Fotoband

Das Haus der Trinker

© Andrej Krementschouk

Eine heruntergekommene Hütte in einer Stadt in Russland. Eine Gruppe von Alkoholikern lebt dort, Männer und Frauen. An die abgeblätterten Wände haben sie bunte Werbebilder geklebt, die ein bessere, heilere Welt zeigen. Die Narben in den Gesichtern der Bewohner erzählen aus einem anderen Leben.

Der Fotograf Andrej Krementschouk, 1973 in Gorki in Russland geboren, lernte die Gruppe 2007 durch Zufall kennen und besuchte sie mehrmals in ihrem Haus. In seinem Fotobuch Come bury me (Komm begrab' mich) dokumentiert er das Leben dieser Menschen. Seine Bilder zeigen die zerstörerischen Spuren des Alkoholmissbrauchs. Sie zeigen aber auch Menschen, die sich, soweit es ihre Sucht zulässt, Nähe und Geborgenheit schenken.

Come bury me ist nicht nur ein Fotoband, Krementschouk hat in einem umfangreichen Nachwort auch die Lebensgeschichten aufgeschrieben, die ihm die Hausbewohner erzählten.

Ob sie wahr sind oder falsch – Krementschouk wird es nie erfahren. Als der Fotograf im Winter 2008 wieder an den Ort zurückkehrte, fand er nur noch eine Brandruine vor. Bis auf eine Frau waren alle Mitglieder der Gruppe einer Brandstiftung zum Opfer gefallen.