Rechte von Autoren Lassen Sie mich durch, ich bin Urheber!

Darf man eine Verschärfung des Urheberrechtes fordern, wenn man gleichzeitig seine Bücher über Facebook vermarktet? von Wolfgang Tischer

Warum wohl Roger Willemsen unterzeichnet hat? Ich kenne ihn als klugen Interviewpartner, den es betroffen macht, dass in den USA unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung Daten gesammelt und die Freiheiten der Menschen beschnitten werden. Ob es für ihn ok wäre, wenn in Deutschland zur Durchsetzung von Urheberrechten Daten gesammelt, Richter umgangen und Netzsperren eingeführt werden?

Andererseits: Die wenigen Sätze unter dem Titel "Wir sind die Urheber" haben so wenig Substanz, dass sie wie Buchseiten mit Säurefraß zerbröseln, wenn man sie näher betrachten will. Distanzieren kann man sich als Unterzeichner davon rasch, wenn es irgendwie konkret werden sollte.

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Mehrfach bekam ich letzte Woche eine E-Mail, ich möge den Aufruf mit unterzeichnen. Oft war es die Weiterleitung der Weiterleitung einer weitergeleiteten Mail. Und immer gab es den Hinweis, man möge seinerseits die E-Mail an alle Autoren weiterleiten, die man kenne. Wie ein Lauffeuer schien sich die Kunde unter den Autoren zu verbreiten – und denen, die es gerne wären.

Wolfgang Tischer
Wolfgang Tischer

ist gelernter Buchhändler, freier Journalist und betreibt seit 16 Jahren das literaturcafe.de. Die Website wurde u.a. mit dem Alternativen Medienpreis ausgezeichnet. Literatur gibt es dort kostenlos.

Die Aktion erinnert mich an Hoax-Mails, in denen vor einem zerstörerischen Virus gewarnt wird, angeblich Knochenmarkspender für einen kleinen Jungen gesucht werden oder allgemein Tod und Verdammnis drohen, wenn man sie nicht augenblicklich an Freunde und Bekannte weiterleitet.

Viele Autoren haben Angst. Irgendetwas scheint zu passieren. Und so, wie es vielleicht doch einen Computervirus geben könnte, der alle Rechner dieser Welt zerstört, so könnte die Behauptung stimmen, dass Grüne und Piraten das Urheberrecht abschaffen wollen. Oder dass womöglich die Buchhandlungen gesetzlich gezwungen werden, Bücher kostenlos abzugeben, weil sie Google ohnehin schon seit Jahren im Web verschenkt. Wo muss ich unterschreiben? Wenn selbst Elke Heidenreich und Tommy Jaud mitmachen, dann kann das nicht schlecht sein.

Eine andere Kampagne zeigt sehr gut, dass die Autoren nicht wirklich wissen, gegen was oder wen sie kämpfen, aber von einer diffusen Angst geleitet werden. Die Aktion "Ja zum Urheberrecht" der Vereinigung der Krimischriftsteller Syndikat lichtet Schriftsteller ab, denen man das Herz herausgerissen hat. Interessanterweise leben sie auf einigen der Kampagnenmotive dennoch weiter. Und wer ist der Feind? Die Fotos zeigen eine Gestalt mit Messer, die die Guy-Fawkes-Maske trägt, die bei der Anonymous-Bewegung beliebt ist. Doch Anonymous steht für eine Vielzahl von Zielen. Für die Schriftsteller verkörpert die Maskengestalt offenbar eine Bedrohung, die man nicht versteht, aber unbedingt bekämpfen muss.

Künstler und Urheberrecht

Die Debatte über die Reform des Urheberrechts beschäftigt Politiker, Kulturschaffende und Nutzer. Ihr Ausgang wird Auswirkungen auf die Kultur und das freie Internet haben. In unserer Serie Künstler und Urheberrecht gehen wir gemeinsam mit Gastautoren der Frage nach, wie die Wertschöpfungsketten im Kulturbetrieb funktionieren, wie sie sich durch die digitale Revolution verändert haben und wie eine Reform des Urheberrechts aussehen könnte. Wir freuen uns auf Ihre Gastbeiträge unter zeit.de/leserartikel

Alle Beiträge der Serie

Bisher erschienen:

Urheberrecht: Das Ringen um eine Reform

Wie funktioniert der Musikmarkt?

Filesharing: "Urheberrecht darf im Alltag keine Rolle spielen"

Streaming-Portale: Billiger als kaufen, besser als klauen

Mark Splinter: Des Künstlers Waffe gegen Ausbeutung

Conrad Fritzsch: Wir müssen die Spielregeln ändern

Wer hat die Rechte an Filmen?

Miguel E. Riveros Silva: Youtube ist nicht das Internet

Wolfgang Tischer: Lassen Sie mich durch, ich bin Urheber!

Gerd Billen: Die digitale Revolution verlangt neue Antworten

Urheberrechtsstreit: Verheddert in Frank Zappas Bart

Kultur des Tauschens: Das Geld findet dich immer

Bildende Kunst: Aus dem Museum ins Netz

Fatboy Slim: "Verlasst Euch nicht auf Download-Verkäufe!"

Streaming, Sampling, Urheberrecht: Musiker zur Debatte

Musikstreaming: "Da fühlst Du Dich nicht ganz wie ein Arschloch"

Urheberrecht: Wann ist geistiges Eigentum gerecht?

DJ Richie Hawtin: "Kreativität muss so schnell sein dürfen, wie sie will"

Auch bei "Ja zum Urheberrecht" hätte ich unterzeichnen sollen, die Initiatorin der Kampagne schickte mir eine Mail mit der Frage, ob das literaturcafe.de nicht mitmachen und den roten Ja-Button platzieren wolle. Ich fragte nach: Zum Thema gibt es eine Facebook-Gruppe und einen "Facebook-Button für UnterstützerInnen"? Die Kämpfer für ein starkes Urheberrecht nutzen die Plattform eines US-Unternehmens, das Datenschutz und Urheberrecht mit Füßen tritt? Solch eine Kampagne kann ich nicht ernst nehmen.

Im "Wir sind die Urheber"-Text solidarisieren sich die Schriftsteller mit ihren Verlagen und wettern gegen "global agierende Internetkonzerne, deren Geschäftsmodell die Entrechtung von Künstlern und Autoren in Kauf nimmt". Doch gleichzeitig pflastern ihre Verlage die Vorschauen und Websites mit Facebook-Logos und -Buttons und feuern eine "Social-Media-Kampagne" nach der anderen ab, weil dort scheinbar das Zielpublikum unterwegs sei. Und viele der Unterzeichnenden haben selbst eine Facebook-Fanseite und sind dort aktiv.

Ist das nicht inkonsequent? Müssten die Urheber ihre Verlage nicht auffordern, sofort alle Aktivitäten bei Facebook und Google zu beenden? Wie kann man etwas fördern, das man als Bedrohung sieht?

Ich habe nicht nachgefragt, weil ich weiß, was ich als Antwort bekommen werde: "Ja, aber man kann sich dem nicht verschließen. Facebook nutzen nun mal viele Menschen und dort können wir sie erreichen. Wir wissen, das ist nicht ganz ok, aber was will man machen? So machen es doch alle."

Wie wollen solch inkonsequente Autoren einem Schüler vermitteln, dass er durch Herunterladen einer MP3-Datei Böses getan hat, wenn er antwortet: "Ja, aber ich wollte nur ganz schnell diesen Song haben. Ich weiß, das ist nicht ganz ok, aber was will man machen? So machen es doch alle." (Nebenbei: Dass die Antwort eher nicht, "ja, aber ich wollte nur ganz schnell den neuen Roman von Martin Walser haben", lauten wird, gewährt einen Blick auf das eigentliche Problem der Branche.)

Spätestens an dieser Stelle beginnt dann die Diskussion, warum das Betreiben einer Fanseite bei Facebook etwas anderes sei, als der "Diebstahl" einer MP3-Datei, wobei der nächste sofort einwenden wird, dass Kopieren kein Diebstahl sei, weil... Und wieder einmal kommen wir keinen Meter weiter.

Leserkommentare
    • 15thMD
    • 16. Mai 2012 18:30 Uhr

    Ich habe nun wirklich schon viele Beiträge zu dem Thema hier geschrieben und habe auch keine Lust mich dauernd zu wiederholen, also werde ich mal nur 2 Punkte anbringen:
    1.
    Es ist doch nunmal so, vor allem seit ein paar Jahren, dass den Menschen Musik, Bücher und FIlme nicht mehr sehr viel Wert zu sein scheinen. DOch genau das sehe ich glaube ich als Fehlschluss. Wenn man nun mal die Leute ausschließt , die sich sonst wirklich keine Kultur leisten können, glaube ich, dass die Menschen, wenn sie sehen "Ich kann mir jetzt das lied für 1,29€ kaufen oder in besserer Qualität gratis herunterladen" oder "Ich kann mir die Staffel von der Serie in 4 Monaten bei Release für 35€ kaufen oder mir sie jetzt auf kino.to o.ä. anschaunen", sich ganz klar für die illegale Variante entscheiden, da sie, obwohl sie gratis ist, auch noch attraktiver ist.

    2.
    Wenn die Künstler sich weiter weigern, sind sie die Verlierer. Es wird immer die Möglichkeit des illegalen Konsums von Kunst geben. Zum einen müssen die Künstler ihre Produkte nutzerfreundlicher und billiger Vermarkten, zum anderen dürfen sie sich nicht an das veraltete Urheberrecht klammern. Es wird ihnen ab einem gewissen Grad nicht mehr helfen können.

    Klar, Internetsperren sind möglich, aber auch leicht zu umgehen. Beide Seiten müssen sich bewegen. DIe Konsumenten mit der BEreitschaft etwas für Musik etc zu zahlen, die Künstler, die ihr Angebot verbessern oder sich auf eine Revoltion des Urheberrechts einlassen.

    Btw, ich kaufe CDs/Bücher

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    Volle Zustimmung zu Punkt 1; Weiteres Beispiel: Warum soll ich Monate warten bis der aktuelle Kinofilm (fremdsprachig) synchronisiert ist um dann auch endlich mal bei uns (deutschsprachiger Raum) in die Kinos zu kommen, wenn ich mir diesen Film gerne jetzt (noch nicht verfügbar) oder in Originalsprache (nochmal länger warten auf die DVD, es sei denn man hat ein linkslinkes Alternativkino in der Nähe die die Filme im Original oder OmU zeigen) sehen will?

    Zu 2: Warum soll ich mir eine CD kaufen, die ich dann nicht einmal digitalisieren (rippen) darf um sie auf dem mp3-Player zu haben? Stichwort: Umgehen eines Kopierschutzes. Das Recht auf eine Privatkopie gilt nur, wenn dabei kein Kopierschutz umgangen wird. Beim Kauf einer CD lasse ich mir noch einreden, dass Vinyl extra kostet, aber beim Kauf eines physischen Tonträgers, sollte die Musik in digitaler Form inkludiert sein, oder ich habe das Recht die CD selber zu digitalisieren.

    Ich kaufe auch CDs und Bücher. Leider habe ich selten die Gelegenheit dazu, aber ich freue ich immer wieder, wenn ich im Anschluss eines Konzertes direkt bei den Musikern Tonträger kaufen kann.

  1. Dieser Satz gibt das oft gehörte Argument wider, dass nur das Urheberrecht das Überleben des Urhebers sicherstellt. Im Kontext der Diskussion wird das fast meist in dem Zusammenhang erwähnt, dass ohne Urheberrecht ein Urheber verhungern würde und man deswegen das aktuelle Urheberrecht auf keinen Fall verändern dürfe.

    In anderen Worten, es wird als Totschlagargument verwendet. Den Text finde ich insofern sehr gelungen, als er solche impliziten Halbsätze schön aufzeigt, und zwar beileibe nicht einseitig, sondern auf beide Richtungen.

    Der Autor bringt einen wichtigen Punkt in die Diskussion ein, nämlich die Antwort auf die Frage, wovon Urheber heutzutage leben. Und anscheinend ist es doch nicht nur der Verkauf von Büchern, von dem wohl nur ein kleiner Prozentsatz leben kann, sondern tatsächlich eine Förderung über Stipendien und einer Art von Pauschalabgeltung.

    Streng formal gesehen hat das natürlich wenig mit dem Urheberrecht an sich zu tun, aber es relativiert die Begründung des Urheberrechts als die einzig mögliche Einnahmequelle eines Urhebers. Die Diskussion verläuft vor diesem Wissen ein wenig anders, vermutlich sogar weniger extremistisch weil die eine Seite nicht mehr das Verhungern der Urheber vorschieben kann worauf die andere Seite nur mehr zynisch reagieren konnte.

    Merke: die meisten Landwirte sind Nebenerwerbslandwirte mit ganz normalen Jobs. Dennoch stellen sie in der Freizeit das für unser Überleben unabdingbare Essen her. Sollte es bei Urhebern anders sein?

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    • cvnde
    • 16. Mai 2012 23:25 Uhr

    Die "erfolgreichen Urheber oder Künstler" leben nicht von den Urheberechten, sondern vom Marketing.

    Einfach mal den Katalog möglicher Einnahmenquelle:
    (nicht abschließend)
    Lesungen
    Auftritte in Talkshows
    Auftritte in Literatursendugen.
    Bei Kinderbüchern Merchandizing.
    Eigene TV-Sendungen,
    Werbe-Kampagnien, etc..

    Gut Wenn mehr als Ein Buch floppt, dann wird der "autor" aquch wieder uninteressanter, nur ein Buch "floppt" nicht wegben Downloads, sondern weil es "schlecht" ist.

  2. das Urheberrecht bzw. illegelas Downloaden etc. mit der Tatache zu tun, dass ich im Netz für Musik oder Bücher werbe??? Wo bitte besteht denn da ein Widerspruch? Ich hab weder den Artikel noch das "Dilemma" des Autors verstanden.

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    wüsste ich auch gern.

    ...muss man wahrscheinlich Nerd - und von der Muße verschmäht - sein.

    was das damit zu tun hat? Das ist so, als wenn ständig kritisieren würden wie manche Unternehmen ihre Mitarbeiter ausbeuten, sie schlecht bezahlen und psychisch unter Druck setzen, Mobbing betreiben etc. und dann - zu Lidl zum einkaufen gehen. Das nennt sich Inkonsequenz.

  3. ... jeder, der etwas veröffentlichen will. Gäbe es kein Urheberrecht, liefe ein Autor in dem von mir geschilderten Überzeugungsprozess jederzeit Gefahr, sein Produkt "zu verlieren". Irgendjemand in der Kette nimmt es einfach und verwertet es zu seinen eigenen Gunsten. Wehren kann sich ein Autor dagegen nur auf Grundlage des Urheberrechts.

    Im übrigen geht es nicht nur um Geld. Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Lied komponiert, produziert und sind damit berühmt geworden. Die NPD findet es auch ganz toll, spielt es auf jeder ihrer Wahlkampfveranstaltungen und unterlegt damit jeden Werbespot. Ich kenne Ihre politische Orientierung nicht, gehe aber davon aus, dass Sie das nicht gut fänden. Wollen Sie sich dagegen wehren? Na, dann sind wir doch einer Meinung:

    Gut das es das Urheberrecht gibt!

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Das bezieht sich auf"
  4. Durch das Internet verändern sich die Bedingungen für Autoren. Die Verhältnisse kommen in Bewegung und das macht den Menschen Angst. Aber ich bin mir sicher: Durch die weltweite Ausweitung der Kommunikation durch das Netz können die Schriftsteller unter dem Strich nur gewinnen.

    Verlieren wird allerdings ein großer Teil der Rechteverwerter. Beispielsweise werden Verlage, die auf superbillig hergestellte Unterhaltungsmassenware setzen, sich in kurzer Zeit einer Schwemme von noch billigeren E-books ausgesetzt sehen. Aber wo liegt da das Problem für die Autoren?

    In ihrer Panik lassen sich die Schriftsteller (die sich im Augenblick komischerweise nur noch "Urheber" nennen) vor den Karren von Verkaufsagenten und Verlagslobbyisten spannen. Auch der Aufruf "Wir sind Urheber" wurde ja keineswegs von einem Schriftsteller, sondern von einem Literaturagenten verfasst. Dieses falsche Bündnis wird hoffentlich bald wieder zerbrechen. Spätestens wenn GRÜNE und Piraten sich mit der Forderung durchsetzen sollten, alle Verwertungsverträge für Literatur auf 20 Jahre zu begrenzen, wird die Verwertungsindustrie eine millionenschwere Kampagne zur "Rettung der Marktwirtschaft" und gegen die Interessen der Autoren starten.

    5 Leserempfehlungen
    • Seeyk
    • 16. Mai 2012 18:48 Uhr

    Ein sehr guter Beitrag zum Thema, vielleicht sollten Sie Ihren "Kollegen" beim nächsten mal, wenn Sie sich über die Trottel vor den Computern äußern mal näher bringen, dass die Trottel mit den Masken durch das Internet mittlerweile Urheber sind. Denn das Anonymous Kollektiv erstellt jeden Tag bestimmt hunderte von Beiträgen die unter das Urheberrecht fallen würden. Wenn man es darauf anlegen würde. Es gibt sogar bei Anonymous mittlerweile schon Leute die sich die GuyFawkes Maske und alle damit verbundenen Symbole gerne schützen lassen würden um den Missbrauch von Parteien oder Krimi-Autoren zu verhindern.

    Eine Leserempfehlung
  5. Publikationen, Patente, Software, Musik, Filme, Spiele. In all diesen Bereichen hat und findet längst Anpassung an neue Formen und Ausmasse von Angebot und Nachfrage statt.

    Nur in die D führen die Autoren eine Debatte von vorvorgestern, während man sich in anderen Bereichen längst mit einfacherer Produktion (crowd-sourcing, virales Marketing, Zugriff auf CC-Inhalte, Wikipedia, OSS etc. pp) geistigen Eigentums abgefunden und neue Geschäftsmodelle entwickelt hat.

    Ja, dieses Überangebot an freien Inhalten führt dazu, dass die Wertschätzung und die Preise für die Arbeit mancher Autoren geringer wird und einige sich etwas anderes suchen müssen weil die Menschen immer mehr Medien konsumieren müssten, um die Preise zu rechtfertigen

    In Zukunft wird derjenige als Autor davon leben können, der nicht zuerst eine produktreife Idee hatte und 100 jähriges Urheberrecht darauf verlangt, sondern der, der es am besten zu vermarkten und kommunizieren weiss, was ja auch die Aufgabe der jetztigen Verlage teilweise ist

    Die sogenannten Urheber sind grösstenteils substituierbar in dieser Medienlandschaft. Ob Lady Gaga oder ein anderer Star von der Industrie installiert wird um Hypes und Gewinne zu generieren ist egal

    Die Bücher auf Amazon werden immer schmaler, 50-100 Seiten, es gibt so viel freíes Wissen, dass die meisten mit basis-Google-Fähigkeiten nicht mehr auf 600 Seiten Werke der Urheber angewiesen sind. Das kann man alles als Untergang des Abendlandes bezeichnen oder Lauf der Dinge

    3 Leserempfehlungen
  6. Das Beispiel mit dem Schüler und der mp3 verdeutlicht ganz gut einen Teilaspekt der Geschichte. Warum soll das Herunterladen einer mp3 um so viel böser sein, als diese einfach von YouTube zu streamen? Imho finde ich, dass es sogar böser ist, YouTube als Musiksammlung zu nutzen, denn Google profitiert davon. Daher sollten sich die Verwerter erstmal Google vornehmen, denn die verdienen damit mächtig Geld. Gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzung quasi - mit dem rechtlichen Grauzonen-Schlupfloch, dass der Content ja von den Users hochgeladen wurde und Google ganz unschuldig nichts dafür kann, was die bösen User hochladen. Digitale Urheberrechts-Scheinheiligkeit. Daher, bevor der einzelne User kriminalisiert und verteufelt wird, erstmal vor den Haustüren der großen bösen Buben kehren.

    Denn, wenn man es genau nähme, müsste man den Großteil der Jungen in den Knast stecken. Wer hat schon eine wirklich weiße Weste in diesen Dingen?

    Die Literatur und die Musik- bzw. Filmbranche kann man hier schwer in einen Topf werfen. Bei den mp3s auf dem mp3-Player ist es relativ egal aus welcher Quelle sie stammen. Bücher, in gedruckter Form, sind relativ sicher gegen Raubkopien, denn wer druckt sich schon einen Krimi um 14,90 daheim auf dem Drucker aus? E-books sind da schon eine andere Geschichte, wobei ich mir nicht vorstellen kann, einen ganzen Roman auf einem E-book-Reader zu lesen, aber das ist wohl Einstellungs- und Gewohnheitssache.

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