Jeweils drei Schriftsteller wurden in den Kategorien “National“ und “International“ mit dem Deutschen Krimi Preis 2010 in Bochum geehrt. Ulrich Ritzel erhielt für seinen Kriminalroman Beifang den ersten Preis der nationalen Autoren. Der studierte Jurist und ehemalige Journalist Ritzel hatte bereits 2001 mit seinem zweiten Roman Schwemmholz den ältesten deutschen Krimi-Preis erhalten. In Beifang schildert er die Ermittlungen des ausgedienten Kriminalbeamten Hans Berndorf nach dem Mord an einer jungen Frau.

Von dem rätselhaften Auftauchen eines ermordet geglaubten Mädchens handelt der Roman Totsein verjährt nicht von Friedrich Ani, mit dem der Münchner Autor den zweiten Platz belegt. Bekannt wurde der 51-Jährige durch seine Kriminalromane um Kommissar Tabor Süden. Ein Roman dieser Reihe wurde bereits 2002 mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet.

Dritter Preisträger in der Kategorie "National" ist der Mülheimer Jörg Juretzka. Sein Roman Alles total groovy hier ist ein neuer Krimi in seiner Reihe um den eigenwilligen Ruhrgebiets-Detektiv "Krüschel". Der gelernte Tischler Juretzka ist nicht nur Schriftsteller, sondern arbeitet als Drehbuchautor unter anderem für den Privatsender ProSieben.

Bei den internationalen Autoren setzte sich der in Tokio lebende Brite David Peace mit dem Roman Tokio im Jahr Null (Originaltitel: Tokyo Year Zero) durch. Darin zeichnet er ein grauenvolles Bild der Stadt im Jahr 1946. Der 1967 geborene Peace schildert Angst, Korruption und die Verbrechen eines brutalen Serienmörders.

Den zweiten Preis in der gleichen Kategorie heimste der Südafrikaner Roger Smith für seinen Krimi Kap der Finsternis ein. Smith, 1960 in Johannesburg geboren, lebt heute als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent in Kapstadt. Den dritten Platz belegt der Ire Ken Bruen mit seinem düsteren und zynischen Krimi Jack Taylor fliegt raus.

Der Deutsche Krimi Preis wird seit 1985 jährlich von einer Jury aus Journalisten und Kritikern vergeben und ist undotiert. Eine öffentliche Preisverleihung findet nicht statt. Ehemalige Preisträger sind unter anderem Frank Schätzing, Bernhard Schlink und Henning Mankell.