Carl Weissner "Ich hab' nicht mehr ewig Zeit"Seite 3/3
Weissner: Von wegen Kopfschütteln: Wir fanden es meistens ganz interessant, unsere Textlieferanten anzugeben. Mein erstes Cut-up hieß Kafka meets Fellini. Und unter einer Cut-up-Tirade meines Freundes Claude Pélieu stand zum Beispiel, in Klammern: "James Joyce/Nathalie Sarraute/Carl Weissner/Mickey Spillane". Wenn ich sehe, wen der alles in den Mixer getan hat, werde ich doch neugierig auf das Ergebnis.
ZEIT ONLINE: Ihre Prosa in Manhattan Muffdiver bewegt sich auf der Grenze zwischen Fakt und Fiktion. Ist das der Einfluss Bukowskis, der ja auch immer hart am eigenen Leben entlang geschrieben hat?
Weissner: Meine stärksten Einflüsse hätten eigentlich Burroughs und Bukowski sein müssen. Die zwei sind aber in ihrer Schreibe so grundverschieden, dass sich ihre Einflüsse neutralisiert haben. Ich habe von ihnen vor allem eins gelernt: Wie man Dialoge schreibt. Aber das Antriebsaggregat in meinen Texten, das ständige Suchen nach beunruhigenden Zusammenhängen, nach dem Mechanismus, der plötzlich zu ticken aufhört, weil er gleich explodiert – das ist Ballard pur.
Das Gespräch führte Frank Schäfer
- Datum 16.03.2010 - 16:45 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Bukowski hat sich ganz ordentlich über Keroucac lustig gemacht und mit Burroughs Drogenexzessen nix am Hut. Charles war ein Säufer, kein Junkie. Dafür ist er ja recht alt geworden.
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