Büchermarkt: E-Book-Verkauf bleibt hinter Erwartungen zurück
Das Geschäft mit E-Books stockt: Zwar wurden 2011 doppelt so viele elektronische Bücher verkauft wie im Jahr zuvor. Doch der Anteil am Umsatz bleibt gering.
Elektronische Bücher setzen sich einer Studie zufolge langsamer durch als von der Branche erwartet. Deutschlands Buchhandlungen rechnen damit, bis zum Jahr 2015 etwa 3,5 Prozent ihres Umsatzes mit elektronischen Büchern zu machen, teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit. Noch im vergangenen Jahr waren die Händler von einem Umsatzanteil von 9,2 Prozent ausgegangen. 2012 machen elektronische Bücher voraussichtlich 1,2 Prozent der Einnahmen aus.
Elektronische Bücher und Lesegeräte stießen weiterhin auf eine nur geringe Nachfrage, teilte der Börsenverein mit. Deshalb seien auch die Erwartungen der Buchhandlungen an das neue Geschäftsfeld gedämpft. Zwar sind 2011 mit 4,7 Millionen digitalen Büchern mehr als doppelt so viele verkauft worden wie im Jahr zuvor. Doch die E-Books machen immer noch lediglich ein Prozent (2010: 0,5 Prozent) am Umsatz von 9,6 Milliarden Euro aus. Insgesamt schrumpften die Erlöse in der Buchbranche zum ersten Mal seit sieben Jahren um 1,4 Prozent – das wachsende Geschäft mit elektronischen Büchern habe den Umsatzrückgang nicht auffangen können.
Der Börsenverein rechnet damit, dass bei den digitalen Lesegeräten eher Tablet-PCs dominieren werden. 90 Prozent der befragten Experten in Verlagen gingen davon aus, dass diese künftig bei den Verbrauchern vorherrschen würden. Jedoch werde in der Buchbranche auch den speziellen E-Book-Lesegeräten immer mehr Bedeutung beigemessen. 68 Prozent der befragten Experten gingen davon aus, dass diese sich bei den Verbrauchern durchsetzten. Die Bedeutung von PCs, Notebooks oder Smartphones für die E-Book-Lektüre habe hingegen abgenommen.
Der Geschäftsführer des Börsenvereins bleibt dennoch Optimist, das E-Book sei an der "Schwelle zur Marktrelevanz", sagte Alexander Skipis. Viele Verlage – vor allem im Wissenschaftsbereich – verkaufen ihre E-Books inzwischen auch auf direktem Weg über das Internet an Kunden. Im traditionellen Buchhandel spiele das digitale Buch wegen der geringen Nachfrage kaum eine Rolle.








... mit dem Kindle (noch kein Touch bei mir) sehr gut, vorrausgesetzt es sind Buecher die ich direkt ueber Amazon beziehe. Pdf`s (hier insbesondere zweispaltige Fachartikel) sind allerdings etwas muehseliger, geht aber zur Not auch, wenn man gerade mal nicht am PC sitzen will oder sich das Ding eh ausgedruckt hat um wild drin rumzukritzeln.
Schöner Dialog auf Messen, die ich schon öfters mit Kunden erlebt habe:
Kunde: Was gibt es Neues?
Verkäufer: Das, das und das.
Kunde: Aha, ja, da muss man ja erst mal sehen, ob es sich überhaupt durchsetzt.
Typisch Deutsch. Wollen anders sein als ihre jeweiligen Mitbewerber, schwimmen aber meist mit dem Strom, weil hat sich ja bewährt.
Ich liebe mein E-book. Es ist platzsparend, die Lesequalität ist vergleichbar mit einem Buch, ich kann jederzeit Bücher downloaden und es entstehen dadurch neue Geschäftsmodelle, auch für Hobbyautoren.
"aber wer mit Büchern aufgewachsen ist wird bei Büchern bleiben"
Bitte nicht verallgemeinern. Ich bin komplett umgestiegen und mein kleiner Reader ist mein Heiligtum. Die Bücherregale stehen immer noch im Wohnzimmer, aber neu kommen dort wohl nur noch Bildbände u.ä. rein.
