Lit.Cologne Politisches mit Herta Müller und Ai Weiwei

Das größte europäische Literaturfest ist eröffnet – zum zehnten Mal: Unter anderem lesen Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller und der chinesische Künstler Ai Weiwei.

Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Lit.Cologne zum größten Literaturfestival Europas entwickelt. In diesem Jahr steht in Köln die Frage im Mittelpunkt: "Wie politisch kann, darf oder muss künstlerische Arbeit sein, in der Literatur wie in der bildenden Kunst?"

Um diese Frage geht es am 19. März auch bei einer Solidaritätsveranstaltung für den chinesischen Autor Liao Yiwu. Er ist zwar eingeladen, kann aber nicht kommen, weil China ihm die Ausreise verweigerte. "Wir lassen trotzdem lesen", kündigte Festivalleiter Rainer Osnowski an. Gelesen wird aus Liaos Buch Fräulein Hallo und der Bauernkaiser – Chinas Gesellschaft von unten. Außerdem wird aus Briefen zitiert und ein Telefon-Interview mit dem Autor abgespielt.

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Über Kunst und Diktaturen spricht Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller mit dem chinesischen Künstler Ai Weiwei. Weiwei gehört zu den bedeutendsten Gegenwartskünstlern, der in seinen Arbeiten die politische Führung Chinas kritisiert.

Gesellschaftskritisch geht es bei Money makes the world go round mit der Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun und der Bankmanagerin und Autorin Christine Novakovic zu. Inwieweit musikalische Texte zur Literatur zählen, ist Thema mehrerer Abende. Daneben gibt es eine Vielzahl klassischer Lesungen vor allem auch international bekannter Autoren wie Nick Hornby, Martin Walser, Margaret Atwood, Maarten 't Hart, Frank Schätzing und Henning Mankell. Siegfried Lenz musste krankheitsbedingt absagen.

Auf elf Tage verteilen sich 175 Veranstaltungen wie Lesungen und Diskussion. Im vergangenen Jahr zählte die Lit.Cologne 65.000 Besucher. Für Kinder und Jugendliche gibt es wieder eine Lit.Kid.Cologne.

 
Leser-Kommentare
  1. Zum Thema Herta MÜLLER und Ai WEIWEI empfehle ich zwei Artikel zu lesen, die die Diskussion bei Lit.COLOGNE zwischen Herta und Ai sehr unterschiedlich widerspiegeln. Die FAZ (Oliver Jungen, 12.3.10) sah nur "Luftblasen und Stinkefinger" – also Belanglosigkeiten – bei "Lit.Colonge", welche die Diskussion zwischen Herta Müller und Ai Weiwei angeblich bestimmt haben. Arno Widmann erlebte die Diskussion anders; vgl. FR 13.3.2010. Ebenda Kommentare. Sehr lesenswert ist ein Weiwei-Interview mit der FR (vor der Diskussion in Köln, mit Bernhard Bartsch)!

  2. Lesung mit Olaf Waterstradt

    Olaf Waterstradt war am 21.Januar 2010 bei der Buchhandlung Berger in Forst (Lausitz) zu Gast. Er las heitere und doch auch nachdenklich machende Alltags-Geschichten aus seinem Buch "Bananen, Banken und Banausen" vor. Das zahlreiche Publikum bedankte sich mit viel Beifall für diesen schönen Abend in der Stadtbibliothek. Mehr zu unsere Lesung hier

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