Jonathan Safran Foer: Bio-Eier an jeder Tankstelle
Warum sind wir nicht längst alle Vegetarier? Sollte der Staat stärker gegen die Massentierhaltung vorgehen? Jonathan Safran Foer hat die Fragen unserer Leser beantwortet.
Warum sind wir nicht längst alle Vegetarier? Sollte der Staat stärker gegen die Massentierhaltung vorgehen? Jonathan Safran Foer hat die Fragen unserer Leser beantwortet.
Artikel-Tools präsentiert von:
Voll toll! Super! Echt fit!
1. Doch nicht. Eher langweilig.
2. Vegetarier essen nicht nur Salat, sondern nur kein Fleisch. Die Klischeekiste können Sie also zu lassen.
3. Die nächste Radtour vielleicht mal zum Horizont - nehmen Sie sich ruhig was mit. ;)
Ist ja wohl völlig klar, dass man auch mit vegetarischer Ernährung nicht nur das Gute in der Welt befördert, aber was sollen dauernd diese scharfen Attacken auf Leute die vegetarischen oder veganen Lebensstil pflegen? Das moralische Überlegenheitsgefühl ist durchaus angebracht angesichts:
1. Klimawirkung von Fleischtieren
2. Nährstoffrelation von carnivorer im Vergleich mit pflanzlicher Nahrung
3. dem Grusel des Factory-Farming
4. den gesundheitlichen Risiken (Schweinegrippe, Antibiotika) etc
Und trotzdem sehe ich in den meisten Fürsprechern der vegetarischen Ernährung keine Eiferer, sondern Leute, die die Welt n bischen verbessern wollen, und wenn man dann n großes Problem sieht, muss man halt n bischen was dagegen sagen...
verantwortungsvolle Fleischproduktion komplett abzulehnen ist übertrieben, aber sobal man als Befürworter der Reduktion darauf verweist, kommt doch nur das Argument, das sei auch nur für die oberen Klassen bezahlbar!
verzichtet einfach mal auf die 49 cent Speckwürfel und schaut was passiert, die Welt wird nicht zusammenfallen...
... nicht so ganz nach "Vegetarier Bashing" aus; eher nach Fleichesser-Verunglimpfung ...
(Muß gerade mal die Rehkeule wenden ...)
... nicht so ganz nach "Vegetarier Bashing" aus; eher nach Fleichesser-Verunglimpfung ...
(Muß gerade mal die Rehkeule wenden ...)
Keine Frage: den Tieren auf dem Bauernhof um die Ecke geht es deutlich besser als der normalen Industriekuh (da dürfte das Leid auch nicht weiter ausgeführt werden müssen).
Trotzdem gibt es gute Gründe, die gegen einen Konsum von Milch und Eiern sprechen: das beginnt damit, dass die Kuhmilch wie bei jedem Säugetier für den Nachwuchs bestimmt ist und endet mit der unnatürlichen Legeleistung der Eier-Hennen (von der Tatsache, dass man den Nachwuchs entfernt um ihn in Ei-Form zu verspeisen).
Wie gesagt, was das Leid betrifft, besser als das Industrie-Zeug, aber nach wie vor immer noch ein negativer Eingriff in das Leben des Tieres.
... um ihn in Eiform zu verspeisen? Es handelt sich bei den Eiern, die wir essen um unbefruchtete (!)Eier, nicht um einen "Embryo in Fluessigform".
Sie springen in der Argumentation, wenn Sie mal von der gezuechteten Art, mal vom individuellen Tier sprechen. Entweder man erkennt heutige Huehner oder Rinder als Tierform an, die nun einmal da ist, oder aber man sagt dass diese Art so hochgezuechtet ist, dass es sie gar nicht geben sollte. Man kann aber nicht zugleich das beste fuer das einzelne Tier wollen und die Nichtexistenz seiner Art wuenschen (vielleicht einmal abgesehen von Qualzuectungen, die draussen gar nicht mehr ueberleben koennen).
Auch die Kuehe geben nicht nur dann Milch, wenn sei eigentlich gerade ein Kaelbchen haben, dem diese Milch dann "weggetrunken wird". Vielmehr reicht es vollkommen, dass sie ab und an mal ein Kaelbchen haben - werden die Milchdruesen danach taeglich weiter stimuliert, obwohl das Kaelbchen bereits Gras fressen kann, dann wird die Milch weiter produziert. Das ist beim Menschen ja auch nicht anders. Ist ein Baby einmal geboren, kann man ein paar Wochen lang stillen oder abpumpen oder auch 5 Jahre lang.
... um ihn in Eiform zu verspeisen? Es handelt sich bei den Eiern, die wir essen um unbefruchtete (!)Eier, nicht um einen "Embryo in Fluessigform".
Sie springen in der Argumentation, wenn Sie mal von der gezuechteten Art, mal vom individuellen Tier sprechen. Entweder man erkennt heutige Huehner oder Rinder als Tierform an, die nun einmal da ist, oder aber man sagt dass diese Art so hochgezuechtet ist, dass es sie gar nicht geben sollte. Man kann aber nicht zugleich das beste fuer das einzelne Tier wollen und die Nichtexistenz seiner Art wuenschen (vielleicht einmal abgesehen von Qualzuectungen, die draussen gar nicht mehr ueberleben koennen).
Auch die Kuehe geben nicht nur dann Milch, wenn sei eigentlich gerade ein Kaelbchen haben, dem diese Milch dann "weggetrunken wird". Vielmehr reicht es vollkommen, dass sie ab und an mal ein Kaelbchen haben - werden die Milchdruesen danach taeglich weiter stimuliert, obwohl das Kaelbchen bereits Gras fressen kann, dann wird die Milch weiter produziert. Das ist beim Menschen ja auch nicht anders. Ist ein Baby einmal geboren, kann man ein paar Wochen lang stillen oder abpumpen oder auch 5 Jahre lang.
Entfernt, bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/ft
Es sind Kommentare wie diese, die einen ideologischen Graben zwischen Vegetarier und Nichtvegetarier errichten und zu einer Verschärfung des Tons beitragen. Möglicherweise ist das ja aber auch gewollt. Ich beharre jedenfalls darauf, dass niemand das Recht hat, mich einen Mörder zu nennen, mich mit Vergewaltigern zu vergleichen oder mir zu unterstellen, ich unterstützte direkt oder indirekt KZ-ähnliche Fabriken. Und es lassen sich solche Aussagen auch nicht durch tierethische philosophische Ansätze oder vermeintlichen Rationalismus begründen - sie sind schlicht und einfach irrational und verblendet.
Es sind Kommentare wie diese, die einen ideologischen Graben zwischen Vegetarier und Nichtvegetarier errichten und zu einer Verschärfung des Tons beitragen. Möglicherweise ist das ja aber auch gewollt. Ich beharre jedenfalls darauf, dass niemand das Recht hat, mich einen Mörder zu nennen, mich mit Vergewaltigern zu vergleichen oder mir zu unterstellen, ich unterstützte direkt oder indirekt KZ-ähnliche Fabriken. Und es lassen sich solche Aussagen auch nicht durch tierethische philosophische Ansätze oder vermeintlichen Rationalismus begründen - sie sind schlicht und einfach irrational und verblendet.
... um ihn in Eiform zu verspeisen? Es handelt sich bei den Eiern, die wir essen um unbefruchtete (!)Eier, nicht um einen "Embryo in Fluessigform".
Sie springen in der Argumentation, wenn Sie mal von der gezuechteten Art, mal vom individuellen Tier sprechen. Entweder man erkennt heutige Huehner oder Rinder als Tierform an, die nun einmal da ist, oder aber man sagt dass diese Art so hochgezuechtet ist, dass es sie gar nicht geben sollte. Man kann aber nicht zugleich das beste fuer das einzelne Tier wollen und die Nichtexistenz seiner Art wuenschen (vielleicht einmal abgesehen von Qualzuectungen, die draussen gar nicht mehr ueberleben koennen).
Auch die Kuehe geben nicht nur dann Milch, wenn sei eigentlich gerade ein Kaelbchen haben, dem diese Milch dann "weggetrunken wird". Vielmehr reicht es vollkommen, dass sie ab und an mal ein Kaelbchen haben - werden die Milchdruesen danach taeglich weiter stimuliert, obwohl das Kaelbchen bereits Gras fressen kann, dann wird die Milch weiter produziert. Das ist beim Menschen ja auch nicht anders. Ist ein Baby einmal geboren, kann man ein paar Wochen lang stillen oder abpumpen oder auch 5 Jahre lang.
Mir ist klar, dass die Eier unbefruchtet sind. Sorry für den Begriff "Nachwuchs", der ist in diesem Zusammenhang wirklich verwirrend. Ich wollte sagen, dass dem Huhn durchaus "bewusst" (schwierig das näher zu fassen, aber ich denke es ist klar was ich mit "bewusst" hier meine) ist, was es da legt, oder besser: aus Instinkt auch unbefruchtete Eier ausbrütet und als eben "Nachwuchs" behandelt und schützt - korrigieren Sie mich, wenn ich da irre. Die Frage ist da dann natürlich, in wie weit es vertretbar und eben nötig ist, den Hennen a) durch Wegnahme der Eier zur Bildung neuer Eier zu "nötigen" und b) ein eventuell(!) vorhandenes Bewusstsein über den Verlust in Kauf zu nehmen. Und das NUR, weil es lecker ist? Das gleiche Prinzip gilt auch für das "Stimulieren von Milchdrüsen" - macht dem Tier bestimmt viel Spaß.
