Lyrik von Ron Winkler Sloterdijk, obdachlosSeite 2/2
Ron Winkler stellt in Frenetische Stille eine Markette in den Raum. Die Intensität, die beim Lesen entsteht, erinnert an jene von Thomas Klings brennstabm. Winkler setzt sich über Vieles bravourös hinweg, (t)räumt auf und spricht einen neuen Ton, der euphorisch stimmt und aus der Lyrik eine Rakete macht, mit der man abhebt. Um eine Trostspende geht es hier nicht. Eher um die positive Desillusionierung, dass die Suche danach eine seltsame Anmaßung darstellt: "währenddessen fülle man jedes verfügbare Ich mit Filzflüssigkeit auf." Ron Winkler spricht "von Menschen, die Urlaub zu haben schienen in sich selbst". Oder konstatiert: "Wir hatten Diät miteinander." Es wimmelt von großartigen Sätzen und knapp gefassten Zusammenhängen in ungeahnter Dichte, dass es kracht. Irre, wie sich da aus dem Wirrwarr wimmelnder Gleichgültigkeiten eine Ahnung übergeordneter Schönheit herausschält.
Aber das sprachliche Gold, das Amalgam und der Kunststoff überhäufen manchmal die Bauformen und Gedicht-Konstruktionen. Einige Container für Winklers Sätze, Bilder und Metaphern sind Teile, die schon einigen Abrieb haben und mit Kratzer und Graffitis übersät sind. Diese Gerüste, Anlässe und Aufmacher, die die Zeilen tragen, sind oft so neu nicht. Manchmal werden dem Leser Materialien an die Augen geknallt und es entsteht kein Bild, sondern eine zerklüftete Ideenlandschaft. Da wird dann viel in die Luft gepeitscht, was aber dennoch großartig sein kann wie in Fächer. Von den Jahren der Reise an einem einzigen Tag.
Manchmal wird das Gefühl von der Sprache und den fantastischen Ideen übertönt. Und das sagt viel, nicht nur über Winklers Generation, sondern über den Ton dieser Zeit in uns allen aus. Der sagt: Das ist die frenetische Stille. Gewidmet "(…) uns, dem Hauptbestandteil des archaischen Schlamms".
Vor welchem Panorama diese Zerrüttung spielt, wird klar, wenn man die Abschluss-Zeilen des Bandes betrachtet: "manchmal räumten wir unsere Ziele, spielten im Krieg die Schlechten (Bösen). also Kraftwerke, die dem Jenseits dienten."
- Datum 24.03.2010 - 10:51 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 11
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danke für diesen hinweis auf das neue werk von ron winkler, klingt gut und kommt auf den ostertisch!
hatte grad den einfall sloterdijk mit sinnhaftigkeit zu assoziieren! köstlich geradezu an diesem beispiel die geistige implusion eines interlektuellen zu erleben. auf diesem level gibt man sich dann ja auch gern mal resistent und verstrickt sich in der absoluten unumstößlichkeit der eigenen wahrnehmung. zur zeit der spätrömischen dekadenz wäre der gute peter sicher ein könig des geschliffenen wortes und ein vorreiter des scharfen verstandes gewesen. tja, wie die zeiten sich ändern, lieber peter. heutzutage wirst du aufgrund deiner letzten entgleisungen vom volk und ein paar, nach deiner definition idioten und ewig gestrigen, zu deinem unverständnis geschmäht. der bleibt eigentlich nur noch der rat an dich, lieber peter, wähl fdp und ziehe dann in die schweiz! zug soll schön sein!
solch einen schlecht geschriebenen artikel hat ron winklers buch nicht verdient. es ist zu empfehlen, aber doch nicht in dieser art. ich bin entsetzt und schnaube laut auf, was so
alles unter dem deckmantel der "ZEIT" heutzutage sich verbirgt. eine katastrophe!
dem Autor ja auch bei Gelegenheit, daß es Graffiti heißen muß.
Und wenn wir schon dabei sind: "die schon einigen Abrieb haben und mit Kratzer und Graffitis übersät sind", Abrieb haben ist schwer möglich, ist es doch der Abrieb der dem Gegenstand fehlt.
Und es heißt natürlich "mit KratzerN ...übersät"
Egal, Schlamm drüber.
dem Autor ja auch bei Gelegenheit, daß es Graffiti heißen muß.
Und wenn wir schon dabei sind: "die schon einigen Abrieb haben und mit Kratzer und Graffitis übersät sind", Abrieb haben ist schwer möglich, ist es doch der Abrieb der dem Gegenstand fehlt.
Und es heißt natürlich "mit KratzerN ...übersät"
Egal, Schlamm drüber.
dem Autor ja auch bei Gelegenheit, daß es Graffiti heißen muß.
Und wenn wir schon dabei sind: "die schon einigen Abrieb haben und mit Kratzer und Graffitis übersät sind", Abrieb haben ist schwer möglich, ist es doch der Abrieb der dem Gegenstand fehlt.
Und es heißt natürlich "mit KratzerN ...übersät"
Egal, Schlamm drüber.
Das Ding is jetzt durch, wie unsere alten Seemänner sagen, de kerl hat sich lange genug herumschlawiniert und nun geht es an die Töpfchen..
"dass man nach hundert Vorlesungen im Sozialamt einen Besuch gratis erhält"
ist ein billiger Satz wie ihn eigentlich kein Dichter
schreiben sollte, aber egal. In Deutschland wird noch
aus jeder Flöte eine Pfeife gemacht und das gibt dann
hundert Punkte....HURRA
Die Sprechweise des Artikels ist da und dort vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber sie scheint dem Verfasser eben echtester Ausdruck seines emphatischen Urteils zu sein. Das kann man auch für gut befinden, dass er nun mal keine immer hochziselierte oder (in der Literaturkritik) abgegriffene Sprache wählt.
die schreibweise des artikels ist, ganz richtig, eine sprechweise. gegen diese hätte ich nicht, würde sie nicht als lyrikrezension (i.e. literaturkritik) in DIE ZEIT erscheinen, wäre es nur ein party-gespräch, ich würde mich über solch ein emphatisches schulterklopfen doch freuen, aber es kann doch nicht sein, dass alles, was ich wichtigen zeitschriften geschrieben wird gleichgemacht wird mit party-gerede!!! literaturkritik ist ein genre, es ist wichtig, dass dies mit all seinen regeln dieser kunst erhalten bleibt und es ist NICHT partygerede! es kann doch nicht sein und ich bin weiterhin schockiert, trotz der lieben sozialarbeiterischen besänftigungsmails von mädchen. danke.
die arme zeit. die arme literatur. der arme ron winkler. so viele sprachliche mängel, so eine schande.
meinen kommentar auch mit rechtschreibfehlern durchsetzt, die ich nun korrigieren würde, was aber nicht geht, daher entschuldige ich mich hierfür.
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