KrimiZeit-Bestenliste Die zehn besten Krimis des Jahres 2011

Jeden ersten Donnerstag im Monat geben Literaturkritiker und Krimispezialisten die Romane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben. Dies waren die besten im Jahr 2011.

1 Dominique Manotti: Roter Glamour
Aus dem Französischen von Andrea Stephani; Ariadne im Argument Verlag, 256 S., 12,90 €

Paris/Libanon 1985. Wie tickt die Elite der Franzosen? Zeitbombenmäßig, sexbesessen, machtgeil. Im Schatten des Präsidenten arrangiert Ex-Nazi-Kollaborateur Bornand Raketenschmuggel, Polizeiaktionen, Meuchelmorde. Und stolpert über eine fixe, harte Araberin: Noria Ghozali. Die neuen Geheimnisse von Paris.

2 Friedrich Ani: Süden
Droemer, 368 S., 19,99 €

München. Nach sieben Jahren Exil in Köln kehrt Tabor Süden zurück nach Bayern. Sein viele Jahre lang verschwundener Vater war am Telefon. Süden, Ex-Kommissar und neuerdings Privatdetektiv, sucht wie nie zuvor: nach dem Vater, nach Mundl, dem vermissten Kneipier. Südens Comeback zu den Verlorenen. Einzig, großartig.

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3 Kate Atkinson: Das vergessene Kind
Aus dem Englischen von Anette Grube; Droemer, 460 S., 19,99 €

Leeds. 1975 findet die Polizei ein Kind neben der Leiche seiner Mutter. Jahre später klaut eine Ex-Kommissarin die Tochter einer Prostituierten; Privatdetektiv Brodie forscht nach verlorenen Eltern. Grotesk, wütend, liebevoll, unversöhnlich gegen die Kinderschacher-Gesellschaft.

4 Peter Temple: Wahrheit
Aus dem Englischen von Hans M. Herzog; C. Bertelsmann, 480 S., 21,99 €

Melbourne, Victoria. Nackte Tote in gläserner Wanne. Drei Räuber gefoltert. Vaters Haus vom Waldbrand bedroht. Wahlkampf in Victoria. Tochter auf Droge. Stephen Villani, Leiter der Mordkommission, ist klug, kein mutiger Mann, aber tapfer im Sturm des Jetzt. Bester australischer Roman 2010. Verbrechen als moderne australische Lebensform.

Das Beste vom Besten

An jedem ersten Donnerstag des Monats geben 18 Literaturkritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kriminalromane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben. Die KrimiZeit-Bestenliste entsteht in Kooperation von DIE ZEIT und NordwestRadio.

Die Jury

Tobias Gohlis, Kolumnist DIE ZEIT, Sprecher der Jury,
Volker Albers, "Hamburger Abendblatt",
Andreas Ammer, "Druckfrisch", Dlf, BR,
Gunter Blank, "Sonntagszeitung",
Thekla Dannenberg, "Perlentaucher"
Fritz Göttler, "Süddeutsche Zeitung",
Michaela Grom, SWR,
Lore Kleinert, Radio Bremen,
Thomas Klingenmaier, "Stuttgarter Zeitung",
Kolja Mensing, "Tagesspiegel",
Ulrich Noller, Deutsche Welle, WDR,
Jan Christian Schmidt, "Kaliber 38",
Margarete v. Schwarzkopf, NDR,
Ingeborg Sperl, "Der Standard",
Sylvia Staude, "Frankfurter Rundschau",
Jochen Vogt, Elder Critic, NRZ, WAZ,
Hendrik Werner, "Weser-Kurier",
Thomas Wörtche, "Plärrer", "culturmag", DRadioKultur

5 Daniel Woodrell: Winters Knochen
Aus dem Englischen von Peter Torberg; Liebeskind, 224 S., 18,90 €

Tief in den Ozarks, Missouri. Jessup, bester Meth-Koch im Tal, ist verschwunden. Sein Haus ist für die Bewährungskaution verpfändet. Die sechzehnjährige Ree muss Vater Jessups Tod beweisen, sonst landet sie mit Mutter und kleinen Brüdern auf der Straße. Ree steht’s durch, härter als alle. Country Noir, original vom Erfinder.

6 Deon Meyer: Rote Spur
Aus dem Afrikaans von Stefanie Schäfer; rütten&loening, 626 S., 19,99 €

Kapstadt/Südafrika/Simbabwe. Eine Hausfrau, ein Leibwächter und ein Ex-Polizist stoßen vor der Fußball-WM auf eine Geheimaktion von weltpolitischer Bedeutung. Meyer ist raffinierter denn je. Spionage-, Abenteurer- und Detektivroman, meisterhafte Spannungsliteratur.

7 Giancarlo de Cataldo: Schmutzige Hände
Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl; Folio, 376 S., 22,90 €

Italien 1992-93. Fortsetzung des grandiosen „Romanzo Criminale“. Politik & Mafia, Geheimnis & Gewalt, Liebe & Betrug. Die Cosa Nostra bombt, Polizist Scialoja dealt, Geheim-Agent Rossetti schickt geheime Killer los. Italien vor Berlusconi. Autor & Richter de Cataldos Binnensicht: ein Thrill der Tatsachen. Italiens Dunkelwelten. Bravourös, notwendig.

8 James Sallis: Der Killer stirbt
Aus dem Englischen von Jürgen Bürger und Kathrin Bielfeldt; Liebeskind, 256 S., 18,90 €

Phoenix, Arizona. Ein Junge, von den Eltern verlassen. Ein Berufsmörder, dem Kraft und Augenlicht schwinden. Ein Detective, dessen Frau stirbt. Ein Mann sucht den Mörder seines Vaters. Er will ihm danken. Leben – Sterben. Ein Buch vom Alleinsein: seltsam, traumhaft, betörend, hart. „Ihr müsst hinschauen!“

9 Norbert Horst: Splitter im Auge
Goldmann, 350 S., 8,99 €

Dortmund/holländische Grenze. Ein Mädchen ist ermordet, der Täter verurteilt. Soweit klar. Thomas Adam, der „Steiger“, sollte das auch so sehen. Eine neue Zeugenaussage verstärkt seine Zweifel, er ermittelt weiter. Gegen Vorgesetzte und besseres Wissen. Hohe Falldichte: Norbert Horst ist selbst Kriminalkommissar. Und ein toller Schreiber.

10 Jan Costin Wagner: Das Licht in einem dunklen Haus
Galiani Berlin, 312 S., 19,99 €

Turku/Helsinki/Karjasaari, 1985 und 2010. Engel haben keine Namen. Kommissar Kimmo Joentaas verschwundene Freundin so wenig wie die im Koma liegende Frau. Auch der Todesengel nicht, der erst die Todkranke und dann alle umbringt, die ihr Gewalt angetan haben. Finnische Mysterien.

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