"Mein Kampf" McGee lässt Hitler im Nebel
Der britische Verleger verzichtet vorerst darauf, Passagen aus Hitlers Buch in Deutschland lesbar zu veröffentlichen. Das Land Bayern hatte bereits Klage angekündigt.
Der britische Verleger Peter McGee will nun doch auf die Veröffentlichung von Passagen aus Adolf Hitlers Buch Mein Kampf verzichten. Die Auszüge aus dem Machwerk des Diktators, die McGee in einer Extra-Broschüre seiner Wochenzeitung Zeitungszeugen beilegen will, würden unleserlich erscheinen – nicht geschwärzt, aber mit einer Art Nebel überzogen. Nur der zugehörige Kommentar solle lesbar sein, die Originalpassagen aus dem Buch nicht, schreibt McGee in einem Brief an seine Kunden.
McGee will damit verhindern, dass das bayerische Finanzministerium, das die Urheberrechte an dem Buch hält, die Exemplare am Kiosk beschlagnahmen lässt. Das Ministerium, das als Rechtenachfolger des Eher-Verlags der Nationalsozialisten die Urheberrechte an Mein Kampf geerbt hat, hatte am Dienstag bereits gerichtliche Schritte gegen eine Veröffentlichung angekündigt.
Solange das juristische Verfahren laufe, wolle McGee die Auszüge aus dem Buch nicht mit seiner Wochenzeitung veröffentlichen, sagte er. "Wir müssen sicherstellen, dass wir unsere Hauptveröffentlichung nicht in Gefahr bringen." Vor rund drei Jahren hatte das bayerische Finanzministerium schon einmal eine Ausgabe der Zeitungszeugen beschlagnahmen lassen. Auch damals ging es um die Frage der Urheberrechte und Texte aus der Zeit der Nationalsozialisten. McGee wehrte sich erfolgreich vor Gericht und gewann gegen den Freistaat in zwei Instanzen. Allerdings sei der Schaden groß gewesen – auch finanziell. Das wolle er nicht noch einmal erleben.
"Ausgerechnet in Deutschland"
Im Fall der Publikationen von 2009 – damals handelte es sich um den kommentierten Nachdruck von Nazi-Zeitungen – war das Urheberrecht bereits erloschen. Bei Mein Kampf ist das erst im Jahr 2015 der Fall, 70 Jahre nach Hitlers Tod. McGee beruft sich allerdings auf das Zitierrecht. Schließlich wolle sein Verlagshaus nur Ausschnitte veröffentlichen, nicht das ganze Buch.
Nach McGees Ansicht ist es längst an der Zeit, Hitlers Pamphlet auch in Deutschland lesen zu können. "Ausgerechnet in Deutschland ist es zu einer bizarren Mystifizierung dieses ekelhaften Buches gekommen. Und das liegt einzig und allein daran, dass man es hier nicht lesen darf."
- Datum 25.01.2012 - 14:35 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 14
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






Das erscheint typisch für die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit. Wenig Quellenarbeit, dafür jede Menge guter Überzeugung.
...dass damit vielleicht doch nicht die große Kohle zu machen ist.
Denn wer "Mein Kampf" lesen will, ist nur eine Google Suche davon entfernt.
Und man braucht auch keinen Account oder spezielle Downloadprogramme wie bei Spielen oder Filmen. Da hat man höchstens die Qual der Wahl. Gibt anscheinend sogar nen Hörbuch. Wenn auch wahrscheinlich nicht von ihm besprochen.^^
Da tut mir leid, wer sich auf der Suche danach verschämt in einer Buchhandlung oder einem Zeitschriftenladen herumdrückt.
Und man braucht auch keinen Account oder spezielle Downloadprogramme wie bei Spielen oder Filmen. Da hat man höchstens die Qual der Wahl. Gibt anscheinend sogar nen Hörbuch. Wenn auch wahrscheinlich nicht von ihm besprochen.^^
Da tut mir leid, wer sich auf der Suche danach verschämt in einer Buchhandlung oder einem Zeitschriftenladen herumdrückt.
