Amazon will in diesem Herbst 122 Bücher aus verschiedenen Genres selbst auf den US-amerikanischen Markt bringen. Das berichtet die  New York Times . Die Bücher soll es sowohl gedruckt als auch digital geben. Damit macht Amazon eine Ankündigung aus dem vergangenen August wahr, verstärkt eigene Bücher zu verlegen statt sie nur zu verkaufen. Vor zwei Monaten hatte Tim Ferriss , Autor mehrerer Selbsthilfe-Bestseller, als Erster verkündet, seine Bücher exklusiv über Amazon zu veröffentlichen.

Viele amerikanische Verlage und Literaturagenten haben sich bereits gegen Amazons Pläne ausgesprochen. Diese sehen unter anderem vor, sowohl Veröffentlichung als auch Vertrieb zusammen in die Hände des Konzerns zu legen. Manche Verlagshäuser berichten zudem, der Konzern versuche aggressiv, ihre Autoren abzuwerben. So habe Amazon zum Beispiel begonnen, Autoren exklusiv Zugang zur begehrten Nielsen BookScan Datenbank zu geben, berichtet die New York Times. Mithilfe dieser Datenbank könne ein Autor sehen, wie viele Bücher er in einzelnen Städten oder Bundesstaaten der USA verkauft, um besser auf Leserwünsche und Leseerwartungen reagieren zu können.

Vertreter von Amazon sagten nicht, wie viele Lektoren und Autoren sie mittlerweile unter Vertrag haben. Russell Grandinetti, ein Vertreter Amazons, wird von der New York Times aber zitiert, es sei das erste Mal, dass sich in der Buchlandschaft etwas verändere, seit Gutenberg den Buchdruck erfunden habe.