Sex im Videospiel Demütigen gibt PunkteSeite 2/2

Hätte sie nicht auch Nein sagen können? Volljährig ist sie bestimmt! Es zwingt sie ja keiner! Nur, weil sie diese Rolle will? Zum Casting taugt sie eh nicht viel! Hält keinen Blickkontakt, lächelt nur dumm, lässt alles mit sich machen. Hat sie nicht auch Schuld? Teilweise? Also: ein bisschen?

Nein. Nein! Auf keinen Fall. Natürlich nicht!

Frappierend, wie schnell das Spiel diese Gedankengänge fördert, das Mitleid mit dem Opfer ausblendet, weil sie als "Gegnerin" eine perfekte Punktzahl schwierig macht: Auslachen, Abfüllen, Schmeicheln und nach dem Oralsex aus dem Zimmer schicken – und trotzdem nur "96 Prozent böse"? Ach, Mist! Wie kann man sie noch weiter, noch besser missbrauchen?

The Devil in You ist quälend, freudlos und frauenfeindlich, und die Idee, damit ein Buch zu bewerben, noch mal besonders dumm. Pointenlos aber wird es, wenn man Imperial Bedrooms dann liest: Ellis' junge Drecksäcke von 1985 sind jetzt zu alten, reichen Riesen-Drecksäcken geworden, aber als der Ich-Erzähler Clay das Casting der unbegabten Schauspielerin Rain beobachtet, wird sein Herz trotzdem weich. Clay macht ihr Versprechungen, verwickelt sich in eine Affäre. Sein Missbrauch im Roman ist komplexer und spannender als im Spiel, und statt des naiven Mädchens von der Website entwirft Ellis eine kantige femme fatale.

In allen fünf Ellis-Romanen, in denen Frauen benutzt, geschlagen, zerstückelt und geschändet werden, geriet der Autor in den Verdacht, er sei frauenfeindlich oder ein Pornograph. Es ist nicht wahr; Ellis beherrscht eine Balance zwischen Provokation und Satire, Schock und Kritik, auch hinter den flachsten Horror-Beschreibungen stehen große, oft sogar moralistische Fragen. Warum diese Werbekampagne aber so entgleist ist, darauf findet man keine Antwort. Die Autorin der feministischen Website Jezebel sagte: "Beim Spielen war meine heftigste Emotion Mitleid. Mitleid mit den Leuten, die diesen Mist filmen und programmieren mussten."

 
Leser-Kommentare
  1. Vorletzter Absatz, letzter Satz: "[...] statt dem naiven Mädchen [...]" ist FALSCH! "statt DES naiven MädchenS" muss es heißen!
    Zweiter Absatz, zweiter Satz: "[...] schrieb ein Roman [...]" ist auch FALSCH! Er schrieb einEN Roman!

    Meine Güte. Wenn so etwas in der BILD passiert, ok, aber in der ZEIT?!

    [Besten Dank für die Hinweise, wir korrigieren die Fehler so schnell wie möglich. Freundliche Grüße, /Die Redaktion pt.]

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    Redaktion

    Lieber kaferiihkaefer,

    danke für Ihren Hinweis. Die Fehler sind nun korrigiert.

    Grüße,
    D. Hugendick

    Redaktion

    Lieber kaferiihkaefer,

    danke für Ihren Hinweis. Die Fehler sind nun korrigiert.

    Grüße,
    D. Hugendick

  2. Redaktion

    Lieber kaferiihkaefer,

    danke für Ihren Hinweis. Die Fehler sind nun korrigiert.

    Grüße,
    D. Hugendick

  3. Das "Spiel" erinnert an den Fall Polanski: Eine 13jährige mit großen Hoffnungen und Alkohol gefügig machen, sexuell missbrauchen... und danach fröhlich weiter Karriere machen und sich feiern lassen. Das Mädchen ist ja selber schuld! - Wäre es doch zum Kichenchor gegangen... Gibts einen "Runden Tisch" für Casting-Opfer?
    Leider wird den erlauchten Tätern zu oft noch von "Freigeistern" auf die Schulter geklopft! Pfui!

  4. haben ein gaaanz kleines Ego. ( Der Rest sieht ähnlich aus. Nein, wahrscheinlich noch kleiner.)

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    ...um gefährlich zu sein.

    >>Männer, die das brauchen, haben ein gaaanz kleines Ego.<<

    Mag sein, aber das macht sie nicht weniger gefährlich. im Gegenteil.

    ...um gefährlich zu sein.

    >>Männer, die das brauchen, haben ein gaaanz kleines Ego.<<

    Mag sein, aber das macht sie nicht weniger gefährlich. im Gegenteil.

  5. Habe keinen Spaß daran, andere zu quälen, zu beherrschen … oder zu lesen, wie andere ihre charakterlichen Defizite oder Minderwertigkeitskomplexe zumindest in Gedanken ausleben können … habe es im Laufe des Lebens inzwischen so weit gebracht, eine Fliege mit der Klatsche beseitigen zu können … aber nicht ohne sie zugleich auf ihr Hausverbot hinzuweisen! Selber schuld!
    Kaeferiihkaefer scheint mittels Grammatiküberprüfung den Inhalt zu überwinden … wohl auch eine Art von Verdrängungsmethodik!
    "Das hat verboten viel Spaß gemacht, die blonde Nuss zu ärgern!" so kann aus meiner Sicht nur ein ganz doofer „Nüsserich“ denken!

  6. Die Werbekampagne ist nicht dumm! Böse, Pervers und Abstoßend schon aber nicht dumm. Wie man an der breiten Reaktion sieht, erreicht sie genau das was sie soll. Publicity. Dann noch einen Zeit Autor, der zwar die Werbung kritisiert, aber das beworbene Produkt lobt...
    Perfekt!

    Die richtige Reaktion wäre jetzt: WERBUNG IGNORIEREN, BUCH IGNORIEREN!
    Denn ansonsten gibts nächstes Jahr die nächste Kampagne, die dann um noch provozieren zu können einen Schritt weiter gehen muss, was immer das dann ist.

  7. Wann kapieren die Medien endlich das ein Spiel ein Spiel ist?
    Ein Ego-Shooter macht niemanden zum Amokläufer,
    ein Rennspiel niemand zum Kamikaze-Fahrer,
    ein Vergewaltigungsspiel niemand zu einem Vergewaltiger,
    und ein Spiel wo man eine Frau ausnützt macht niemaden im echten Leben zum Frauen Hassenden Macho [...] mit Besetzungscouch.

    Es ist ein Spiel, mehr nicht, Leute kommt in der Realität an.

    [Gekürzt, bitte achten Sie auf Ihre Ausdrucksweise. Danke. /Die Redaktion pt.]

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    • dth
    • 20.07.2010 um 15:20 Uhr

    Generell stimme ich dem ja zu. Ich kenne das beschriebene Spiel nicht, aber das beschriebene Spielprinzip verwundert mich doch etwas.
    Der Reiz bei einem Egoshooter ist doch vermutlich eine Mischung aus Geschicklichkeit und dem Nervenkitzel des Jagens und gejagt Werdens.
    Was ist der Reiz bei einem Spiel, bei dem es darum geht, andere auszunutzen, zu missbrauchen, evtl zu vergewaltigen?
    Wenn der Reiz darin liegt, in dieser Machtposition zu sein, fände ich das schon etwas bedenklich. Denn das ist auch die Motivation, das tatsächlich zu tun. Können Sie mir erklären, was an so einem Spiel interessant ist?