Auch bestreite ich, dass man nicht das beste für das einzelne Tier können möchte und die Existenz seiner Art gleichzeitig in Frage stellen kann. Wieso sollte das nicht gehen? Jedes organische Individuum ist sterblich, im Laufe der Zeit erledigt sich das individuelle Problem also von alleine. Bis es so weit ist, kann diesem Individuum aber durchaus ein möglichst natürliches Leben - so weit wie bei diesen Arten eben möglich - gewährleistet werden. Das Problem ist einzig und alleine die "Nachproduktion" der Nutztiere, ob jetzt für den Bio-Hof oder das Factory-Farmin und eben da kommt der Mensch und seine Ernährungsweise ins Spiel.
Mir ist klar, dass die Eier unbefruchtet sind. Sorry für den Begriff "Nachwuchs", der ist in diesem Zusammenhang wirklich verwirrend. Ich wollte sagen, dass dem Huhn durchaus "bewusst" (schwierig das näher zu fassen, aber ich denke es ist klar was ich mit "bewusst" hier meine) ist, was es da legt, oder besser: aus Instinkt auch unbefruchtete Eier ausbrütet und als eben "Nachwuchs" behandelt und schützt - korrigieren Sie mich, wenn ich da irre. Die Frage ist da dann natürlich, in wie weit es vertretbar und eben nötig ist, den Hennen a) durch Wegnahme der Eier zur Bildung neuer Eier zu "nötigen" und b) ein eventuell(!) vorhandenes Bewusstsein über den Verlust in Kauf zu nehmen. Und das NUR, weil es lecker ist? Das gleiche Prinzip gilt auch für das "Stimulieren von Milchdrüsen" - macht dem Tier bestimmt viel Spaß.
Auch bestreite ich, dass man nicht das beste für das einzelne Tier können möchte und die Existenz seiner Art gleichzeitig in Frage stellen kann. Wieso sollte das nicht gehen? Jedes organische Individuum ist sterblich, im Laufe der Zeit erledigt sich das individuelle Problem also von alleine. Bis es so weit ist, kann diesem Individuum aber durchaus ein möglichst natürliches Leben - so weit wie bei diesen Arten eben möglich - gewährleistet werden. Das Problem ist einzig und alleine die "Nachproduktion" der Nutztiere, ob jetzt für den Bio-Hof oder das Factory-Farmin und eben da kommt der Mensch und seine Ernährungsweise ins Spiel.
...die Konsequenzen müssen die Verbraucher selbst ziehen. Wer den Kauf seines neuen fahrbaren Untersatzes ein halbes Jahr lang planen kann unter Einsatz seiner geballten Intelligenz oder monatelang Urlaubsprospekte wälzt, ein Dutzend Testberichte vor dem Kauf seines nächsten Laptops studiert - der ist auch in der Lage, die Qualität seiner Nahrung zu prüfen.
Er soll aber nicht damit argumentieren, dass wir nicht dazu geschaffen wurden, Fleisch zu essen. Schauen Sie sich die Evolutionsgeschichte an, unsere Zaehne, die Struktur unseres Verdauungssystems. Fleischessen hat uns dazu gemacht,was wir heute sind. Wenn einer Lust auf Fleisch zur reinen gastronomischen Vorliebe erklaert, kann er gleich Sex zu nichts mehr als einer beliebten Freizeitaktivitaet erklaeren.
Die vegetarische Lebensweise mag als angemessene Antwort auf die Schrecken konventioneller Tierhaltung erscheinen. Wenn sich die Vegetarier und Veganer jedoch schon so um die Tiere sorgen, was gedenken sie zu unternehmen wegen der Feldmaeuse, die in Stuecke gehackt werden von Maschinen, die das Getreide fuer eine vegetarische Mahlzeit ernten? Chemikalien, die die Bauern verwenden toeten Insekten (auch nuetzliche) und Voegel. Tote Tiere lassen sich nicht vermeiden, egal wie sich einer ernaehrt. Und sollten wir alle ueber Nacht Vegetarier werden, ist es gar nicht sicher, dass weniger getoetet wuerde. Wie Michael Pollan richtig bemerkte, sollte unsere Diaet so wenige Tiere wie moeglich das Leben kosten, sollten wir wahrscheinlich das groesste Tier essen, dass leben kann auf einem nur minimal kultivierten Boden - 'grass-finished steaks for everyone'.
Pollan weist ebenso darauf hin, dass eine Diaet, frei von jedweden Tierprodukten verlangen wuerde, dass viele von uns ihr Essen aus weiten Teilen der Welt importieren muessten. Und wollten wir gluecklich und gesund werden mit den modernen, verarbeiteten Lebensmitteln, wuerde unsere Abhaengigkeit von fossilen Brennstoffen und chemischen Duengemitteln nur steigen, wegen des Transports und weil die Fruchtbarkeit in Form von Duenger eine Seltenheit waere. Nachhaltiges System zur Lebensmittelproduktion ohne Tiere ist eine Maer. Wenn Sie sich um die Gesundheit der Umwelt sorgen und nicht nur um Ihre eigene moralische Ueberlegenheit und Ihre Seele, dann ist Flischessen manchmal das Beste, was Sie tun koennen. Nur kiloweise sollten Sie das Zueg nicht in sich hineinschaufeln...
Im Uebrigen denke ich, dass sich die vegetarische und radikalere Filosofien nur entwickeln konnten, weil wir so entfremdet von unserer natuerlichen Umgebung und Lebensweise sind. Peter Singer schreibt "In our normal life there is no serious clash of interests between human and nonhuman animals." Anscheinend nimmt er das Stadtleben als Norm. Kein Bauer wird das unterschreiben. Und Sie, versuchen Sie mal Ihren Salat selber zu wachsen.
Menschen, die sich um das Wohlergehen der Tiere sorgen, sollten sich einfach informieren, woher das Fleisch kommt und wie das Tier gelebt und getoetet wurde.
Zitat"Im Uebrigen denke ich, dass sich die vegetarische und radikalere Filosofien nur entwickeln konnten, weil wir so entfremdet von unserer natuerlichen Umgebung und Lebensweise sind."
Dagegen spricht, dass es dem Vernehmen nach bereits in der Antike Vegetarier gab, etwa die griechischen Philosophen Platon und Pythagoras:
http://www.suite101.de/co...
Im übrigen habe ich persönlich als langjähriger Vegetarier im Prinzip nichts gegen maßvolle und verantwortungsbewusste Nutzung von Tieren, nur ist dieses Maß in unserer Gesellschaft schob seit längerem abhanden gekommen.
Denken wir nur mal an die Art, wie die amerikanischen Prärieindianer ihre Hauptbeute, den Bison, bis zum letzten Rest verwerteten. Sicher, sie töteten und aßen ihn, gleichzeitig aber verehrten sie ihn auch und in ihm die Natur, und wären nicht auf den Gedanken gekommen, das Geschenk, als das sie den Bison empfanden, in irgendeiner Weise über ihre elementaren Bedürfnisse hinaus zu missbrauchen.
Gleichzeitig gab es weiße Männer, die aus Zügen heraus wahllos auf Bisonherden schossen und die Kadaver teilweise dann einfach liegen ließen, aus Jagdlust, Überdruss, Sensationsgier..., was weiß ich.
Und jetzt überlegen wir mal ganz ehrlich, welcher Verhaltensweise wir in unserer Gesellschaft mit unserer Einstellung zum Tier wohl näher stehen.
Diese Indianer waren keineswegs Vegetarier, und doch fühle ich mich ihnen seelenverwandt.
Zitat"Im Uebrigen denke ich, dass sich die vegetarische und radikalere Filosofien nur entwickeln konnten, weil wir so entfremdet von unserer natuerlichen Umgebung und Lebensweise sind."
Dagegen spricht, dass es dem Vernehmen nach bereits in der Antike Vegetarier gab, etwa die griechischen Philosophen Platon und Pythagoras:
http://www.suite101.de/co...
Im übrigen habe ich persönlich als langjähriger Vegetarier im Prinzip nichts gegen maßvolle und verantwortungsbewusste Nutzung von Tieren, nur ist dieses Maß in unserer Gesellschaft schob seit längerem abhanden gekommen.
Denken wir nur mal an die Art, wie die amerikanischen Prärieindianer ihre Hauptbeute, den Bison, bis zum letzten Rest verwerteten. Sicher, sie töteten und aßen ihn, gleichzeitig aber verehrten sie ihn auch und in ihm die Natur, und wären nicht auf den Gedanken gekommen, das Geschenk, als das sie den Bison empfanden, in irgendeiner Weise über ihre elementaren Bedürfnisse hinaus zu missbrauchen.
Gleichzeitig gab es weiße Männer, die aus Zügen heraus wahllos auf Bisonherden schossen und die Kadaver teilweise dann einfach liegen ließen, aus Jagdlust, Überdruss, Sensationsgier..., was weiß ich.
Und jetzt überlegen wir mal ganz ehrlich, welcher Verhaltensweise wir in unserer Gesellschaft mit unserer Einstellung zum Tier wohl näher stehen.
Diese Indianer waren keineswegs Vegetarier, und doch fühle ich mich ihnen seelenverwandt.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren