Rechte von Autoren Lassen Sie mich durch, ich bin Urheber!

Darf man eine Verschärfung des Urheberrechtes fordern, wenn man gleichzeitig seine Bücher über Facebook vermarktet? Der Autor Wolfgang Tischer zum "Urheber"-Aufruf.

Warum wohl Roger Willemsen unterzeichnet hat? Ich kenne ihn als klugen Interviewpartner, den es betroffen macht, dass in den USA unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung Daten gesammelt und die Freiheiten der Menschen beschnitten werden. Ob es für ihn ok wäre, wenn in Deutschland zur Durchsetzung von Urheberrechten Daten gesammelt, Richter umgangen und Netzsperren eingeführt werden?

Andererseits: Die wenigen Sätze unter dem Titel "Wir sind die Urheber" haben so wenig Substanz, dass sie wie Buchseiten mit Säurefraß zerbröseln, wenn man sie näher betrachten will. Distanzieren kann man sich als Unterzeichner davon rasch, wenn es irgendwie konkret werden sollte.

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Mehrfach bekam ich letzte Woche eine E-Mail, ich möge den Aufruf mit unterzeichnen. Oft war es die Weiterleitung der Weiterleitung einer weitergeleiteten Mail. Und immer gab es den Hinweis, man möge seinerseits die E-Mail an alle Autoren weiterleiten, die man kenne. Wie ein Lauffeuer schien sich die Kunde unter den Autoren zu verbreiten – und denen, die es gerne wären.

Wolfgang Tischer
Wolfgang Tischer

ist gelernter Buchhändler, freier Journalist und betreibt seit 16 Jahren das literaturcafe.de. Die Website wurde u.a. mit dem Alternativen Medienpreis ausgezeichnet. Literatur gibt es dort kostenlos.

Die Aktion erinnert mich an Hoax-Mails, in denen vor einem zerstörerischen Virus gewarnt wird, angeblich Knochenmarkspender für einen kleinen Jungen gesucht werden oder allgemein Tod und Verdammnis drohen, wenn man sie nicht augenblicklich an Freunde und Bekannte weiterleitet.

Viele Autoren haben Angst. Irgendetwas scheint zu passieren. Und so, wie es vielleicht doch einen Computervirus geben könnte, der alle Rechner dieser Welt zerstört, so könnte die Behauptung stimmen, dass Grüne und Piraten das Urheberrecht abschaffen wollen. Oder dass womöglich die Buchhandlungen gesetzlich gezwungen werden, Bücher kostenlos abzugeben, weil sie Google ohnehin schon seit Jahren im Web verschenkt. Wo muss ich unterschreiben? Wenn selbst Elke Heidenreich und Tommy Jaud mitmachen, dann kann das nicht schlecht sein.

Eine andere Kampagne zeigt sehr gut, dass die Autoren nicht wirklich wissen, gegen was oder wen sie kämpfen, aber von einer diffusen Angst geleitet werden. Die Aktion "Ja zum Urheberrecht" der Vereinigung der Krimischriftsteller Syndikat lichtet Schriftsteller ab, denen man das Herz herausgerissen hat. Interessanterweise leben sie auf einigen der Kampagnenmotive dennoch weiter. Und wer ist der Feind? Die Fotos zeigen eine Gestalt mit Messer, die die Guy-Fawkes-Maske trägt, die bei der Anonymous-Bewegung beliebt ist. Doch Anonymous steht für eine Vielzahl von Zielen. Für die Schriftsteller verkörpert die Maskengestalt offenbar eine Bedrohung, die man nicht versteht, aber unbedingt bekämpfen muss.

Künstler und Urheberrecht

Die Debatte über die Reform des Urheberrechts beschäftigt Politiker, Kulturschaffende und Nutzer. Ihr Ausgang wird Auswirkungen auf die Kultur und das freie Internet haben. In unserer Serie Künstler und Urheberrecht gehen wir gemeinsam mit Gastautoren der Frage nach, wie die Wertschöpfungsketten im Kulturbetrieb funktionieren, wie sie sich durch die digitale Revolution verändert haben und wie eine Reform des Urheberrechts aussehen könnte. Wir freuen uns auf Ihre Gastbeiträge unter zeit.de/leserartikel

Alle Beiträge der Serie

Bisher erschienen:

Urheberrecht: Das Ringen um eine Reform

Wie funktioniert der Musikmarkt?

Filesharing: "Urheberrecht darf im Alltag keine Rolle spielen"

Streaming-Portale: Billiger als kaufen, besser als klauen

Mark Splinter: Des Künstlers Waffe gegen Ausbeutung

Conrad Fritzsch: Wir müssen die Spielregeln ändern

Wer hat die Rechte an Filmen?

Miguel E. Riveros Silva: Youtube ist nicht das Internet

Wolfgang Tischer: Lassen Sie mich durch, ich bin Urheber!

Gerd Billen: Die digitale Revolution verlangt neue Antworten

Urheberrechtsstreit: Verheddert in Frank Zappas Bart

Kultur des Tauschens: Das Geld findet dich immer

Bildende Kunst: Aus dem Museum ins Netz

Fatboy Slim: "Verlasst Euch nicht auf Download-Verkäufe!"

Streaming, Sampling, Urheberrecht: Musiker zur Debatte

Musikstreaming: "Da fühlst Du Dich nicht ganz wie ein Arschloch"

Urheberrecht: Wann ist geistiges Eigentum gerecht?

DJ Richie Hawtin: "Kreativität muss so schnell sein dürfen, wie sie will"

Auch bei "Ja zum Urheberrecht" hätte ich unterzeichnen sollen, die Initiatorin der Kampagne schickte mir eine Mail mit der Frage, ob das literaturcafe.de nicht mitmachen und den roten Ja-Button platzieren wolle. Ich fragte nach: Zum Thema gibt es eine Facebook-Gruppe und einen "Facebook-Button für UnterstützerInnen"? Die Kämpfer für ein starkes Urheberrecht nutzen die Plattform eines US-Unternehmens, das Datenschutz und Urheberrecht mit Füßen tritt? Solch eine Kampagne kann ich nicht ernst nehmen.

Im "Wir sind die Urheber"-Text solidarisieren sich die Schriftsteller mit ihren Verlagen und wettern gegen "global agierende Internetkonzerne, deren Geschäftsmodell die Entrechtung von Künstlern und Autoren in Kauf nimmt". Doch gleichzeitig pflastern ihre Verlage die Vorschauen und Websites mit Facebook-Logos und -Buttons und feuern eine "Social-Media-Kampagne" nach der anderen ab, weil dort scheinbar das Zielpublikum unterwegs sei. Und viele der Unterzeichnenden haben selbst eine Facebook-Fanseite und sind dort aktiv.

Ist das nicht inkonsequent? Müssten die Urheber ihre Verlage nicht auffordern, sofort alle Aktivitäten bei Facebook und Google zu beenden? Wie kann man etwas fördern, das man als Bedrohung sieht?

Ich habe nicht nachgefragt, weil ich weiß, was ich als Antwort bekommen werde: "Ja, aber man kann sich dem nicht verschließen. Facebook nutzen nun mal viele Menschen und dort können wir sie erreichen. Wir wissen, das ist nicht ganz ok, aber was will man machen? So machen es doch alle."

Wie wollen solch inkonsequente Autoren einem Schüler vermitteln, dass er durch Herunterladen einer MP3-Datei Böses getan hat, wenn er antwortet: "Ja, aber ich wollte nur ganz schnell diesen Song haben. Ich weiß, das ist nicht ganz ok, aber was will man machen? So machen es doch alle." (Nebenbei: Dass die Antwort eher nicht, "ja, aber ich wollte nur ganz schnell den neuen Roman von Martin Walser haben", lauten wird, gewährt einen Blick auf das eigentliche Problem der Branche.)

Spätestens an dieser Stelle beginnt dann die Diskussion, warum das Betreiben einer Fanseite bei Facebook etwas anderes sei, als der "Diebstahl" einer MP3-Datei, wobei der nächste sofort einwenden wird, dass Kopieren kein Diebstahl sei, weil... Und wieder einmal kommen wir keinen Meter weiter.

Doch es ist nicht nur Angst, die die Autorinnen und Autoren zur Unterschrift treibt. Ein zweites Motiv ist verletzte Eitelkeit und Statusangst! Denn in der Tat gibt es – vorsichtig formuliert – "Anhänger der Piraten", die Kunst als Freizeit- und Nebenbeschäftigung abtun. Eine erschreckende Herabwürdigung der Leistungen von Künstlern. Unter einem Beitrag zum Thema lese ich im Web, dass jemand freimütig zugibt, von diesen ganzen über 1.000 Unterzeichnern nur zwei oder drei Namen zu kennen. (Nebenbei: Und wieder gewährt diese Äußerung einen Blick auf das eigentliche Problem der Buchbranche.)

In den 16 Jahren, die ich das literaturcafe.de betreibe, hatte ich es mit unzähligen Menschen zu tun, die davon träumen, Schriftsteller zu sein. Und "Schriftsteller sein" heißt für diese Menschen, auch davon leben zu können. In der Villa auf Mallorca vor dem Notebook sitzen, aufs Meer schauen und den neuen Roman tippen, auf den Verlag und Leser bereits sehnsüchtig warten.

Die Wirklichkeit sieht anders aus. Obwohl es im "Wir sind die Urheber"-Text heißt, dass es "das Urheberrecht ermöglicht, dass wir Künstler und Autoren von unserer Arbeit leben können", gilt dies nur für einen ganz kleinen Teil der Unterzeichner. Man könnte es eine Lüge nennen, aber das wäre zu hart. Es ist eher wieder so eine "Ja, aber"-Aussage.

Nirgendwo gibt es so viele Preise, Förderungen und Stipendien wie im Literaturbetrieb. Das steht nicht im Urheberrechtstext, aber das sichert tatsächlich einigen Autoren das (Über-)Leben. Viele Autoren schreiben nebenher noch für Rundfunk- und Fernsehen und profitieren von GEZ-Gebühren, und dann gibt es noch die VG-Wort-Ausschüttung, die sich unter anderem aus Abgaben auf CD-Rohlingen, Handys und Drucker speist. Die Kultur-Flatrate ist bereits unter uns. Darüber hinaus haben viele Autoren einen Brotjob, der mit Kunst rein gar nichts zu tun hat. Ist Schreiben also doch ein Hobby?

Nein, bekommt man dann zu hören, Schreiben sei Berufung. Man müsse einfach, man könne nicht anders. Bei solchen Aussagen schwingt immer mit: "Und das werden die ganzen Trottel vor ihren Computern nicht kapieren, wenn sie unsere Werke achtlos und ohne Würde kopieren!" Denn die Aussage "Wir sind die Urheber" grenzt ab und lässt ein arrogantes "und ihr nicht!" mitschwingen. Doch Arroganz, Inkonsequenz und Angst sind schlechte Ratgeber, wenn es darum geht, das Urheberrecht zu stärken, ohne die Wirklichkeit aus den Augen zu verlieren.

 
Leserkommentare
  1. An sieben Milliarden Menschen habe Freunde von Freunden früher sicher auch keine LP’ s, Bücher und Filme gleichzeitig verliehen.
    Das ist aber genau das, was heute im Netzt möglich ist bzw. möglich sein wird.
    Warum soll die Kunst in der Kuschelecke des Privaten anders gehandhabt werden, als andere Unternehmen und Unternehmer im Hinblick auf globale Verwertung und Verkauf ihrer Produkte.
    Im Vordergrund steht der Absatzmarkt und der Konsum.

    Warum soll sich hier der Künstler immer noch im Jahre 2012 von einem Unternehmer unterscheiden?
    Weil es toll ist, ein Bohemien zu sein? Kunst zu machen ist auch ein knallharter Job.
    Und wenn es die Möglichkeit eines größeren Absatzmarktes gibt, warum sollen Künstler nicht von diesem grösseren Markt genauso profitieren wie andere auch? Kunst ist Leben. Kunst ist Business.
    Gerade im Internet-Zeitalter!

    Eine Leserempfehlung
  2. ... kaufe ich auch gern nach dem Konzert ihre CDs.
    Und es gibt Musikrichtungen, für die sich ohnehin kein Major Label interessiert. US-amerikanische Jazz-Musiker wissen, wovon die Rede ist. Und was haben viele von ihnen getan? Produzenten-Labels gegründet. Oder Kooperativen, welche die Musik der Mitglieder vertreiben. Oder einfach im befreundeten Studio ihre Musik produziert und öffentlich gemacht. Über das Internet kann ich diese Musik bestellen - als CD, oder als MP3-Dateien. Ich bezahle gerne, weil ich weiß: Es kommt den (häufig genug armen) Musikern direkt zugute (und es sind Sterne erster Güte dabei!)
    Und es ist etwas Besonderes, die CD aus den USA zu erhalten, mit Zollvermerken gespickt und vom Chef der Band eigenhändig beschriftet ... das sind natürlich Details, welche vielen auch zu Recht egal sind. Und darum geht es auch nicht hauptsächlich: Sondern darum, daß das Medium den tatsächlichen "Urhebern" neue, ungeahnte Möglichkeiten bietet. Am Ende sogar mehr Freiheit. Denn sie können auf "Verwerter" - in diesem Fall: Musikkonzerne - verzichten, welche sie ohnehin erst produzieren würden, wenn sie sich "mainstreamig" genug verbogen hätten, und welche an Besetzungen, Arrangements und (möglicherweise zu radikalen) Texten herumnörgeln und -zensieren würden.
    Es lebe die Freiheit der Kunst!
    Und im Übrigen: Könnte ich bei einem Schriftsteller sein Buch, das mir gefällt, direkt per Download kaufen - wie gern würde ich es tun! Und wissen: Das Geld nützt ihm, keinem Konzern.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Angebotsqualität"
  3. ... eines Nachtrags bedarf es noch:

    @Herr Tischer - mit bezahlter "Kreativ-Arbeit" und Urheberrecht wäre Ihr Ein- und/oder Auskommen über das Lit.Cafe kaum tragbar ;-)

    Ein leider parteiischer Beitrag ihrerseits.

    Eine Leserempfehlung
  4. Gratulation zu diesem gelungenen Kommentar, der die Einseitigkeit der Aktion so schön seziert.

    Wir müssen endlich weg vom Schwarz-Weiß-Denken. Klar hat ein Urheber Rechte und soll von seiner Arbeit leben können. Aber das derzeitige Urheberrecht, verknöchertes Relikt aus der vordigitaslen Ära, taugt dazu nicht. Dieser Massen-Aufruf war einfach unterkomplex, ein kollektives Kopf-in-den-Sand-Stecken vor dem großen Umbruch.

    Ich würde mir wünschen, dass die ZEIT hier eine differenzierte und sachliche Debatte ins Rollen bringt - sie würde allen nützen, Autoren wie Lesern.

    • hairy
    • 16.05.2012 um 22:23 Uhr

    ich wills nur nochmal sagen: Kritik gibts ganz überwiegend nur an diesem (bestehenden, spezifischen) Urheberrecht, nicht am Urheberrecht als Grundrecht allgemein.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Das bezieht sich auf"
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    zweifellos. Weshalb tatsächlich keiner, der sich dessen bewußt ist, die bürgerliche Errungenschaft des Urheberechts abschaffen will.
    Im meinem vorherigen Post (26) hatte ich an Beispielen verdeutlicht, welche Richtung die Entwicklung nehmen könnte. Alle Technik ist menschengemacht. Wenn Technik geschaffen wird, welche das bisherige Urheberecht obsolet werden läßt, ist eine Rechtsreform notwendig, die Nutzen und Lasten der neuen Technik gerecht verteilt.
    Ein Festhalten am Alten wäre nur denkbar, wenn man die technische Entwicklung rückgängig machen oder aufhalten könnte. Auch dies wäre nicht unmöglich - setzte aber eine völlige Kehrtwendung des Erkenntnisinteresses und der Forschungsrichtung bei Wissenschaftlern und Technikern voraus, die doch ohne ebenso radikalen gesellschaftlichen Wandel nicht zu haben sein werden.
    Deshalb erscheint es mir sinnvoll, die Urheber zwar zu stärken (s. Post 26), aber die Verwerter überflüssig zu machen.
    Es ist richtig, daß dann konzerngehypte "Welterfolge" wie der von Madonna in der bekannten Form nicht mehr möglich wären. Aber wäre das ein Verlust? Den Untergang künstlerischen Schaffens bedeutete es jedenfalls nicht. Das Internet garantierte schnelle Verbreitung der Kunstwerke, welche "populär" sind - nur ohne die Werbemacht der Konzerne. Weniger "populäre" Künstler hätten aber auch eine größere Chance. Der Kunstgeschmack würde sich differenzieren, heute als "abseitig" Geltendes hätte dann die Chance größerer Verbreitung.

    zweifellos. Weshalb tatsächlich keiner, der sich dessen bewußt ist, die bürgerliche Errungenschaft des Urheberechts abschaffen will.
    Im meinem vorherigen Post (26) hatte ich an Beispielen verdeutlicht, welche Richtung die Entwicklung nehmen könnte. Alle Technik ist menschengemacht. Wenn Technik geschaffen wird, welche das bisherige Urheberecht obsolet werden läßt, ist eine Rechtsreform notwendig, die Nutzen und Lasten der neuen Technik gerecht verteilt.
    Ein Festhalten am Alten wäre nur denkbar, wenn man die technische Entwicklung rückgängig machen oder aufhalten könnte. Auch dies wäre nicht unmöglich - setzte aber eine völlige Kehrtwendung des Erkenntnisinteresses und der Forschungsrichtung bei Wissenschaftlern und Technikern voraus, die doch ohne ebenso radikalen gesellschaftlichen Wandel nicht zu haben sein werden.
    Deshalb erscheint es mir sinnvoll, die Urheber zwar zu stärken (s. Post 26), aber die Verwerter überflüssig zu machen.
    Es ist richtig, daß dann konzerngehypte "Welterfolge" wie der von Madonna in der bekannten Form nicht mehr möglich wären. Aber wäre das ein Verlust? Den Untergang künstlerischen Schaffens bedeutete es jedenfalls nicht. Das Internet garantierte schnelle Verbreitung der Kunstwerke, welche "populär" sind - nur ohne die Werbemacht der Konzerne. Weniger "populäre" Künstler hätten aber auch eine größere Chance. Der Kunstgeschmack würde sich differenzieren, heute als "abseitig" Geltendes hätte dann die Chance größerer Verbreitung.

    • cvnde
    • 16.05.2012 um 22:35 Uhr

    ewgal ob Sie Tatort sehen oder nicht!

    Sie bekommt dafür GEZ-Gelder, was gut und richtig ist, denn es ist ihr Auftrag bestimmte Sachen zu zeigen.

    Antwort auf "Wir sind Piraten?"
    • wAltz
    • 16.05.2012 um 22:43 Uhr

    Diese Debatte ist verlogen. Es geht in diesen Kampagnen nicht darum, den Urheber zu schützen, sondern die, die von dem, die Autoren ausbeutenden, System profitieren, GEMA, Verlage etc.
    Und so wie ich ernstzunehmende Stimmen aus der Piratenpartei verstehe, geht es genau darum, die Autoren wieder in den Vordergrund des Interessenausgleichs zu stellen.

    3 Leserempfehlungen
  5. tun Sie doch nicht dümmer, als Sie sind.

    Das Urheberrecht ist keine Einkommensgarantie, ist klar. Es ist aber die Grundbedingung dafür, dass der Urheber überhaupt etwas vom Kuchen abbekommt.

    Nur mal kurz vorgestellt, es gäbe kein Urheberrecht: Jemand klaut mir meinen fertigen Roman, meine Fotoarbeit, meine Musikkompositionen, mein Theaterstück durch einen Hack vom Computer. Ohne Urheberrecht hat er sie jetzt und kann sie vermarkten, ohne mich auch nur einen einzigen Cent dafür sehen zu lassen.

    Was die Piraten und Urheberrechtsabschaffer indes fördern, sind geschlossene Systeme. Die großen Unternehmen werden Netze aufbauen, in denen sie die Kontrolle über Hardware und Content haben. So wie Amazon mit dem Kindle. Da werden einfach nach Belieben im Nachhinein Bücher geändert oder sogar Bücher wieder zurückgeholt. Auch Apple zeigt ja mit dem App-Store, wie wunderbar sich die freie Computerwelt an die Kette legen lässt. Wer das Gadget hat, hat die Macht.

    Natürlich war es schon immer am leichtesten, auf dem schwächsten Glied in der Kette herumzutrampeln. Herzlichen Dank auch.

    3 Leserempfehlungen
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    ist ein leider zweifelhaftes Qualitätsmerkmal solcher Foren. Wie hier bereits mehrfach angedeutet, geht es nicht um Abschaffung des Urheberechts, sondern um seine Reform.
    Es sind verschiedene Modelle vorgeschlagen worden, ohne das Potential realistischer Möglichkeiten schon ausgeschöpft zu haben.
    Die pauschale Abgabe auf alle Kopiermedien usw. wird ja teilweise schon praktiziert - über das Modell der Verwertungsgesellschaften (die gewioß auch reformbedürftig sind) kommt damit jeder Urheber direkt in den Genuß von "Ausschüttungen". Aber, wie gesagt, Möglichkeiten gäbe es gewiß noch mehr.
    Auffällig ist, daß die bisherigen "Pro-Urheberechts"-Kampagnen den kapitalistisch organisierten Verwertern dienen - und höchstens in weiter Linie den eigentlichen "Urhebern". Es liegt an uns, die überflüssig gewordene Vermittlungsinstanz der Medienkonzerne abzuschaffen.
    Ich weiß, daß es Kleinverlage enthusiastischer, sich selbst ausbeutender Ehepaare u. ä. Kleingemeinschaften gibt, die häufig erst kulturelle Innovation möglich machen. Sie sind hier ausdrücklich nicht gemeint. Es ist - übrigens ähnlich wie bei der Diskussion um Lohnnebenkosten - ein demagogischer Trick, hier (gegen sonstige Gewohnheit) alles gleichzumachen und Kleinstunternehmer (=Selbstausbeuter) mit Global Players in einen Topf zu werden.

    "Jemand klaut mir meinen fertigen Roman, meine Fotoarbeit, meine Musikkompositionen, mein Theaterstück ..."
    ... den Namen einer meiner Hauptcharaktere ;) Kleiner Scherz am Rande.
    "Was die Piraten und Urheberrechtsabschaffer indes fördern, sind geschlossene Systeme."
    Man kann es nur immer wiederholen, es geht nicht ums Abschaffen sondern ums Aendern des Urheberrechtes.
    "Die großen Unternehmen werden Netze aufbauen, in denen sie die Kontrolle über Hardware und Content haben."
    Da wuerde ich mir nicht so grosse Sorgen machen, irgendwer findet immer ein Hintertuerschen um die Kontrolle zu umgehen.

    Ein für mich wichtiger Kommentar. Da ich kein e-book Fan bin, war mir das ganz neu.
    Allerdings glaube ich, daß Ihre Schlußfolgerung nicht zutrifft. Zumindest wenn - was viele hoffen - die Künstler sich von unfairen und unfähigen Verlagen/Verwertern emanzipieren. Ich nehme an es gibt auch andere.

    Wenn Künstler/Autoren neue und damit offenere Wege nutzen ihre Zielgruppe anzusprechen, wird es zu der von Ihnen beschriebenen Situation nicht kommen. Denn spätestens dann müssen die Verlage anfangen nachzudenken und nicht nur Ihren entschwindenden Lobbyisten-Pfründen nachzuweinen.

    Wir stehen hier erst am Anfang einer Entwicklung. Aber heute wird entschieden, was daraus werden kann. Nicht die Autoren sind das schwächste Glied, sondern der Konsument der sich wie eine Kuh bei jeder Gelegenheit melken lassen muß. Zusätzlich werden persönliche Daten gesammelt, um noch mehr verdienen zu können.

    Ist den Verteidigern der "Urheberrechts-Diskussion" eigentlich wirklich klar um was es geht. Glauben Sie wirklich, daß es den Vorständen z.B. der GEMA um die Rechte der Künstler geht. Kann mir jemand erklären, warum jeder dieser Herren mindestens 400.000. VIERHUNDERTTAUSEND EURO/Jahr verdient? Könnte die Bezahlung einer solchen (großen) Zahnrades in einer ganzen Verwertungsmaschinerie nicht auch ein Grund, warum bei den Künstlern so wenig Geld ankommt?

    Ich empfehle unbedingt mal folgende Seite der wunderbaren Jazz-Bar Vogler in München zu besuchen.
    http://www.jazzbar-vogler...

    ist ein leider zweifelhaftes Qualitätsmerkmal solcher Foren. Wie hier bereits mehrfach angedeutet, geht es nicht um Abschaffung des Urheberechts, sondern um seine Reform.
    Es sind verschiedene Modelle vorgeschlagen worden, ohne das Potential realistischer Möglichkeiten schon ausgeschöpft zu haben.
    Die pauschale Abgabe auf alle Kopiermedien usw. wird ja teilweise schon praktiziert - über das Modell der Verwertungsgesellschaften (die gewioß auch reformbedürftig sind) kommt damit jeder Urheber direkt in den Genuß von "Ausschüttungen". Aber, wie gesagt, Möglichkeiten gäbe es gewiß noch mehr.
    Auffällig ist, daß die bisherigen "Pro-Urheberechts"-Kampagnen den kapitalistisch organisierten Verwertern dienen - und höchstens in weiter Linie den eigentlichen "Urhebern". Es liegt an uns, die überflüssig gewordene Vermittlungsinstanz der Medienkonzerne abzuschaffen.
    Ich weiß, daß es Kleinverlage enthusiastischer, sich selbst ausbeutender Ehepaare u. ä. Kleingemeinschaften gibt, die häufig erst kulturelle Innovation möglich machen. Sie sind hier ausdrücklich nicht gemeint. Es ist - übrigens ähnlich wie bei der Diskussion um Lohnnebenkosten - ein demagogischer Trick, hier (gegen sonstige Gewohnheit) alles gleichzumachen und Kleinstunternehmer (=Selbstausbeuter) mit Global Players in einen Topf zu werden.

    "Jemand klaut mir meinen fertigen Roman, meine Fotoarbeit, meine Musikkompositionen, mein Theaterstück ..."
    ... den Namen einer meiner Hauptcharaktere ;) Kleiner Scherz am Rande.
    "Was die Piraten und Urheberrechtsabschaffer indes fördern, sind geschlossene Systeme."
    Man kann es nur immer wiederholen, es geht nicht ums Abschaffen sondern ums Aendern des Urheberrechtes.
    "Die großen Unternehmen werden Netze aufbauen, in denen sie die Kontrolle über Hardware und Content haben."
    Da wuerde ich mir nicht so grosse Sorgen machen, irgendwer findet immer ein Hintertuerschen um die Kontrolle zu umgehen.

    Ein für mich wichtiger Kommentar. Da ich kein e-book Fan bin, war mir das ganz neu.
    Allerdings glaube ich, daß Ihre Schlußfolgerung nicht zutrifft. Zumindest wenn - was viele hoffen - die Künstler sich von unfairen und unfähigen Verlagen/Verwertern emanzipieren. Ich nehme an es gibt auch andere.

    Wenn Künstler/Autoren neue und damit offenere Wege nutzen ihre Zielgruppe anzusprechen, wird es zu der von Ihnen beschriebenen Situation nicht kommen. Denn spätestens dann müssen die Verlage anfangen nachzudenken und nicht nur Ihren entschwindenden Lobbyisten-Pfründen nachzuweinen.

    Wir stehen hier erst am Anfang einer Entwicklung. Aber heute wird entschieden, was daraus werden kann. Nicht die Autoren sind das schwächste Glied, sondern der Konsument der sich wie eine Kuh bei jeder Gelegenheit melken lassen muß. Zusätzlich werden persönliche Daten gesammelt, um noch mehr verdienen zu können.

    Ist den Verteidigern der "Urheberrechts-Diskussion" eigentlich wirklich klar um was es geht. Glauben Sie wirklich, daß es den Vorständen z.B. der GEMA um die Rechte der Künstler geht. Kann mir jemand erklären, warum jeder dieser Herren mindestens 400.000. VIERHUNDERTTAUSEND EURO/Jahr verdient? Könnte die Bezahlung einer solchen (großen) Zahnrades in einer ganzen Verwertungsmaschinerie nicht auch ein Grund, warum bei den Künstlern so wenig Geld ankommt?

    Ich empfehle unbedingt mal folgende Seite der wunderbaren Jazz-Bar Vogler in München zu besuchen.
    http://www.jazzbar-vogler...

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