    >>Ein Ego-Shooter macht niemanden zum Amokläufer,
    ein Rennspiel niemand zum Kamikaze-Fahrer,
    ein Vergewaltigungsspiel niemand zu einem Vergewaltiger,...<<

    So einfach ist das m.M. nach nicht.
    Generell haben Sie in sofern Recht, als dass es wohlfeil ist, die Schuld für Gewalttaten einfach irgendwelchen "Killerspielen" in die Schuld zu schieben. Viele Leute sind auch ohne Egoshooter gewalttätig oder -bereit, andere würden im realen Leben sozusagen keiner Fliege etwas zuleide tun.

    Allerdings geht es bei einem Egoshooter wohl auch eher darum, Gegner aus dem Feld zu schlagen, ohne selbst "tot zu gehen", wobei man selbst dann in einem neuen Spiel "auferstehen" würde. Es geht nicht darum, möglichst fiese Schmerzen zu erzeugen, nicht virtuell und schon gar nicht real.
    Das ist bei einem Spiel, wo es um das Quälen oder/und Erniedrigen einer auch in ihren Reaktionen möglichst täuschend echt animierten Frau geht, naturgemäß völlig anders. Ich denke schon, dass ein solches Spiel durch Gewöhnung geeignet ist, zumindest bei manchen Zeitgenossen Emotionen wie Mitgefühl abstumpfen zu lassen.

    Außerdem ist fraglich, ob nicht auch die Akzeptanz derartiger Verhaltensweisen wächst, wenn z.B. Vergewaltigen gleichsam als Sport dargestellt wird.

    • dth
    • 20.07.2010 um 15:20 Uhr

    Generell stimme ich dem ja zu. Ich kenne das beschriebene Spiel nicht, aber das beschriebene Spielprinzip verwundert mich doch etwas.
    Der Reiz bei einem Egoshooter ist doch vermutlich eine Mischung aus Geschicklichkeit und dem Nervenkitzel des Jagens und gejagt Werdens.
    Was ist der Reiz bei einem Spiel, bei dem es darum geht, andere auszunutzen, zu missbrauchen, evtl zu vergewaltigen?
    Wenn der Reiz darin liegt, in dieser Machtposition zu sein, fände ich das schon etwas bedenklich. Denn das ist auch die Motivation, das tatsächlich zu tun. Können Sie mir erklären, was an so einem Spiel interessant ist?

    >>Ein Ego-Shooter macht niemanden zum Amokläufer,
    ein Rennspiel niemand zum Kamikaze-Fahrer,
    ein Vergewaltigungsspiel niemand zu einem Vergewaltiger,...<<

    So einfach ist das m.M. nach nicht.
    Generell haben Sie in sofern Recht, als dass es wohlfeil ist, die Schuld für Gewalttaten einfach irgendwelchen "Killerspielen" in die Schuld zu schieben. Viele Leute sind auch ohne Egoshooter gewalttätig oder -bereit, andere würden im realen Leben sozusagen keiner Fliege etwas zuleide tun.

    Allerdings geht es bei einem Egoshooter wohl auch eher darum, Gegner aus dem Feld zu schlagen, ohne selbst "tot zu gehen", wobei man selbst dann in einem neuen Spiel "auferstehen" würde. Es geht nicht darum, möglichst fiese Schmerzen zu erzeugen, nicht virtuell und schon gar nicht real.
    Das ist bei einem Spiel, wo es um das Quälen oder/und Erniedrigen einer auch in ihren Reaktionen möglichst täuschend echt animierten Frau geht, naturgemäß völlig anders. Ich denke schon, dass ein solches Spiel durch Gewöhnung geeignet ist, zumindest bei manchen Zeitgenossen Emotionen wie Mitgefühl abstumpfen zu lassen.

    Außerdem ist fraglich, ob nicht auch die Akzeptanz derartiger Verhaltensweisen wächst, wenn z.B. Vergewaltigen gleichsam als Sport dargestellt wird.

  8. Ich stimme Kommentar Nr. 3, in dem der Vergleich zum Fall Polanski gezogen wird, voll und ganz zu.

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