War Dances, ein Band von Kurzgeschichten, berührt nach dem Urteil der Juroren "jede Ader und jeden Nerv, jedes Gewebe, das Blut und Fragen in Bewegung setzt: Elternschaft, Scheidung, gestörte Beziehungen, Sex, Konflikte zwischen Geschlechtern und Rassen, Drogenmissbrauch, Ärztefehler, den 11. September 2001 ...". War Dances war eine von insgesamt 350 Neuerscheinungen aus dem Jahr 2009, die für den begehrten Literaturpreis ins Rennen geschickt worden waren.

Sherman Alexie (43) hatte für sein Jugendbuch Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-Indianers 2007 den höchsten Literaturpreis der USA gewonnen, den National Book Award. Der Schriftsteller gehört dem Stamm der Spokane-Indianer an. Er wuchs in Wellpinit (US-Bundesstaat Washington) in einem Reservat auf. In Armut und Elend aufgewachsen, gilt Alexie international als Stimme des "anderen Amerikas".

In Alexies Texten mischt sich der Zorn über das Schicksal von Amerikas Ureinwohnern mit zärtlichen und präzisen Beobachtungen der nach wie vor lebendigen Stammeskultur. Schon sein erstes Buch The Business of Fancydancing (1992) streift in Kurzgeschichten und Gedichten von den traditionellen Powwow-Tänzen zur Abhängigkeit seiner Leute von Alkohol und Sozialhilfe. Großen Erfolg hatte er auch mit seinem Drehbuch für den Film Smoke Signal, der beim Sundance Filmfestival in Park City (Utah) 1998 abräumte.

Der PEN/Faulkner-Preis ist mit 15.000 Dollar dotiert und wird seit 1981 jährlich von der PEN/Faulkner-Stiftung vergeben. Auch Philip Roth und E.L. Doctorow zählten bereits zu den Preisträgern.