Und man braucht auch keinen Account oder spezielle Downloadprogramme wie bei Spielen oder Filmen. Da hat man höchstens die Qual der Wahl. Gibt anscheinend sogar nen Hörbuch. Wenn auch wahrscheinlich nicht von ihm besprochen.^^
Da tut mir leid, wer sich auf der Suche danach verschämt in einer Buchhandlung oder einem Zeitschriftenladen herumdrückt.
sein Vorhaben erstmal aufgegeben hat, finde ich gut. Was er durch die häppchenweise Veröffentlichung erreichen wollte, war Selbstinszenierung pur durch das Rütteln an einem Tabu.
Ich bin mir allerdings sicher, dass sich, wenn die Bayerische Staatsregierung die Druckrechte freigeben würde (bzw wenn diese jetzt demnächst sowieso auslaufen) REIN GAR NICHTS ändern wird. Das Buch ist heute bereits im Internet lockerst zugänglich (man suche "Mein Kampf Pdf"). Alle, denen man es am ehesten vorenthalten wollte, haben es also schon längst.
Dieser leichte Zugang ist ein Grund, weswegen es sich nicht lohnen würde, das Buch als käufliche Druckausgabe herauszugeben. Der andere liegt darin, dass das Buch ganz einfach SCHLECHT ist. Wer es von der Durchschnittsbevölkerung einmal gelesen hat, der rät in aller Regel anderen davon ab, da es sich schlicht um Gedankenmüll handelt, bei dem es äußerst schwer fällt bis zum Ende vorzustoßen. Letztendlich dürfte sich "Mein Kampf" weder als schwarzmagisch noch als umsatzfördernd erweisen.
das will doch keiner lesen.
Ich kann mich aber daran erinnern, dass Passagen daraus in dem Deutschuntericht seinerzeit ( in den 60igern ) diskutiert wurden, da hat unser Lehrer ja damals mit dem Feuer gespielt denn eine Erlaubnis aus Bayern hatte er sicherlich nicht.
Wenn man aber über das dritte Reich spricht, gehören Auszüge aus dem Buch sichlich dazu ,auch wenn es kaum noch jemanden gibt, dem man vorhalten könnte , erhätte es wissen können hätte er das Buch gelesen und nicht nur pflichteifrig gekauft und in den Schrank gestellt.
Aber das Geschwurbel wollte auch damals eigentlich niemand lesen. Das war ein Fehler, wie die Geschichte zeigt.
Ich hab 20 Seiten gelesen und es ist grausam. Wäre es besser geschrieben hätten es mehr Leute gelesen und der Autor wäre wahrscheinlich nie so erfolgreich geworden.
Unser Lehrer hatte damals ein Exemplar mit in den Unterricht genommen und in die Luft gehalten:
"So das ist es, und was fällt uns beim Betrachten des Buches auf?"...schweigen..."richtig, es wurde niemals gelesen"
ich habe "Weltall, Erde, Mensch" :-)
ich habe "Weltall, Erde, Mensch" :-)
Hitler hat unbestreitbar einen Einfluss auf Deutschland und die Geschichte Europas gehabt; ob dieser unselige Einfluss seinem Buch "Mein Kampf" zuzuschreiben ist, kann bezweifelt werden. Zwar ist es seinerzeit in einer ungeheuren Auflage erschienen (meist gekauft von Staatswegen), aber schon damals hat kaum einer das Buch gelesen, geschweige denn aufgrund des Buches den Entschluss gefasst, Gefolgsmann Hitlers oder Nationalsozialist zu werden. Die Ächtung des Buches in der Bundesrepublik war damit nicht unter dem Gesichtspunkt gerechtfertigt, das Buch könne irgendwie nationalsozialistisches Gedankengut erneut stärken und verbreiten. Man kann im Gegenteil vermuten, dass der Versuch, das Buch zu einem quasi verbotenen Buch zu machen, eine Werbemaßnahme für das Buch darstellte. Denn der Text kann ausserhalb Deutschlands vielleicht nicht legal, aber ohne jede praktische Schwierigkeit erlangt und gelesen weden. Da mag mancher versucht sein, es - wenigstens teilweise - nur deshalb zu lesen, weil das Lesen den anziehenden Ruch des Verbotenen hat. Man hätte das Buch schon lange zur Veröffentlichung freigeben können, meinetwegen mit einem einordnenden Vorwort. Das wäre allemal besser als die jetzige Haltung des Noch-Rechteinhabers, über die die Zeit hinweggehen wird.
ich habe "Weltall, Erde, Mensch" :-)
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren