Sachbuch Die teure Angst vor der Unterschicht
Abstiegssorgen und Abgrenzungsbedürfnis. Aber wer ist daran schuld? Ulrike Herrmann analysiert den Realitätsverlust der Mittelschicht – und was er kostet.

Unter wirtschaftlichem Druck: Die Mittelschicht schaut ihrem Geld hinterher
Das ist ein wütendes Buch. Und irgendwann packt einen auch beim Lesen Wut über das, was hier beschrieben wird. Ulrike Herrmann, Wirtschaftskorrrespondentin der Berliner Tageszeitung, zeichnet ein Bild der deutschen Gesellschaft, das man sich durch Lektüre der Wirtschaftsseiten der Zeitungen eher nicht machen kann. Sie schildert ein Land, das sich zwar gern als "nivellierte Mittelstandsgesellschaft" (Helmut Schelsky) sieht, in Wirklichkeit aber "extrem ungleich" ist.
Dabei klagt Herrmann diese Unterschiede nicht an, sie beschäftigt sich schlicht mit den Kosten und stößt dabei auf ein geradezu perfektes System, das die Reichen fast immer schont und die Mittelschicht zur Kasse bittet, genauer: die Schicht mit Einkommen zwischen monatlich 1000 und 2000 Euro netto für Singles und zwischen 2100 und 4600 Euro für Familien mit zwei kleinen Kindern. Während Arbeitnehmer bis zu 53 Prozent ihrer Arbeitskosten als Steuern und Sozialabgaben abführen, versteuert ein Millionär im Schnitt seine Einkünfte mit 32 Prozent. Steuerfahnder und Betriebsprüfer fehlen in Deutschland zu Tausenden, aber eine neue Großbehörde darf Schwarzarbeit bekämpfen.Dazu werden seit Jahren die direkten Steuern gesenkt, was weiter unten als verdeckte Erhöhung ankommt. Der Fiskus holt sich sein Einnahme-Minus über indirekte Steuern zurück – und das leert das Portemonnaie derer schneller, die ohnehin weniger drin haben.
Wer ist an alledem schuld? Kurioserweise die, die darunter leiden, sagt Herrmann: die Mittelschicht selbst. Sie wählt sich die Parteien und Programme, die sie immer weiter unter wirtschaftlichen Druck setzen. Schließlich stelle die Mitte immer noch die meisten Wahlberechtigten: "Ihre Mehrheit wirkt sich an der Wahlurne sogar überproportional aus, weil die Armen ihre Stimme oft gar nicht erst abgeben." Aber warum stimmen sie dann gegen sich selbst? Herrmann sagt: weil sie sich mit der Elite, der Oberschicht, emotional identifizieren und, stärker noch, jede Nähe zur Unterschicht ängstlich meiden. Und weil sie sich deshalb lieber einreden, der Hartz-IV-Empfänger verprasse ihre Sozialbeiträge, als einzusehen, dass sie mit weitaus größeren Summen die Eliten fetterfüttern.
Wenn man dieses Buch also mit Wut im Bauch liest, dann ist das die Wut über sich selbst. Aber wenn sich der Schmerz über den Blick in den Spiegel erst einmal gelegt hat, unterhält man sich sogar gut bei der Lektüre: Herrmann nämlich präsentiert unsereinen – die Rezensentin bekennt sich anhand der angegebenen Nettoeinkommen zur mittleren Mittelschicht – als reichlich neurotisches Volk, das sich, wie Psychologen wohl sagen würden, mit dem Aggressor, der Elite, überidentifiziert und einen mehr als getrübten Blick auf die Wirklichkeit hat.
So groß scheint die Panik der Mittelschicht vor dem Abstieg und ihr Abgrenzungsbedürfnis nach unten, dass sie lieber gegen ihre vitalen Interessen handelt, als sich einzugestehen, dass sie sie mit der verachteten Unterschicht teilt: faire Steuern an erster Stelle, die die großen Einkommen und Vermögen in die Finanzierung von Staatsaufgaben wirklich einbezögen. Oder Mindestlöhne, weil sie ein Lohndumping dämpfen würden, das auch die Mittelschicht bedroht. Deren Einkommen und Löhne sinken in Deutschland inzwischen selbst in Boomzeiten. Die für alles zahlen, werden selber ärmer – und weniger. Beschleunigt hat sich der Prozess in den rot-grünen Jahren. Herrmann, die bei Vorstellung ihres Buchs kürzlich betonte, es gehe ihr nicht um Parteien, liefert freilich viel Material darüber, wie unter Schröder der Abstand zwischen Oben und Unten wuchs – und wie Sozialdemokraten dies mit "Hetze" (Herrmann) gegen Unten orchestrierten.
Auch das Interesse an einem guten öffentlichen Bildungssystem sollte Mittel- und Unterschicht einen. Denn das Rattenrennen aus den staatlichen Schulen in die angeblich besseren privaten lässt nicht nur die Kinder der Armen in Ghettoschulen zurück. Die ehrgeizigen Mittelschichtseltern können es auch nicht gewinnen. Wer glaube, dass seine Kinder zur Elite aufrücken könnten, falls sie nur die richtigen Abschlüsse haben, falle "auf den Mythos herein, dass Deutschland eine Leistungsgesellschaft sei", schreibt Herrmann. Die Elite weiß längst, dass Bildung notwendig, aber längst nicht hinreichend ist für Erfolg. Kontakte sind’s.
Ulrike Herrmann appelliert an den Mittelstand, sich im eigenen Interesse einen "New Deal" herbeizuwählen. Das Kapitel über Bildung dürfte dafür die stärksten Argumente liefern, schließlich behandelt es ein seit je zentrales, neuerdings oft hysterisch verhandeltes Mittelschichtsthema. Aber auch Unbelehrbare haben etwas von diesem gut geschriebenen und faktenreichen Buch – eine Lesehilfe für Nachrichten über praktisch alle heißen Themen: Steuersenkung, Pisa, Hartz und sogenanntes Unterschichtenfernsehen. Und dafür, wie das alles zusammenhängt.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 12. April 2010)
- Datum 12.04.2010 - 13:54 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Ich habe Ulrike Hermanns Buch bereits gelesen und bin beeindruckt vom Faktenreichtum und von der Analyse insgesamt.
Was Neoliberalismus anstrebt und teilweise bereits erreicht hat, ist die Entwertung und letztlich Entsorgung der Begriffe Solidarität und sozial. Wenn diese (die von Frau Herrmann trefflich beschriebene Mittelschicht) eines fernen Tages aufwachen wird, dürfte es zu spät sein, um gegenzusteuern. Nun ja, Deutsche, eben ... Franzosen, Spanier u.v.a. sind nicht so dümmlich.
Das ist Inhaltlich eigentlich nicht richtig. Man sorgt sich eher um die Effizienz der Umverteilung und begründet notwendige Zahlungen damit und nicht mit den Begriffen menschlicher Gefühle. Das heißt der Liberalismus stellt nicht grundsätzlich die Transfers in Frage. Sie stellt sie aber auf wirtschaftliche Beine und unterscheidet in der Natur solcher Zahlungen zwischen konsumtive und investive, statt sie alle zusammenzuwerfen unter "Solidarität". Auch kann die dem "Neoliberalismus" zugrunde liegende Theorie feststellen, wann der Staat konsumtive Transfers leisten und wie das geschehen sollte. Dies ist sehr sinnvoll aber weithin missverstanden.
Ich habe das Buch nicht gelesen. Aber trotzdem ein paar Kommentare.
1. Man kann auch ohne Kontakte/ Internat/ Privatuni Erfolg haben - die meisten Menschen mit Erfolg erfüllen keines der o.g. Kriterien. Das sich die top-Geld/Wirtschafts/Politikeliten aus sich selbst rekrutieren ist ein Problem - aber wie gross ist diese Gruppe wirklich (das Problem ist übrigens grösser in frankreich und spanien (zitiert)
2. Das die Löhne in Deutschland sinken ist doch nicht die Schuld der Eliten, das ist und bleibt ein Globalisierungsproblem - wirklich niedrig sind die Löhne nämlich in China.
3. Es ist ein ARBEITSMARKT - wir können Niedriglöhne hier subventionierern (sollten wir auch) wir können die Wirtschaft jedoch nicht zwingen dem Ingenieur weniger zu zahlen damit der Gabelstabler mehr verdient!
4. Zum Thema Steuern, WIE VIEL Steuern muss man denn "absolut" gezahlt haben um die Solidaritätmedallie zu bekommen? 70& auf die 100,000 die man verdient? 80%? Fakt ist auch das es ein liberaler Ansatz (nicht Neoliberal nicht FDP) ist die Einkommen zu entlasten - und da sollte man unten beginnen. Aber zunächtst muss der Nimmersatte Staat lernen zu haushalten.
5. Das Argument man käme in DLand von unten nicht nach oben ist übrigens das perfekte Argument es gar nicht zu versuchen - "ich mach Hartz4 weil die Elite sich die Jobs ja sowieso gegenseitig zuschanzen"
Das ist Inhaltlich eigentlich nicht richtig. Man sorgt sich eher um die Effizienz der Umverteilung und begründet notwendige Zahlungen damit und nicht mit den Begriffen menschlicher Gefühle. Das heißt der Liberalismus stellt nicht grundsätzlich die Transfers in Frage. Sie stellt sie aber auf wirtschaftliche Beine und unterscheidet in der Natur solcher Zahlungen zwischen konsumtive und investive, statt sie alle zusammenzuwerfen unter "Solidarität". Auch kann die dem "Neoliberalismus" zugrunde liegende Theorie feststellen, wann der Staat konsumtive Transfers leisten und wie das geschehen sollte. Dies ist sehr sinnvoll aber weithin missverstanden.
Ich habe das Buch nicht gelesen. Aber trotzdem ein paar Kommentare.
1. Man kann auch ohne Kontakte/ Internat/ Privatuni Erfolg haben - die meisten Menschen mit Erfolg erfüllen keines der o.g. Kriterien. Das sich die top-Geld/Wirtschafts/Politikeliten aus sich selbst rekrutieren ist ein Problem - aber wie gross ist diese Gruppe wirklich (das Problem ist übrigens grösser in frankreich und spanien (zitiert)
2. Das die Löhne in Deutschland sinken ist doch nicht die Schuld der Eliten, das ist und bleibt ein Globalisierungsproblem - wirklich niedrig sind die Löhne nämlich in China.
3. Es ist ein ARBEITSMARKT - wir können Niedriglöhne hier subventionierern (sollten wir auch) wir können die Wirtschaft jedoch nicht zwingen dem Ingenieur weniger zu zahlen damit der Gabelstabler mehr verdient!
4. Zum Thema Steuern, WIE VIEL Steuern muss man denn "absolut" gezahlt haben um die Solidaritätmedallie zu bekommen? 70& auf die 100,000 die man verdient? 80%? Fakt ist auch das es ein liberaler Ansatz (nicht Neoliberal nicht FDP) ist die Einkommen zu entlasten - und da sollte man unten beginnen. Aber zunächtst muss der Nimmersatte Staat lernen zu haushalten.
5. Das Argument man käme in DLand von unten nicht nach oben ist übrigens das perfekte Argument es gar nicht zu versuchen - "ich mach Hartz4 weil die Elite sich die Jobs ja sowieso gegenseitig zuschanzen"
"Sie wählt sich die Parteien und Programme, die sie immer weiter unter wirtschaftlichen Druck setzen."
-> Das ist jetzt ein bisschen zynisch angesichts der deutschen Parteienlandschaft: erst regierten CDU/FDP, darauf Rot-Grün, schliesslich eine grosse Koalition aus SPD und CDU sowie jetzt wieder CDU/FDP - ohne dass sich irgend etwas an irgend etwas geändert hätte und die Steuern transparenter, gerechter, einfacher oder geringer geworden wären. Wie lautet angesichts dessen nun die Wahlempfehlung der Autorin - Linkspartei? NPD? Und dann wird alles besser? Die Demokratie in Deutschland krankt doch daran, dass es gar keine brauchbaren Wahlalternativen zu den Regierungsparteien der letzten Jahre gibt, welche ihrerseits ein Parteien- und Meinungskartell bilden, welche den status quo zementieren und keinesfalls verändern will. Alle Parteien möchten nur das Geld des Bürgers und trachten danach, ihrer Klientel Vorteile zuzuschanzen - wer denkt da schon an diejenigen, die das alles zahlen müssen?
Die Mittelschicht ist nicht dumm oder naiv, sondern wird regelrecht von 2 Seiten her erpresst bzw. bedrängt.
Die Unterschicht bedient sich des christlichen Mitgefühls der Schaffer mit den "Leidenden", die aber fast genauso viel Einkommen haben wie die Teile der Mittelschicht und Ihre Kinder, die von weniger Geld studieren als ein Hartzer an Einkommen in der Regel hat!
Die Finanzszene und Teile der größeren Betriebsinhaber erpressen die Mittelschicht - seit 20 Jahren verstärkt - mittels der geschickten Androhung der gar nicht so oft anstehenden Auswanderung!
Unsere feministischen Medien verstärken diese Erpressungen einer Minderheit der Unternehmer , anstatt diese massiv anzugreifen und als asozial zu brandmarken!!!Sie machen auf Heulsuse und schüren nur Ängste! Das ist der eigentliche Skandal!!!
Erst seit 2-4 Jahren tut sich ein bischen, nachdem der GEZ Zahler richtig sauer wurde im Zuge des neoliberalen,amerikahörigen Geredes insbesondere der sich ganz blauäugug gebenden, aber nicht harmlosen Wirtschaftsdamen im öffentl.- rechtl. Fernsehen !
na die anderen. Für mich war es beim letzten Mal die Piratenpartei. Nicht das die mir besonders viel zu sagen hatten als die Etablierten, aber sie müssten sich nach der Wahl dann alle zusammensetzen setzen und auf einen Nenner kommen. Wir wirtschaften uns runter und alle schauen zu .....
...dazu Grün (viel oder wenig). Zum Abschmecken einen Löffel Schwarz und eine Prise gelb: Aber ja nicht verwürzen!
"Das ist jetzt ein bisschen zynisch angesichts der deutschen Parteienlandschaft: erst regierten CDU/FDP, darauf Rot-Grün, schliesslich eine grosse Koalition aus SPD und CDU sowie jetzt wieder CDU/FDP - ohne dass sich irgend etwas an irgend etwas geändert hätte und die Steuern transparenter, gerechter, einfacher oder geringer geworden wären."
Sie sehen doch, was los ist, wenn einer das derzeitige Steuersystem anfassen und gerechter gestalten will.
Die Mittelschicht ist nicht dumm oder naiv, sondern wird regelrecht von 2 Seiten her erpresst bzw. bedrängt.
Die Unterschicht bedient sich des christlichen Mitgefühls der Schaffer mit den "Leidenden", die aber fast genauso viel Einkommen haben wie die Teile der Mittelschicht und Ihre Kinder, die von weniger Geld studieren als ein Hartzer an Einkommen in der Regel hat!
Die Finanzszene und Teile der größeren Betriebsinhaber erpressen die Mittelschicht - seit 20 Jahren verstärkt - mittels der geschickten Androhung der gar nicht so oft anstehenden Auswanderung!
Unsere feministischen Medien verstärken diese Erpressungen einer Minderheit der Unternehmer , anstatt diese massiv anzugreifen und als asozial zu brandmarken!!!Sie machen auf Heulsuse und schüren nur Ängste! Das ist der eigentliche Skandal!!!
Erst seit 2-4 Jahren tut sich ein bischen, nachdem der GEZ Zahler richtig sauer wurde im Zuge des neoliberalen,amerikahörigen Geredes insbesondere der sich ganz blauäugug gebenden, aber nicht harmlosen Wirtschaftsdamen im öffentl.- rechtl. Fernsehen !
na die anderen. Für mich war es beim letzten Mal die Piratenpartei. Nicht das die mir besonders viel zu sagen hatten als die Etablierten, aber sie müssten sich nach der Wahl dann alle zusammensetzen setzen und auf einen Nenner kommen. Wir wirtschaften uns runter und alle schauen zu .....
...dazu Grün (viel oder wenig). Zum Abschmecken einen Löffel Schwarz und eine Prise gelb: Aber ja nicht verwürzen!
"Das ist jetzt ein bisschen zynisch angesichts der deutschen Parteienlandschaft: erst regierten CDU/FDP, darauf Rot-Grün, schliesslich eine grosse Koalition aus SPD und CDU sowie jetzt wieder CDU/FDP - ohne dass sich irgend etwas an irgend etwas geändert hätte und die Steuern transparenter, gerechter, einfacher oder geringer geworden wären."
Sie sehen doch, was los ist, wenn einer das derzeitige Steuersystem anfassen und gerechter gestalten will.
irrt insofern, dass sich die Mittelschicht sehr wohl sehr bewusst darüber ist, dass sie seit Jahrzehnten die grotesken Umverteilungswohltaten nach oben, unten und zur eamteten Seite finanziert. Sie irrt auch wenn sie spekuliert, die Mittelschicht würde sich selbst nahe an der Oberschicht sehen. Die stets zunehmende Abkoppelung der Oberschicht von der Mitte - dank politisch gewolltem Vermögenstransfer von der Mitte nach oben - ist auch Allgemeinwissen.
Da allerdings ausnahmslos alle relevanten Parteien CDUCSUSPDFDPLINKEGRÜNE diese Umverteilungsorgie nicht nur einführten sondern sogar noch weiter treiben wollen, gibt es de facto keine echte Wahl. Und darüber ist sich die Mittelschicht im Gegensatz zur linken taz-Schreiberin Herrmann sehr wohl bewusst.
Die Linke möchte die Oberschicht sehr wohl zur Kasse bitten....
Nur die andauernde Verteufelung der Linken in dne Medien, verfehlt die Wirkung nicht.
...jederzeit eine der ganz kleinen zu wählen...
Nur das macht halt keiner, eweil einem nur eingeredet wird es würde nix bringen...
wenn Sie recht hätten! Haben Sie aber nicht! Und ich freue mich, wenn das Buch massenweise von Mittelschichtlern gelesen würde. Die Oberschicht nutzt es längst: Zur Entwicklung der Gegenstrategie.
Die Linke möchte die Oberschicht sehr wohl zur Kasse bitten....
Nur die andauernde Verteufelung der Linken in dne Medien, verfehlt die Wirkung nicht.
...jederzeit eine der ganz kleinen zu wählen...
Nur das macht halt keiner, eweil einem nur eingeredet wird es würde nix bringen...
wenn Sie recht hätten! Haben Sie aber nicht! Und ich freue mich, wenn das Buch massenweise von Mittelschichtlern gelesen würde. Die Oberschicht nutzt es längst: Zur Entwicklung der Gegenstrategie.
Das ist Inhaltlich eigentlich nicht richtig. Man sorgt sich eher um die Effizienz der Umverteilung und begründet notwendige Zahlungen damit und nicht mit den Begriffen menschlicher Gefühle. Das heißt der Liberalismus stellt nicht grundsätzlich die Transfers in Frage. Sie stellt sie aber auf wirtschaftliche Beine und unterscheidet in der Natur solcher Zahlungen zwischen konsumtive und investive, statt sie alle zusammenzuwerfen unter "Solidarität". Auch kann die dem "Neoliberalismus" zugrunde liegende Theorie feststellen, wann der Staat konsumtive Transfers leisten und wie das geschehen sollte. Dies ist sehr sinnvoll aber weithin missverstanden.
Ich habe das Buch nicht gelesen. Aber trotzdem ein paar Kommentare.
1. Man kann auch ohne Kontakte/ Internat/ Privatuni Erfolg haben - die meisten Menschen mit Erfolg erfüllen keines der o.g. Kriterien. Das sich die top-Geld/Wirtschafts/Politikeliten aus sich selbst rekrutieren ist ein Problem - aber wie gross ist diese Gruppe wirklich (das Problem ist übrigens grösser in frankreich und spanien (zitiert)
2. Das die Löhne in Deutschland sinken ist doch nicht die Schuld der Eliten, das ist und bleibt ein Globalisierungsproblem - wirklich niedrig sind die Löhne nämlich in China.
3. Es ist ein ARBEITSMARKT - wir können Niedriglöhne hier subventionierern (sollten wir auch) wir können die Wirtschaft jedoch nicht zwingen dem Ingenieur weniger zu zahlen damit der Gabelstabler mehr verdient!
4. Zum Thema Steuern, WIE VIEL Steuern muss man denn "absolut" gezahlt haben um die Solidaritätmedallie zu bekommen? 70& auf die 100,000 die man verdient? 80%? Fakt ist auch das es ein liberaler Ansatz (nicht Neoliberal nicht FDP) ist die Einkommen zu entlasten - und da sollte man unten beginnen. Aber zunächtst muss der Nimmersatte Staat lernen zu haushalten.
5. Das Argument man käme in DLand von unten nicht nach oben ist übrigens das perfekte Argument es gar nicht zu versuchen - "ich mach Hartz4 weil die Elite sich die Jobs ja sowieso gegenseitig zuschanzen"
Unter Punkt 3 Arbeitsmarkt.
Die Löhne - nach oben wie nach unten - laufen erst aus dem ruder, seit der Arbeitsmarkt sich von einem Markt entfernt hat.
Die arektteilnehmer sind seit den Hartz Gesetzen ungleich stark. Der Arbeitnehmer muß jede Arbeit annehmen, wenn er nciht dazu verdonnert werden will, für einen Euro zu arbeiten.
Unter diesem Aspekt, wird selbst ein Ingenieur oder ein qualifizierer Buchhalter für 10 Euro die STnde arbeiten.
Das ist politisch von Schröder/Hartz gewollt und durchgesetzt worden.
Von einem "Markt" kann man nun nicht mehr srpechen.
1. Als Besitzer einer der größten Hotelketten mußte ich meine Partei entsprechend mit Spendengeldern versorgen.
2. Diese Partei erspart uns Hoteliers 1,.. Milliarden € pro Jahr (Ust-Senkung), die der Staat nun weniger für seine Aufgaben hat.
3. Der Staat nimmt in Höhe dieser 1,.. Milliarden neue, zusätzliche Kredite auf (in Form von Anleihen)
4. Nun kann ich mir von dem zusätzlichen Gewinn Anleihen kaufen und erhalte jährlich darauf auch noch Zinsen.
Das Leben ist schöööön!
Es lebe der staatlich subventionierte Kapitalismus.
Unter Punkt 3 Arbeitsmarkt.
Die Löhne - nach oben wie nach unten - laufen erst aus dem ruder, seit der Arbeitsmarkt sich von einem Markt entfernt hat.
Die arektteilnehmer sind seit den Hartz Gesetzen ungleich stark. Der Arbeitnehmer muß jede Arbeit annehmen, wenn er nciht dazu verdonnert werden will, für einen Euro zu arbeiten.
Unter diesem Aspekt, wird selbst ein Ingenieur oder ein qualifizierer Buchhalter für 10 Euro die STnde arbeiten.
Das ist politisch von Schröder/Hartz gewollt und durchgesetzt worden.
Von einem "Markt" kann man nun nicht mehr srpechen.
1. Als Besitzer einer der größten Hotelketten mußte ich meine Partei entsprechend mit Spendengeldern versorgen.
2. Diese Partei erspart uns Hoteliers 1,.. Milliarden € pro Jahr (Ust-Senkung), die der Staat nun weniger für seine Aufgaben hat.
3. Der Staat nimmt in Höhe dieser 1,.. Milliarden neue, zusätzliche Kredite auf (in Form von Anleihen)
4. Nun kann ich mir von dem zusätzlichen Gewinn Anleihen kaufen und erhalte jährlich darauf auch noch Zinsen.
Das Leben ist schöööön!
Es lebe der staatlich subventionierte Kapitalismus.
aber ich habe schon Kabarettisten sich öffentlich darüber amüsieren hören, dass der Deutsche auf der einen Seite laut jammernd seine Missstände anprangert im gleichen Atemzug seine Anforderungen an eine Regierung stellt. Dass diese Anforderungen durchschnittlich beinahe zu 100 % vom Parteibprogramm der Linken gedeckt würde, dazu ist er zu... naja, sagen wir "benebelt".
Ist wohl "in", die Linken zu bashen. Oder es ist das Ergebnis einer sehr erfolgreiche Propagandamaschinerie... womit der Deutsche ja gute Erfahrungen hat.
Nun, ich wähle die Linke auch nicht. Aber nur deswegen, weil ich schon in einer Partei bin. Nämlich in der Piratenpartei.
"Sie wählt sich die Parteien und Programme, die sie immer weiter unter wirtschaftlichen Druck setzen."
Pest, Cholera und Tuberkulose stehen zur Auswahl......hmmmm......da fällt die Wahl wirklich schwer.
Ja wo ist die Partei, die wirklich Steuergerechtigkeit will: 3 Punkte:
1. Eine einheitlich Steuer für alle Einkommensarten, also Arbeitseinkommen, Miete/Pacht und Kapitaleinkünfte.
Das Problem ist ja, dass durch die Quellensteuer Kapitaleinkünfte nur mit 25 % besteuert werden. Die größte Ungerechtigkeit.
2. Umlage der Sozialbeiträge (Rente, KV usw.) ebenfalls auf alle Einkommensarten.
3. Abschaffung aller Verbrauchssteuern (MWSt. Benzinst. usw.), denn daran zahlen vor allem die unteren Schichten den größten Teil ihres Einkommens, während die Reichen da nur wenig Anteil, bezogen auf ihr Einkommen, haben.
Dann hätten wir wenigstens mal Steuergerechtigkeit.
"Eine einheitlich Steuer für alle Einkommensarten, also Arbeitseinkommen, Miete/Pacht und Kapitaleinkünfte." passt mir nicht ganz. Wobei es zumindest ein Anfang wäre.
Arbeitseinkommen sollten niedriger besteuert werden, als Kapitalerträge, Einkünfte aus Vermietung/Verpachtung oder auch Erbschaften.
Denn eigene Leistungen sind höher zu bewerten, als das Partizipieren - man kann auch sagen Schmarotzen - an fremden Leistungen.
Abgesehen vom grundlegenden Signal, ließen sich durch eine solche Besteuerung Kapitalrenditen auf ein tragbares Maß beschränken.
Die Finanzkrise ist nicht das Produkt von Arbeitseinkünften, sondern von Renditen, die praktisch aus den Nichts entstehen sollten. Wer diese Lüge nicht begriffen hat, hat verloren.
Immer größere Zahlen lassen sich eben mühelos auf Papier drucken, auch wenn sie für immer weniger real Werte stehen. Und die Menge leistbarer Arbeit ist, genauso wie Rohstoffe, begrenzt.
Alles Gute
Kai Hamann
"Eine einheitlich Steuer für alle Einkommensarten, also Arbeitseinkommen, Miete/Pacht und Kapitaleinkünfte." passt mir nicht ganz. Wobei es zumindest ein Anfang wäre.
Arbeitseinkommen sollten niedriger besteuert werden, als Kapitalerträge, Einkünfte aus Vermietung/Verpachtung oder auch Erbschaften.
Denn eigene Leistungen sind höher zu bewerten, als das Partizipieren - man kann auch sagen Schmarotzen - an fremden Leistungen.
Abgesehen vom grundlegenden Signal, ließen sich durch eine solche Besteuerung Kapitalrenditen auf ein tragbares Maß beschränken.
Die Finanzkrise ist nicht das Produkt von Arbeitseinkünften, sondern von Renditen, die praktisch aus den Nichts entstehen sollten. Wer diese Lüge nicht begriffen hat, hat verloren.
Immer größere Zahlen lassen sich eben mühelos auf Papier drucken, auch wenn sie für immer weniger real Werte stehen. Und die Menge leistbarer Arbeit ist, genauso wie Rohstoffe, begrenzt.
Alles Gute
Kai Hamann
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