Journalist und Autor: Christopher Hitchens ist tot
Er war ein streitbarer Atheist, selbst in schwerer Krankheit. Nun ist der Autor und Journalist Christopher Hitchens im Alter von 62 Jahren an Krebs gestorben.
© Amanda Edwards/Getty Images

Christopher Hitchens
Der Journalist und Autor Christopher Hitchens ist tot. Der zornige Intellektuelle und überzeugte Atheist verstarb am Donnerstag in Houston, Texas, im Alter von 62 Jahren an einer Lungenentzündung als Folge von Speiseröhrenkrebs.
"Er hatte einen unersättlichen Appetit – auf Zigaretten, Scotch, Gesellschaft, guten Schreibstil, vor allem aber auf Gespräche", schreibt sein Arbeitgeber und Freund Graydon Carter , Chefredakteur der US-Zeitschrift Vanity Fair . Hitchens, der für das Magazin beim Fitness-Training oder als Versuchsperson für das von der US-Regierung legitimierte Waterboarding immer wieder seine eigenen Grenzen infrage stellte, hatte dort auch über den Verlauf seiner Krankheit berichtet.
Die von der Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross etablierte Theorie der fünf Stufen des Sterbens träfen auf ihn nicht zu, schrieb Hitchens im September 2010 , nur einige Monate, nachdem er die Krebsdiagnose erhalten hatte. Er hätte seinen Zustand wohl anfangs noch geleugnet, Zorn und Depression jedoch übersprungen: "Ich habe den Sensenmann herausgefordert, es mir so richtig zu zeigen – und muss nun vor etwas kapitulieren, das so vorhersehbar und banal ist, dass es selbst mich langweilt."
Sein Zynismus und der Wille zu Wahrheit, aber auch zur Provokation zeichneten
Christopher Hitchens
als Kritiker, Buchautor, Kriegsberichterstatter und Intellektuellen aus. Mit seinen offen gelebten Affären und der kontinuierlichen Kritik an Religion und Kirche war er für viele amerikanische
Christen ein ideales Feindbild
.
In seinem Buch Der Herr ist kein Hirte – Wie Religion die Welt vergiftet aus dem Jahr 2007 argumentierte er wütend gegen jede Form des Glaubens. Religion führe zu Kriegen, zu sexueller Unterdrückung und stehe der Kultur und Wissenschaft im Weg. Aus dieser Überzeugung resultierte auch seine Befürwortung des zweiten Irak-Kriegs, den er für notwendig hielt, um die westlichen Werte des Säkularismus und Feminismus zu verteidigen.
Der in England geborene Hitchens studierte in Oxford und arbeitete als Literaturkritiker für die Londoner Zeitschrift New Statesman , bevor er 1981 in die USA zog. In den folgenden Jahren arbeitete er unter anderem als Korrespondent für die linksgerichtete Wochenzeitschrift The Nation . Im Jahr 2007 nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an.
Christopher Hitchens verfasste 25 Bücher und unzählige Artikel und Kolumnen . Zu seinen Büchern zählen Werke über Thomas Jefferson, Thomas Paine, George Orwell und Henry Kissinger . Die Übersetzung seiner Autobiografie The Hitch – Geständnisse eines Unbeugsamen erschien in diesem Jahr bei Blessing.
Unbeugsam blieb er selbst in den letzten Tagen seiner Krankheit. Einige seiner Gegner hatten darauf gewartet, dass Christopher Hitchens sich angesichts des bevorstehenden Todes doch noch zum Glauben bekennen würde. In einem vor Kurzem veröffentlichten Artikel schrieb er: "Ich habe beschlossen alles anzunehmen, was meine Krankheit mir entgegenstellen wird. Ich werde kampflustig bleiben, selbst angesichts meines unvermeidlichen Niedergangs."






wenn schon der erste Satz nicht besonders zutreffend ist? Immerhin hat Hitchens bereits vor sechs Jahren die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen und ist damit kaum noch als Brite zu bezeichnen, so finde ich. Im englischsprachigen Wikipedia wird er als anglo-amerikanischer Journalist und Buchautor bezeichnet: hier lohnt es sich,
Ausserdem vernachlässigt Frau Brauns Aufsatz ein Paar geradezu bezeichnende Eigenschaften von CH:
Zunächst, dass er zu den leidenschaftlichsten Verteidigern der Meinungsfreiheit zählt, die es jemals im englischen Sprachraum gab.
Dann, um die Worte von Martin Amis zu paraphrasieren: Hitchens gehöre zu den furchterregendsten Rhetorikern *aller Zeiten*, was ja auch keine Nebensächlichkeit darstellt.
Zuletzt ist die Tatsache wissenswert, dass Hitchens keine "armchair journalist" war, sondern mehrere Jahrzehnte lang als Auslandsreporter in Kriegs- und Krisengebieten tätig war.
Trotzdem: vielen Dank für diesen insgesamt zutreffenden und gut lesbaren Nachruf!
Sehr geehrter Martin S.,
Sie haben Recht, das "britisch" im ersten Satz war ungenau. Danke für den Hinweis. Ich habe das korrigiert. Die US-Staatsbürgerschaft stand ja bereits drin.
Ich betrachte den Text eher als eine Nachricht denn als Nachruf. Es ging erst mal darum, den Tod zu melden. Ob im Lauf des Tages noch ein Nachruf folgt, ist noch nicht entschieden.
Wenn Sie möchten, schreiben Sie uns Ihre Gedanken zu CH auf. http://www.zeit.de/lesera... Ich würde mich freuen.
Herzlich, Jessica Braun
Bei einem derartige einseitigen Bild von Religion kann man kaum von einem Willen zur Wahrheit sprechen. Bei Hitchens wurde die Religion ganz schnell und einfach für fast alle Übel der Welt verantwortlich, nur positives durfte sie nie bewirken.
Ich glaube auch das ein echter Zyniker mit der Wahrheit nichts zu tun hat, sondern eher damit, seine Verzweiflung über seine SehnSucht nach einer irgendwie gearteten Anerkennung, Ausdruck zu verleihen. Warum argumentiert jemand wütend gegen Religion. Wenn man das Theman sachgemäss durchgearbeitet und verstanden hat, braucht man keine Wut, Dann kann man in aller Gelassenheit darüber sprechen.
"Do I, who have read Freud, know what the Future of an Illusion really is and know that religious belief is ineradicable as long as we remain a stupid, poorly-evolved mammalian species, think that some Canadian law is gonna solve this problem? Please. No, our problem is this: our pre-frontal lobes are too small, and our adrenalin glands are too big, and our thumb-finger opposition isn't all that it might be, and we're afraid of the dark, and we're afraid to die, and we believe in the truths of holy books that are so stupid and so fabricated that a child can (and all children do, as you can tell from their questions) see through them. And I think it should be (religion) treated with ridicule and hatred and contempt. And I claim that right." (http://www.youtube.com/wa...)
Da bleibt mir nur noch eins zu sagen:
Der Mann hat Recht.
Hitchens war und ist neben Harris und Dawkins einer der wichtigsten Stimmen der Vernunft!
Seine weisen Worte zum Thema Religion und Theismus im Allgemeinen werden der Welt fehlen und doch in seinen Texten weiter leben...
Um auch auf ein paar der unsinnigen Kommentare einzugehen, ist zu sagen dass Hitch nicht alles Übel dieser Welt der Religion zuschreibt, jedoch eben zurecht sehr viel. Der Mann hat sich über viele Jahre hinweg mit der Thematik beschäftigt und ist nicht umsonst einer der einflussreichsten Intellektuellen unserer Zeit gewesen.
[...]
In dem Sinne verbleibe ich mit einem seiner zeitlosen Zitate:
“Our belief is not a belief. Our principles are not a faith. We do not rely soley upon science and reason, because these are necessary rather than sufficient factors, but we distrust anything that contradicts science or outrages reason. We may differ on many things, but what we respect is free inquiry, openmindedness, and the pursuit of ideas for their own sake.” C.H.
Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag
Ich glaube auch das ein echter Zyniker mit der Wahrheit nichts zu tun hat, sondern eher damit, seine Verzweiflung über seine SehnSucht nach einer irgendwie gearteten Anerkennung, Ausdruck zu verleihen. Warum argumentiert jemand wütend gegen Religion. Wenn man das Theman sachgemäss durchgearbeitet und verstanden hat, braucht man keine Wut, Dann kann man in aller Gelassenheit darüber sprechen.
"Do I, who have read Freud, know what the Future of an Illusion really is and know that religious belief is ineradicable as long as we remain a stupid, poorly-evolved mammalian species, think that some Canadian law is gonna solve this problem? Please. No, our problem is this: our pre-frontal lobes are too small, and our adrenalin glands are too big, and our thumb-finger opposition isn't all that it might be, and we're afraid of the dark, and we're afraid to die, and we believe in the truths of holy books that are so stupid and so fabricated that a child can (and all children do, as you can tell from their questions) see through them. And I think it should be (religion) treated with ridicule and hatred and contempt. And I claim that right." (http://www.youtube.com/wa...)
Da bleibt mir nur noch eins zu sagen:
Der Mann hat Recht.
Hitchens war und ist neben Harris und Dawkins einer der wichtigsten Stimmen der Vernunft!
Seine weisen Worte zum Thema Religion und Theismus im Allgemeinen werden der Welt fehlen und doch in seinen Texten weiter leben...
Um auch auf ein paar der unsinnigen Kommentare einzugehen, ist zu sagen dass Hitch nicht alles Übel dieser Welt der Religion zuschreibt, jedoch eben zurecht sehr viel. Der Mann hat sich über viele Jahre hinweg mit der Thematik beschäftigt und ist nicht umsonst einer der einflussreichsten Intellektuellen unserer Zeit gewesen.
[...]
In dem Sinne verbleibe ich mit einem seiner zeitlosen Zitate:
“Our belief is not a belief. Our principles are not a faith. We do not rely soley upon science and reason, because these are necessary rather than sufficient factors, but we distrust anything that contradicts science or outrages reason. We may differ on many things, but what we respect is free inquiry, openmindedness, and the pursuit of ideas for their own sake.” C.H.
Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag
Ich habe Christopher Hitchens sehr gerne zugehört. Seine Artumente haben zu vielen Diskussionen in meinem Freundeskreis geführt, was uns alle scharfsinniger gemacht hat.
Ich glaube auch das ein echter Zyniker mit der Wahrheit nichts zu tun hat, sondern eher damit, seine Verzweiflung über seine SehnSucht nach einer irgendwie gearteten Anerkennung, Ausdruck zu verleihen. Warum argumentiert jemand wütend gegen Religion. Wenn man das Theman sachgemäss durchgearbeitet und verstanden hat, braucht man keine Wut, Dann kann man in aller Gelassenheit darüber sprechen.
wie es ihm - glaube ich - gefallen hätte:
Mit einem großem Glas Johnny Walker Black.
RIP.
"Do I, who have read Freud, know what the Future of an Illusion really is and know that religious belief is ineradicable as long as we remain a stupid, poorly-evolved mammalian species, think that some Canadian law is gonna solve this problem? Please. No, our problem is this: our pre-frontal lobes are too small, and our adrenalin glands are too big, and our thumb-finger opposition isn't all that it might be, and we're afraid of the dark, and we're afraid to die, and we believe in the truths of holy books that are so stupid and so fabricated that a child can (and all children do, as you can tell from their questions) see through them. And I think it should be (religion) treated with ridicule and hatred and contempt. And I claim that right." (http://www.youtube.com/wa...)
Da bleibt mir nur noch eins zu sagen:
Der Mann hat Recht.
Da beschrieb er die eigene Position zur Religion schon sehr genau, zeigt aber gleichzeitig, das es ihm eben um Wahrheit gar nicht ging.
Es geht um die Verbreitung der eigene Haltung, Wahrheit spielt keine Rolle mehr, denn schließlich handelt es sich um Religion, dort passt Unfug (bspw.: http://www.zeit.de/2010/1... ) in Konzept, solange er nur rhetorischen Gewinn verspricht, Wahrheit wird zur reinen Nebensache, sie interessierte gar nicht mehr.
Da beschrieb er die eigene Position zur Religion schon sehr genau, zeigt aber gleichzeitig, das es ihm eben um Wahrheit gar nicht ging.
Es geht um die Verbreitung der eigene Haltung, Wahrheit spielt keine Rolle mehr, denn schließlich handelt es sich um Religion, dort passt Unfug (bspw.: http://www.zeit.de/2010/1... ) in Konzept, solange er nur rhetorischen Gewinn verspricht, Wahrheit wird zur reinen Nebensache, sie interessierte gar nicht mehr.
Da beschrieb er die eigene Position zur Religion schon sehr genau, zeigt aber gleichzeitig, das es ihm eben um Wahrheit gar nicht ging.
Es geht um die Verbreitung der eigene Haltung, Wahrheit spielt keine Rolle mehr, denn schließlich handelt es sich um Religion, dort passt Unfug (bspw.: http://www.zeit.de/2010/1... ) in Konzept, solange er nur rhetorischen Gewinn verspricht, Wahrheit wird zur reinen Nebensache, sie interessierte gar nicht mehr.
Deswegen hat er die Religionen der Welt auch als die Fantasiegebäude entlarvt, die sie sind.
Und das ist die Wahrheit.
Hitchens ist vielmehr genervt vom üblichen "ich selbst glaube ja nicht, aber ich lass dir deinen Glauben". Warum? Weil er die, wie er in dem Video sagt, sogenannten heiligen Schriften für derat dumm und konstruiert hält, dass jedem Kind klar sein müsste, dass es sich beim dort gesagten nicht um die Wahrheit handeln kann sondern lediglich um Hirngespinste. Diese - für ihn hanebüchenen - Konstrukte haben, aus seiner Perspektive, eben keinen Respekt verdient.
Ich finde das durchaus eine akzeptable Einstellung. Die Positionen der Religionen erhalten doch nur deshalb Respekt, weil sie aus Tradition für viele Menschen wichtig sind. Würde man in anderem Zusammenhang derat Inkohärentes absondern, würde man mit Sicherheit nicht ernst genommen.
Deswegen hat er die Religionen der Welt auch als die Fantasiegebäude entlarvt, die sie sind.
Und das ist die Wahrheit.
Hitchens ist vielmehr genervt vom üblichen "ich selbst glaube ja nicht, aber ich lass dir deinen Glauben". Warum? Weil er die, wie er in dem Video sagt, sogenannten heiligen Schriften für derat dumm und konstruiert hält, dass jedem Kind klar sein müsste, dass es sich beim dort gesagten nicht um die Wahrheit handeln kann sondern lediglich um Hirngespinste. Diese - für ihn hanebüchenen - Konstrukte haben, aus seiner Perspektive, eben keinen Respekt verdient.
Ich finde das durchaus eine akzeptable Einstellung. Die Positionen der Religionen erhalten doch nur deshalb Respekt, weil sie aus Tradition für viele Menschen wichtig sind. Würde man in anderem Zusammenhang derat Inkohärentes absondern, würde man mit Sicherheit nicht ernst genommen.
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