E-Books auf der Buchmesse Die Ruhe nach dem HypeSeite 2/2
Die größte Herausforderung für die Anbieter von E-Books wird sein, die Gewinnerwartungen der Verlage zu erfüllen, ohne die Zahlungswilligkeit der Kundschaft zu überfordern. Der Sprecher des MVB jedenfalls schlug in Leipzig bei der öffentlichen Informationsveranstaltung zu "libreka!" erfreulich realistische Töne an: Kaum ein Kunde sei bereit, mehr als zehn Euro für ein E-Book zu bezahlen. Dessen Herstellungskosten für den Verlag bewegen sich jedoch nicht wesentlich unterhalb jener für ein gedrucktes Buch.
In Sonntagsreden, so hieß es, würde immer wieder betont, dass man nicht dieselben Fehler wie die Musikbranche machen dürfe, Stichworte: Kopierschutz und Preisgestaltung. "Und dennoch", sagt der MVB-Sprecher, "machen manche Verlage dieselben Fehler." Der Kunde, das hat man in den vergangenen Jahren gelernt, will in seiner Nutzerfreiheit nicht beschränkt und gegängelt werden.
Wie klein der Markt ist und wie relativ die Diskussion betrachtet werden muss, beweist eine Zahl: Von den 1,2 Millionen lieferbaren Büchern sind in Deutschland zurzeit etwa 20.000 als E-Books erhältlich. Die Zukunft des Produkts wird unter anderem davon abhängen, ob man mit dem digitalisierten Buch im Zeitalter von Twitter, Facebook und Apps, von iPhones und iPads das Attribut "sexy" verbindet. Die Download-Plattform textunes bietet beispielsweise Stephen Kings neuen Roman Die Arena zum Preis von 24,99 € oder Frank Schätzings Limit für 25,99 zum Download auf das Smartphone an. Doch scheint es schwer vorstellbar, dass im Jahr 2030 Normalität geworden sein soll, 1000-Seiten-Romane von einem kleinen Telefon-Display abzulesen.
Viel wahrscheinlicher indes, dass nicht die Inhalte das Medium bestimmen, sondern umgekehrt: In Japan wird bereits heute speziell auf schnelle Lesbarkeit auf technischen Geräten hin zugeschnittene Kurzprosa produziert. Das sind Anfänge. Doch das ändert nichts daran, dass die bislang technisch ausgefeilteste Form des Lesens nach wie vor das gute, alte gedruckte Buch ist.
- Datum 22.03.2010 - 11:40 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Die deutschen Verlage mögen vor elektronischen Büchern erstarren wie das Kaninchen vor der Schlange - aber anderswo, vor allem in den USA, ist man da schon wesentlich weiter. Das elektronische Bücher hier noch kein Verkaufserfolg sind, liegt an dem mangelnden Angebot.
Und Bücher nicht elektronisch zu verkaufen, bedeutet doch gerade die Fehler der Musikindustrie nachzumachen. Bücher einzuscannen wird auch immer einfacher, und wenn die Verlage die Bücher nicht elektronisch anbieten, so wird das ihre elektronische Verbreitung trotzdem nicht aufhalten - mit dem Unterschied, daß die Verlage dann nicht davon profitieren...
Moin,
ich persönlich sehe hier einen Irrweg. Bisher war es ohne Probleme möglich, Schriften ohne Hilfmittel (Lesegeräte) lesen zu können. Nur diesem Umstand ist es übrigens zu verdanken, dass wir heute auch ägyptische, sumerische, chinesische und was sonst noch an alten Schriften lesen zu können. Stellen wir uns in einem Gedankenexperiment einmal vor, die Ägypter hätten 100 v. Chr. ihre Schrift umgestellt und alles auf einem IBM System /34 oder /3 gespeichert. Nun finden wird 2110 Jahre später einen Stapel Disketten der Ägypter, die bei Baggerarbeiten am Nil gefunden wurden. Und nehmen wir ferner an, die Disketten wären noch brauchbar und zerfallen nicht gleich zu Kunststoffstaub, wer hat nach den vielen Jahrhunderten noch 8"-Diskettenlaufwerke. Hand aufs Herz, wer kann denn noch 5,25"-Disketten oder 3,5"-Disketten lesen? Und das ist erst ein paar Jahre her. Die /3 hatte übrigens noch 96-Zeichen-Lochkarten. Ob es nun, außer für den Vertrieb der Lesegeräte und die Patentinhaber, einen tieferen Sinn macht, Schriftsprache, die heute ohne zusätzliche Hilfsmittel lesbar ist, in eine Schriftsprache zu verwandeln, die zwingend auf komplexe Lesehilfsmittel mit entsprechend kurzen Lebenszyklen angewiesen ist, ich bezweifle es entschieden. Viel Spaß in zwanzig Jahren beim erneuten Lesen des eBooks von heute.
Beste Grüße
Grabert (Computer-Heini)
Moin,
ich persönlich sehe hier einen Irrweg. Bisher war es ohne Probleme möglich, Schriften ohne Hilfmittel (Lesegeräte) lesen zu können. Nur diesem Umstand ist es übrigens zu verdanken, dass wir heute auch ägyptische, sumerische, chinesische und was sonst noch an alten Schriften lesen zu können. Stellen wir uns in einem Gedankenexperiment einmal vor, die Ägypter hätten 100 v. Chr. ihre Schrift umgestellt und alles auf einem IBM System /34 oder /3 gespeichert. Nun finden wird 2110 Jahre später einen Stapel Disketten der Ägypter, die bei Baggerarbeiten am Nil gefunden wurden. Und nehmen wir ferner an, die Disketten wären noch brauchbar und zerfallen nicht gleich zu Kunststoffstaub, wer hat nach den vielen Jahrhunderten noch 8"-Diskettenlaufwerke. Hand aufs Herz, wer kann denn noch 5,25"-Disketten oder 3,5"-Disketten lesen? Und das ist erst ein paar Jahre her. Die /3 hatte übrigens noch 96-Zeichen-Lochkarten. Ob es nun, außer für den Vertrieb der Lesegeräte und die Patentinhaber, einen tieferen Sinn macht, Schriftsprache, die heute ohne zusätzliche Hilfsmittel lesbar ist, in eine Schriftsprache zu verwandeln, die zwingend auf komplexe Lesehilfsmittel mit entsprechend kurzen Lebenszyklen angewiesen ist, ich bezweifle es entschieden. Viel Spaß in zwanzig Jahren beim erneuten Lesen des eBooks von heute.
Beste Grüße
Grabert (Computer-Heini)
Da kommt in der Überschrift groß das IPad vor und dann gibt's nur eine endlose Erklärung über die Rentabilität von EBooks. Eins zumindest trifft am Schluss ganz gut den Punkt: Lange dicke Bücher liest man nicht auf kleinen Bildschirmen. Kurze Prosa eher.
Aber einen Punkt fand ich am Schluss auch lächerlich: Man muss das Attribut "sexy" damit verbinden. Ähm... alles klar. Wieso ausgerechnet "sexy" und nicht attraktiv oder cool oder sonstwas bleibt dahingestellt.
Ich persönlich halt von EBooks absolut gar nichts. Leute, die sich das heute kaufen, kaufen sich damit eine Spielerei, kaufen sich das so, als würden sie ein Tamagochi kaufen. Aber kein Buch.
"Ich persönlich halt von EBooks absolut gar nichts. Leute, die sich das heute kaufen, kaufen sich damit eine Spielerei, kaufen sich das so, als würden sie ein Tamagochi kaufen."
Ich habe ja schon viele sehr merkwürdige Kommentare zu elektronischen Büchern gelesen, aber das übertrifft ja wohl alles. "Tamagochi"? Ist das Lesen von Artikeln auf Zeit.de für Sie auch dasselbe wie das Betrachten von Tamagochis?
Lesegeräte für elektronische Bücher sind keine Spielerei, sondern ein Medium für das Lesen von Texten. Sie sind angenehmer zum Lesen als herkömmliche Computermonitore, und verbrauchen viel weniger Platz als eine herkömmliche Büchersammlung. Ich habe schon sehr viele Bücher auf ihnen gelesen, und sie sind weit mehr als nur ein Spielzeug für mich.
"Die Idee ist an ich sehr gut, jedoch für mich nutzlos da die meisten Dokumente, wie beispielsweise Vorlesungsskripte, im PDF Format vorliegen."
Es gibt bereits eine Anzahl an großformatigen Lesegeräten, welche allerdings noch relativ teuer sind. Ich verwende zum Beispiel das iRex DR1000S für das Lesen von PDFs, was recht gut klappt - der Bildschirm ist nur geringfügig kleiner als eine A4-Seite.
"Ich persönlich halt von EBooks absolut gar nichts. Leute, die sich das heute kaufen, kaufen sich damit eine Spielerei, kaufen sich das so, als würden sie ein Tamagochi kaufen."
Ich habe ja schon viele sehr merkwürdige Kommentare zu elektronischen Büchern gelesen, aber das übertrifft ja wohl alles. "Tamagochi"? Ist das Lesen von Artikeln auf Zeit.de für Sie auch dasselbe wie das Betrachten von Tamagochis?
Lesegeräte für elektronische Bücher sind keine Spielerei, sondern ein Medium für das Lesen von Texten. Sie sind angenehmer zum Lesen als herkömmliche Computermonitore, und verbrauchen viel weniger Platz als eine herkömmliche Büchersammlung. Ich habe schon sehr viele Bücher auf ihnen gelesen, und sie sind weit mehr als nur ein Spielzeug für mich.
"Die Idee ist an ich sehr gut, jedoch für mich nutzlos da die meisten Dokumente, wie beispielsweise Vorlesungsskripte, im PDF Format vorliegen."
Es gibt bereits eine Anzahl an großformatigen Lesegeräten, welche allerdings noch relativ teuer sind. Ich verwende zum Beispiel das iRex DR1000S für das Lesen von PDFs, was recht gut klappt - der Bildschirm ist nur geringfügig kleiner als eine A4-Seite.
mir persönlich fällt auch ein einziger Grund ein mir einen eBookreader zuzulegen. Die Idee ist an ich sehr gut, jedoch für mich nutzlos da die meisten Dokumente, wie beispielsweise Vorlesungsskripte, im PDF Format vorliegen. Da die derzeitigen Geräte kein PDF unterstützen haben sie für mich keinen Nutzen.
Im Übrigen bietet der erwähnte Verlag Springer Science seine Bücher als PDF Download an. Hier hat man keine Bedenken bezüglich Raubkopiererei und es scheint sich auszuzahlen.
MfG
"Ich persönlich halt von EBooks absolut gar nichts. Leute, die sich das heute kaufen, kaufen sich damit eine Spielerei, kaufen sich das so, als würden sie ein Tamagochi kaufen."
Ich habe ja schon viele sehr merkwürdige Kommentare zu elektronischen Büchern gelesen, aber das übertrifft ja wohl alles. "Tamagochi"? Ist das Lesen von Artikeln auf Zeit.de für Sie auch dasselbe wie das Betrachten von Tamagochis?
Lesegeräte für elektronische Bücher sind keine Spielerei, sondern ein Medium für das Lesen von Texten. Sie sind angenehmer zum Lesen als herkömmliche Computermonitore, und verbrauchen viel weniger Platz als eine herkömmliche Büchersammlung. Ich habe schon sehr viele Bücher auf ihnen gelesen, und sie sind weit mehr als nur ein Spielzeug für mich.
"Die Idee ist an ich sehr gut, jedoch für mich nutzlos da die meisten Dokumente, wie beispielsweise Vorlesungsskripte, im PDF Format vorliegen."
Es gibt bereits eine Anzahl an großformatigen Lesegeräten, welche allerdings noch relativ teuer sind. Ich verwende zum Beispiel das iRex DR1000S für das Lesen von PDFs, was recht gut klappt - der Bildschirm ist nur geringfügig kleiner als eine A4-Seite.
Was mir nicht in den Kopf geht ist die plötzliche Notwendigkeit, Bücher auf einem kleinen Gerät lesen zu können.
Es gibt doch nichts schöneres als sich mit einem schönen, dicken Buch in der Tasche in den Stadtpark zu begeben und dort zu lesen. Oder im Bett rumzumümmeln und sich zwischen fünfhundert Seiten in eine Geschichte einzugraben.
Ein Text auf einem Smartphone, das kaum soviel wiegt wie eine Schachtel Zigaretten wirkt dagegen kalt.
Er riecht nicht nach Papier, er raschelt nicht beim umblättern. Er ist eine Datei in irgendeinem Ordner anstatt ein Einband im Bücherregal. Es ist ein totes Erlebnis.
"Ein Text auf einem Smartphone, das kaum soviel wiegt wie eine Schachtel Zigaretten wirkt dagegen kalt."
Man muß sowas ja nicht auf einem Smartphone lesen - ein Kindle ist ungefähr so groß wie ein Taschenbuch und wiegt ähnlich viel. Und sowohl im Stadtpark als auch im Bett damit zu lesen ist kein Problem - das habe ich beides schon gemacht und empfinde es als genauso angenehm wie mit einem konventionellen Buch. Manchmal sogar noch angenehmer - so ein Hardcover-Buch kann schon einiges wiegen...
"Ein Text auf einem Smartphone, das kaum soviel wiegt wie eine Schachtel Zigaretten wirkt dagegen kalt."
Man muß sowas ja nicht auf einem Smartphone lesen - ein Kindle ist ungefähr so groß wie ein Taschenbuch und wiegt ähnlich viel. Und sowohl im Stadtpark als auch im Bett damit zu lesen ist kein Problem - das habe ich beides schon gemacht und empfinde es als genauso angenehm wie mit einem konventionellen Buch. Manchmal sogar noch angenehmer - so ein Hardcover-Buch kann schon einiges wiegen...
"Ein Text auf einem Smartphone, das kaum soviel wiegt wie eine Schachtel Zigaretten wirkt dagegen kalt."
Man muß sowas ja nicht auf einem Smartphone lesen - ein Kindle ist ungefähr so groß wie ein Taschenbuch und wiegt ähnlich viel. Und sowohl im Stadtpark als auch im Bett damit zu lesen ist kein Problem - das habe ich beides schon gemacht und empfinde es als genauso angenehm wie mit einem konventionellen Buch. Manchmal sogar noch angenehmer - so ein Hardcover-Buch kann schon einiges wiegen...
"Man muß sowas ja nicht auf einem Smartphone lesen..."
Man kann aber. Und das funktioniert überraschend gut, wenn man davon absieht, dass eben erheblich öfter umgeblättert werden muss als bei einem klassischen Papierbuch. Denn neulich habe ich das (im App Store kostenlos verfügbare) Programm "Stanza" auf meinem iPod touch installiert und mir aus dem Katalog der frei verfügbaren Bücher "Treasure Island" heruntergeladen. Das hat zwar keine 1000 Seiten, aber gerade im voll besetzten Bus auf dem Weg zur Arbeit lies es sich wunderbar auf dem iPod lesen.
"Man muß sowas ja nicht auf einem Smartphone lesen..."
Man kann aber. Und das funktioniert überraschend gut, wenn man davon absieht, dass eben erheblich öfter umgeblättert werden muss als bei einem klassischen Papierbuch. Denn neulich habe ich das (im App Store kostenlos verfügbare) Programm "Stanza" auf meinem iPod touch installiert und mir aus dem Katalog der frei verfügbaren Bücher "Treasure Island" heruntergeladen. Das hat zwar keine 1000 Seiten, aber gerade im voll besetzten Bus auf dem Weg zur Arbeit lies es sich wunderbar auf dem iPod lesen.
Warum brauchen wir die Verlage? Ganz ehrlich: Warum brauchen wir diese Ungetüme in Zeiten des Netzes? Autoren könnten ganz einfach selbst ihre Bücher elektronisch vermarkten oder sich zusammenschließen um dies zu tun. Anbieter, die den Autoren ihre Rechte lassen und nur eine kleine Aufwandsentschädigung von jedem verkauften Buch abzwacken, sind auch möglich.
Selbst wenn im Netz nur ein Bruchteil der Leser Bücher kaufen würde und diese Bücher nur einen Bruchteil heutiger Papierschinken kosten, so würden viele Autoren definitif mehr verdienen.Die jetzigen wenigen "Bestsellerautoren" hingegen weniger.
Und da sind wir auch schon beim Kern der Sache: Nicht nur Verlage bangen ums überleben, sondern auch "etablierte" Autoren. Diese fürchten ihren Nimbus des "echten" Autors zu verlieren und mit unabhängigeren Autoren oder gar Amateuren konkurrieren zu müssen. Undenkbar! Das Ende der Demokratie!
Hmm... Wenn also mehr Personen veröffentlichen können und es weniger nicht einmal ansatzweise demokratisch legetimisierte Gatekeeper (z.B. Verlage) gibt, dann ist das das Ende der Demokratie?
Keinesfalls: Es ist der Anfang!
P.s.: Keine Verlage mehr im heutigen Sinne zu haben, heist keinesfalls, das es keine Druckereien mehr geben kann, die Nostalgieeditionen von Büchern auf Papier herausbringen.
Wichtig ist nur Verlage als Zwangsanstalten abzuschaffen.
"Man muß sowas ja nicht auf einem Smartphone lesen..."
Man kann aber. Und das funktioniert überraschend gut, wenn man davon absieht, dass eben erheblich öfter umgeblättert werden muss als bei einem klassischen Papierbuch. Denn neulich habe ich das (im App Store kostenlos verfügbare) Programm "Stanza" auf meinem iPod touch installiert und mir aus dem Katalog der frei verfügbaren Bücher "Treasure Island" heruntergeladen. Das hat zwar keine 1000 Seiten, aber gerade im voll besetzten Bus auf dem Weg zur Arbeit lies es sich wunderbar auf dem iPod lesen.
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