DC Comics Die Superheldenmacher
Ein Buch wie ein Comic-Museum: Der opulente Bildband "75 Years of DC Comics" erzählt die Geschichte des Verlags und seiner Figuren – Superman, Batman und Co.
Superheldencomics, das stellte Umberto Eco einst in seinem Essay Der Mythos von Superman fest, sind ein paradoxes Phänomen. Einerseits ähneln ihre Hauptfiguren antiken Sagenhelden oder den Leitfiguren der Offenbarungsreligionen. Andererseits ist ihre Erzählstruktur darauf angewiesen, nicht stets die ewig gleichen Geschichten, sondern immer neue, unvorhersehbare Abenteuer zu schildern. Wer als Autor oder Zeichner die Superheldengeschichten weiterspinnt, ist daher mit einem erzählerischen Problem konfrontiert, das Eco als "Paradoxie der Dauer in der Welt der Vergänglichkeit" beschreibt.
Wie einige der wichtigsten Comicschöpfer der vergangenen Jahrzehnte diese Herausforderung gemeistert haben, das illustriert opulent und umfassend das Buch 75 Years of DC Comics, das schon durch seine Dimension die Gewichtigkeit des Themas deutlich macht: 720 Seiten stark, Din-A3-groß, 7,5 Kilogramm schwer, 150 Euro teuer.

Batman No. 205. Cover Art, Irv Novick, September 1968
Der Inhalt steht dem Umfang kaum nach: So viele großformatige Reproduktionen von Titelbildern, Innenseiten und Fotos aus der Geschichte eines der größten Comicverlage der westlichen Welt hat es kaum je in einer Veröffentlichung gegeben: Ein Buch wie ein Museum, in dem man sich stunden-, ja tagelang umschauen und immer noch Neues entdecken kann.
Dazu kommt ein fundierter Text des langjährigen DC-Comic-Autors und Managers Paul Levitz, der der deutschen Ausgabe als Taschenbuch beiliegt. Der ist sachkundig, voller Details über das Innenleben der verlegerischen Heimat von Superman, Batman, Wonder Woman und Co. – aber er liest sich streckenweise ein wenig zu sehr wie die offizielle Unternehmenschronik, bei der eigene Erfolge in den Vordergrund gestellt werden, problematische Kapitel wie jahrzehntelange Urheberrechtsstreitigkeiten mit Autoren oder weitreichende Zugeständnisse an die US-Zensurbehörden ab den 1950ern hingegen nur am Rande gestreift werden.
Dennoch hat Levitz viele auch für Außenstehende faszinierende Episoden zusammengetragen, die sich zu einem unterhaltsamen Ausflug in eines der wichtigsten Genres der amerikanischen Popkultur zusammenfügen. Ausführlich schildert er, wie ehrgeizige Verleger, talentierte Zeichner und findige Autoren immer wieder neue Formen fanden, die Figuren des DC-Universums für nachwachsende Generationen attraktiv zu halten – im Comic, durch Radioshows, Fernsehserien, Kinofilme und zuletzt mittels Internet und durch Apps für mobile Computer.
- Datum 11.11.2010 - 14:19 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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... welche Aktualität die Superhelden des DC-Verlages noch heute besitzen - nach 75 Jahren. Einfach Wahnsinn!
Wenn heute die Menschen statt religiösen Dogmen einfach den Regeln Batmans folgen würden - dann hätten sie keinerlei Unheil mehr zu fürchten! ;)
Wenn heute die Menschen statt religiösen Dogmen einfach den Regeln Batmans folgen würden - dann hätten sie keinerlei Unheil mehr zu fürchten! ;)
Wenn heute die Menschen statt religiösen Dogmen einfach den Regeln Batmans folgen würden - dann hätten sie keinerlei Unheil mehr zu fürchten! ;)
Ich will ja niemand in die Suppe spucken, aber nachdem ich erst mal 16 war, fand ich das Superhelden-Genre doch tendenziell sehr reaktionär. Surreal aufgepumpte Kerle als jesusartige Erlöserfiguren, die Frauen ultra-sexualisierte Projektionsflächen für pubertierende Teenies, auch die größte Schlacht letzten Endes eine x-fach potenzierte Schulhofprügelei zwischen den absolut Guten und absolut Bösen. Wenig Grau, wenig Mut zu neuen Themen, obwohl es selbstverständlich auch mal einen schwulen "Northstar" gab. Ansonsten: Nicht enden wollende Jeder-mit-jedem-gegen-jeden-Story-Arcs. Gähn.
Spannend wurde das Genre erst (wieder) durch seine ironische Brechung (Frank Millers "The Dark Knight Returns") und die faktische Zerstörung durch Moores großartige "Watchmen".
Aber bitte, jedem das seine. Ich bin letzten Endes mit einer "Resteverwertung" des Comic-Pantheons glücklich geworden: Gaimans "Sandman", der ja auch einen detektivischen Vorgänger im DC-Universum hatte ...
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