"Fänger im Roggen" J. D. Salinger ist tot

Der Autor des Kultbuches "Der Fänger im Roggen" ist tot. J. D. Salinger wurde 91 Jahre alt. Seit Jahrzehnten lebte er völlig zurückgezogen.

Der Autor des "Fänger im Roggen" ist tot: J. D. Salinger starb mit 91 Jahren in Cornish, New York

Der Autor des "Fänger im Roggen" ist tot: J. D. Salinger starb mit 91 Jahren in Cornish, New York

Er schrieb nur einen einzigen Roman – und dieser wurde zu einem weltweiten Erfolg. Der Verfasser von Der Fänger im Roggen, J. D. Salinger, ist mit 91 Jahren in seinem Haus in Cornish im US-Staat New Hampshire gestorben. Dies teilte seine Sprecherin mit.

Aus Respekt vor seinem "lebenslangen Bemühen um Abgeschiedenheit" werde es keinen Gottesdienst zur Beisetzung geben. "Die Familie bittet, aus Respekt gegenüber dem Leben und Werk von Mister Salinger, diesem Wunsch zu folgen", sagte seine Sprecherin. "Er wird von den wenigen, die ihm nahe waren, ebenso vermisst wie von den zahllosen Lesern."

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Jerome David Salinger wurde am Neujahrstag des Jahres 1919 geboren. Seine Mutter, eine irisch-schottische Katholikin, war wegen des Vaters zum Judentum konvertiert. Erste Schreibversuche unternahm er als junger Kadett in einer Militärschule, als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er in Frankreich, schrieb aber weiter. Dort traf er auch den Kriegsberichterstatter Ernest Hemingway, der ihm einer Biografie zufolge ein "verdammtes Talent" bescheinigte.

1951 erschien Salingers erster und letzter Roman, der eine ganze Generation beeinflusste. Der Fänger im Roggen handelt vom 16-jährigen Holden Caulfield, der aus dem Internat fliegt und sich in Salingers Heimatstadt New York durchschlägt.

Das Buch ist ein frühes Dokument der beginnenden Jugendrebellion. Zudem war der Schreibstil auffällig und nicht zuletzt die Sprache, die sich zahlreicher Schimpfwörter bediente. Das Buch wurde in den ersten drei Jahren weltweit zehn Millionen mal verkauft und geht auch sechs Jahrzehnte später noch zu Hunderttausenden über den Ladentisch.

Der Autor lebte die letzten Jahrzehnte völlig zurückgezogen, sein letztes Interview ist 30 Jahre her (ZEIT ONLINE-Nachruf). Zuletzt hatte er 1965 veröffentlicht. Er war vor einem halben Jahr noch einmal in die Öffentlichkeit getreten. Da hatte Salinger gegen einen Autoren geklagt, der mit 60 Years Later: Coming Through the Rye eine Fortsetzung des Fängers im Roggen verkaufen wollte.

 
Leser-Kommentare
    • Talor
    • 28.01.2010 um 21:38 Uhr

    Möge er in Frieden ruhen.

  1. Autoren sind Kinder ihrer Zeit. 1951 also wurde der Fänger im Roggen erstmals veröffentlicht. Wann das geschrieben wurde, lässt sich daraus nicht ableiten. Der Autor war bei der Veröffentlichung demnach um die 30 Jahre alt, also dürfen wir das Geschehen getrost um 10 Jahre zurück verlegen. Mir wurde dieses Werk um 1970 herum von meinem Deutschlehrer(!) am Gymnasiun als quasi Naturkonstante ewig auftretender Sehnsüchte und Wünsche eines 16-jährigen verkauft. Der wusste das ganz einfach, der Deutschlehrer. Auf den Gedanken, dass es zwischen 1940 im Mittelwesten der USA und 1970 in Westdeutschland Unterschiede gab und gibt, ist der wohlmeinende Pädagoge nicht gekommen. Wir als Schüler jedenfalls fassten diese Lesart des besagten Pädagogen schlicht als Zumutung auf - wir waren ernsthaft damals - und haben ihm geraten, er solle sich mal die Platte "7 Lieder" von Hannes Wader kaufen. Ob er es gemacht, hat weiß ich nicht. Salinger hat sie sich gekauft. Das weiß ich.

