-Artikels, oder die Enzyklopädie?
Grüße,
Lieber Leser,
vielen Dank der Nachfrage.
eine differenzierte Verortung der politischen Gesinnung Orwells als auf Wikipedia findet sich in "why orwell matters" von 2002, auf das ich mich beziehe.
http://www.amazon.com/Why...
viele Grüße,
Johannes Thumfart
Lieber Leser,
vielen Dank der Nachfrage.
eine differenzierte Verortung der politischen Gesinnung Orwells als auf Wikipedia findet sich in "why orwell matters" von 2002, auf das ich mich beziehe.
http://www.amazon.com/Why...
viele Grüße,
Johannes Thumfart
Komisch, wie kommen die auf die Zahl von 60.000 Überwachungskameras? 2004 existierten bereits 4 Millionen CC-TV-Kameras in Großbritannien:
"Landesweit wird die Zahl der Kameras, die auf britische Bürger gerichtet sind, auf 4,2 Millionen geschätzt. Kein anderes Land der Welt kann da auch nur annähernd mithalten."
Quelle: DIE ZEIT, 11.01.2007 Nr. 03
http://www.zeit.de/2007/0...
Lieber Leser,
auch hier danke für die Vertiefung. Die im Text genannte Zahl der Kameras bezieht sich auf staatliche Überwachung, während die 4,2 Millionen auch Überwachungskameras in Privatbesitz beinhaltet. Daher der Unterschied.
viele Grüße,
Johannes Thumfart
Lieber Leser,
auch hier danke für die Vertiefung. Die im Text genannte Zahl der Kameras bezieht sich auf staatliche Überwachung, während die 4,2 Millionen auch Überwachungskameras in Privatbesitz beinhaltet. Daher der Unterschied.
viele Grüße,
Johannes Thumfart
"Möglicherweise wäre man bald so weit, das in Orwells "Newspeak" als "Facecrime" beschriebene Vergehen zu ahnden: Dieses besteht in einer in unwillkürlichen Zuckungen der Gesichtsmuskulatur zum Ausdruck gebrachten Unzufriedenheit mit dem politischen System."
Sie können im chinesischen Fernsehen ja mal zucken ...
Das "Schöne" bzw. Geniale an Orwells Schilderung ist doch, dass sie eben genau das aufzeigt, was nun mit immer mehr Technik um uns herum geduldet und sogar (extrinsisch motiviert) gewollt wird: Kontrolle, eingeführt mit dem Argument der (vermeintlichen) Sicherheit und selbst bei gröbsten Patzern in diesem Bereich durch nur noch mehr Kontrolle bestärkt.
Mit der Nebensächlichkeit wie dieser Fernsehsendung würde ich den Namen Orwell kaum assoziieren, mit dem Geschrei um Nacktscanner und der damit verbundenen Hörigkeit derer, die dann durch eben diese Geräte "kontrolliert" werden schon eher.
kehrt alles Stück für Stück ein, was sich kluge Köpfe vor vielen Jahren ausmalten. Die Datenkontrolle, die Überwachung im öffentlichen Raum, die Überwachung im privaten Raum, all das wird in 50 Jahren Realität sein. Kärtchen in die Kontrolllesemaschine und rumms ist klar, um welche Gesinnung es sich handelt. http://viereggtext.blogsp...
Dieser Zeit Artikel verharmost die Überwachungsmanie der Staaten. Dabei ist es völlig unerheblich, ob Orwell´s Visionen genau wie von ihm vorausgeahnt, 1:1 eingetroffen sind, bzw. in wie weit er in der Lage war, die heutigen technischen Möglichkeiten vorherzusehen. Denn festzustellen ist, dass alle vorhandenen technischen Überwachungsmöglichkeiten (wenn auch noch schleichend)mit immer neuen Begründungen ausgeschöpft werden und die individuelle Freiheit immer mehr eingeschränkt wird. Das die staatlichen Überwachungsfanatiker z.Z. noch Schwierigkeiten damit haben die gesammelten Daten auszuwerten, ist nur ein vorübergehended Hemmnis. Und was die Geheimdienste, allen voran die NSA treiben, ist nur zu erahnen. Irgendwann wird jeder mit einem eingepflanzten RFID Chip herumlaufen und Tracking Stationen werden in der Lage sein jede Bewegung zu protokollieren. Dazu bedarf es nur ein oder zwei größerer Terroranschläge und der Feststellung, dass die vorhanden Sicherheitsmassnahmen unzureichend sind. Was darüber hinaus an "Sicherheitsvorkehrungen" erdacht wird, wird sich aus der Eigendynamik dieses pervertierten Sicherheits -und Kontrolldenkens ergeben. Und es wird Staaten geben (z.B. Nordkorea und andere) bei denen niemand daran zweifelt dass dort die totale Kontrolle brutalstmöglich umgesetzt wird.
Orwell hat unter anderem auch "Homage to Catalonia geschrieben; ein Buch über seine Erinnerungen im spanischen Bürgerkrieg. (in welchem er auf der Seite der politisch vermischten Bewegung aus Anarchisten, Sozialisten und Arbeiterbewegungen kämpfte)
Zumindest während dieser Zeit kann man glaub ich mit Fug und Recht von einer sozialistischen Gesinnung sprechen. Diese war, wie der Wiki-Autor richtig erkannt hat, jedoch eine modernere Form des Sozialismus. Er sprach sich auch später noch ausdrücklich gegen totale Systeme wie den Stalinismus aus und verfolgte eher einen "liberalen" Sozialismus (liberal im Sinne eines demokratischen Freiheitsbegriffes). Da die Definitionen und Begriffe des Sozialismus inzwischen so oft durch den Fleischwolf gedreht worden sind bzw. zu Kampfbegriffen degradiert worden sind, fällt es schwer, Orwell heute irgendwo zu gruppieren.
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