Deutscher Buchhandel Keine Angst vor dem digitalen Buch
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels fühlt sich von Internet und E-Reader nicht bedroht. Die neuen Medien seien eher hilfreich für die Branche, sagte der Vorstand.
Neue Medien und technische Neuerungen wirken sich nach Ansicht des Buchhandels positiv auf die Branche aus. "Die Befürchtung, Internet oder E-Reader könnten das gedruckte Buch substituieren, hat sich nicht bewahrheitet", sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Gottfried Honnefelder der dpa. "Verleger können inzwischen nur noch schmunzeln, wenn das Buch wieder einmal für tot erklärt wird."
Auch wenn die Branche im Januar und Februar ein Umsatzminus von 3,6 Prozent verzeichnen musste, sieht Honnefelder keinen Grund zur Beunruhigung. Diese Monate hätten generell nur einen bescheidenen Anteil am Jahresgesamtumsatz.
Eine Woche vor Beginn der Leipziger Buchmesse (18. bis 21. März) stehe der deutsche Buchhandel gut da. Seit 2004 sei der Buchmarkt kontinuierlich gewachsen, auch das Krisenjahr 2009 habe die Branche mit einem Wachstum von 2,8 Prozent abgeschlossen. "Ich wüsste nicht, warum sich das in diesem Jahr ändern sollte", sagte Honnefelder.
Der Vorsteher des Börsenvereins betonte, viele Verlage seien sehr aktiv im E-Book-Geschäft und entwickelten neue Geschäftsmodelle. "Aber wir stehen immer noch am Anfang, die USA ist in dem Bereich schon wesentlich weiter. Wir werden sehen, wie der Markt sich entwickelt." Honnefelder hofft auf "möglichst viele Anbieter von E-Book-Readern". Es wäre schlecht, wenn Monopole entstünden, die dann auch den Inhalt der Bücher beeinflussten.
Über das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Vorratsdatenspeicherung sei man in der Branche nicht uneingeschränkt glücklich. Danach dürfen in Deutschland Telefon- und Internetdaten nicht länger massenhaft für sechs Monate gespeichert werden, um Ermittlungen zu erleichtern. Honnefelder findet es jedoch "bedauerlich, dass das Bundesverfassungsgericht keine Übergangsregelung oder eine Frist für die Neuregelung des Gesetzes gestellt hat". Dadurch entstehe ein rechtsstaatliches Vakuum. "Wir kämpfen wie die Löwen gegen Raubzüge im Internet und das illegale Herunterladen von Daten", sagte Honnefelder. "Wir brauchen entsprechende Mittel zur Verteidigung." Dies werde sicher auch auf der Leipziger Buchmesse thematisiert.
- Datum 10.03.2010 - 14:38 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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oder wie soll ich das verstehen? Aber bei den Preisen und dem derzeitigen Angebot auf dem deutschen E-Book-Markt plus dem tollen Adobe Digital Editions würde ich mir anstelle des Buchhandelns auch keine Sorgen um Umsätze machen - es gibt keine.
Die Industrie tut viel, um den Absatz von Produkten zu verhindern. Zum Beispiel macht sie ihre Produkte für Behinderte uninteressant. Sie schließt damit so viele Leute von ihren Produkten aus. dass sie sich über schlechten Absatz nicht weiter zu beklagen braucht, da sie selbst allein die Verantwortung dafür trägt.
Solange die E-Buecher genauso teuer sind wie die gedruckten, schneiden die E-Buecher natuerlich viel schlechter ab als die gedruckten. Das liegt wohl an der Buchpreisbinding, die den e-Markt eher un-attraktiv macht. Somit hat die Industrie das neue Medium effektiv zurueckgedraengt.
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