  2. - veröffentlichten - Werke Salingers lassen sich leicht nennen, z.B. als Zitat aus dem etwas gehaltvolleren Nachruf der NYT, hiermit auch zur Lektüre empfohlen:

    "Mr. Salinger’s literary reputation rests on a slender but enormously influential body of published work: the novel “The Catcher in the Rye,” the collection “Nine Stories” and two compilations, each with two long stories about the fictional Glass family: “Franny and Zooey” and “Raise High the Roof Beam, Carpenters and Seymour: An Introduction.”[...]“Franny and Zooey” and “Raise High the Roof Beam,” both collections of material previously published in The New Yorker, came out in 1961 and 1963, and the last work of Mr. Salinger’s to appear in print was “Hapworth 16, 1924,” a 25,000-word story that took up most of the June 19, 1965, issue of The New Yorker."

    http://www.nytimes.com/20...

    • hagego
    • 29.01.2010 um 10:00 Uhr

    Zwei Amerikaner haben mich in meiner Jugend beeindruckt: Präsident J. F. Kennedy und Holden Caulfield. Kennedy wurde mir, so erinnere ich es heute, ein wenig von meinen Eltern eingeflüstert. Caulfield aber entdeckte ich, bevor "Der Fänger im Roggen" zur Lieblingsmelodie der meisten Schulen wurde.

    So wie Holden, so wollte ich auch werden! Genau so!

    Steine werfen gegen Springer. Demonstrationen gegen die AKWs. Kiffen im Abaton, Hamburgs Alternativ-Kino. Im Star-Club die Musik der Beatles und anderer Bands hören. Und den Spuren, die Hubert Fichte in seinen Furore machenden Büchern auslegte, folgen.

    Stattdessen: Samstag-Abends "EWG" mit Kulenkampff geschaut. Wieder mal mit Germania Schnelsen ganz knapp 1:3 oder 0:4 gegen Barmbek Uhlenhorst, Altona 93 oder Concordia Hamburg verloren.

    J. D. Salingers "Fänger" habe ich bisher bestimmt vier- oder fünfmal gelesen. Fichtes "Palette" auch.

    Ob J.D. Salinger, der "Holden-Vater", der jetzt mit 91 Jahren starb, ein "großer Schriftsteller" war, ist mir eigentlich egal. Sein Buch hat mich damals begeistert. Mehr, das gebe ich zu, als heute. Einige Impulse sind hängengeblieben. Und - ehrlich - darüber bin ich nicht unglücklich.

    Dass ich immer noch dem "alten" Franz Josef Degenhardt und dem "ewig jungen" Hannes Wader zuhöre, liegt wohl daran, dass sie vertont haben, was J. D. Salinger vor knapp 60 Jahren in seinem einzigen wirklichen Buch ge- und beschrieben hat.

    Phoebe, du hast einen wunderbaren Bruder! Und er lebt immer noch!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    und “Raise High the Roof Beam”, z.B., keine wirklichen Bücher? Diese Einschätzung macht die Annahme, Sie könnten sie gelesen haben, eher unwahrscheinlich.

    Hier gibt es übrigens noch einen Nachruf auf Salinger (der dankenswerterweise z.B. auf den Begriff "Kultbuch" verzichtet)

    http://www.zeit.de/kultur...

    nicht so anfahren: Tut mir leid!

    Zumal ich nach längerem Nachdenken zu dem Schluss gekommen bin, dass es aus meiner Sicht nicht das geringste an Ihrem Kommentar auszusetzen gibt.

    und “Raise High the Roof Beam”, z.B., keine wirklichen Bücher? Diese Einschätzung macht die Annahme, Sie könnten sie gelesen haben, eher unwahrscheinlich.

    Hier gibt es übrigens noch einen Nachruf auf Salinger (der dankenswerterweise z.B. auf den Begriff "Kultbuch" verzichtet)

    http://www.zeit.de/kultur...

    nicht so anfahren: Tut mir leid!

    Zumal ich nach längerem Nachdenken zu dem Schluss gekommen bin, dass es aus meiner Sicht nicht das geringste an Ihrem Kommentar auszusetzen gibt.

  3. und “Raise High the Roof Beam”, z.B., keine wirklichen Bücher? Diese Einschätzung macht die Annahme, Sie könnten sie gelesen haben, eher unwahrscheinlich.

    Hier gibt es übrigens noch einen Nachruf auf Salinger (der dankenswerterweise z.B. auf den Begriff "Kultbuch" verzichtet)

    http://www.zeit.de/kultur...

    Antwort auf "So wie Holden werden!"
  4. nicht so anfahren: Tut mir leid!

    Zumal ich nach längerem Nachdenken zu dem Schluss gekommen bin, dass es aus meiner Sicht nicht das geringste an Ihrem Kommentar auszusetzen gibt.

    Antwort auf "So wie Holden werden!"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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  • Schlagworte Literatur | Ernest Hemingway | Frankreich | Seine | New York
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