Dass der Verkauf hinter den Erwartungen zurückbleibt liegt daran, dass die Verlage sich das Geschäft durch paranoides Verhalten selber kaputt machen. Zum einen gibt es viele Bücher, die ich lesen möchte, gar nicht als Ebook. Oder es gibt aus eine Serie nur die Hälfte der Bände elektronisch - wer kommt denn auf solche unsinnigen Ideen? Weiterhin kann ich ein Ebook nicht meinen Freunden leihen oder weiterverschenken. Und so kommt es, dass ich, obwohl ich ein Fan der Ebook-Idee bin, immer noch die Hälfte der Bücher, die ich lese, in Papierform kaufen "muss" und zu Hause trotzdem die Regale überlaufen. Schade eigentlich, wirklich schade, aber der Misserfolg ist hausgemacht.
...dort werden Sie garantiert geholfen ;)
http://www.e-reader-forum.de
Zwei Faktoren spielen eine große Rolle:
Erstens gibt es zu viele Formate. Wer ein e-book kauft, ist auf seinen Reader und sein Format angewiesen. Wandeln ginge zwar, aber eben nicht für DRM-geschützte Bücher.
Und hier haben wir auch gleich den zweiten Faktor: Ein Papierbuch kann ich verleihen: an den Partner, den Freund, den Kollegen. Das ist ganz normal und natürlich erlaubt. Bei einem e-Book geht das nicht. Das kann ich nicht einmal an den Partner weitergeben, wenn der einen Reader mit anderem Format hat. Und selbst wenn er den gleichen Typ hat, ist es umständlich.
Wir haben also ein fortschrittliches System - das aber viel restriktiver angewandt wird als das gute alte Papierbuch.
Und hat schon mal einer die Onleihe benutzt? die geht nur für pdf und epub, nicht für mobi. Und die Onleihe besitzt 1-2 Exemplare - digitale! -, für die man sich, wenn sie "ausgeliehen" sind, vormerken muss. Dann kann man sich diese für 2 Wochen herunterladen. Da wurde das alte Leihsystem auf ein neues umgepropft: lächerlich! wen interessiert da das e-Book?
Meine Tochter, 7 Jahre, hat sich gestern mit großer Freude in einer Bibliothek angemeldet. Mit offenen Augen ist sie durch die Regalreihen gewandert, hat hier und da ein Buch herausgezogen, kurz durchblättert und sich dann recht schnell für eines zur Ausleihe entschieden. Ich meine, für die Lesesozialisation ist das Haptische und Begreifbare an Büchern so unwichtig nicht. Zumindest hier sehe ich das konventionelle Buch und auch die Begrenzung des Angebots, wie sie im heimischen Bücherregal, im Buchladen oder in der Bibliothek zwangsläufig stattfindet, im Vorteil. Die Kompetenz zur gezielten Recherche, was will ich lesen, aus Datenbanken auszuwählen, ist LeserINNEn in diesem Alter noch nicht gegeben. Könnten Kinder lediglich auf das E-Book zurückgreifen, würde man Ihnen die Erfahrung nehmen, sich von Büchern verführen zu lassen.
Für mich jedenfalls. Echte Bücher zu schmökern ist gemütlich, riecht nach Papier, raschelt leise und ich zumindest fühle mich umgeben von unseren Büchern wie im Kreise guter alter Freunde. Außerdem freue ich mich jeden Tag aufs neue, wenn ich an meiner wunderschön arrangierten Wohnzimmerbibliothek vorbeigehe und ein tolles Buch entdecke, das ich eigentlich mal wieder lesen sollte. Seit wir Kinder haben, investiere ich einen nicht unerheblichen Teil unseres Haushaltsgeldes in gute, wunderschön illustrierte Kinderbücher. Wie in einem Bücherladen-Display tauschen wir die Bücher, die Frontcover nach vorne stehen regelmäßig aus, um die Kinder zum Selbstlesen oder Bücheranschauen zu animieren - mit großem Erfolg!
Wir bleiben beruflich bedingt von den neusten technischen Errungenschaften nicht verschont, im Privaten sind wir dagegen stockaltmodisch, da uns der Technisierungswahn gehörig auf die Nerven geht (wir haben nur einen 10-Jahre alter Röhrenfernseher, keine Spielkonsolen für die Kinder, technische Geräte werden nur durch neue ersetzt, wenn sie wirklich kaputtgehen etc.) Wir haben einige Vielleser im Bekanntenkreis, alle davon gutsituiert und mit ähnlichen Ansichten. Zwei Familien haben gar keinen Fernseher, dafür aber eine Bibliothek über zwei Etagen. Das Vielleser Klientel scheint also z.T. ähnlich wie wir zu ticken und echte Bücher zu bevorzugen.
"Das Vielleser Klientel scheint also z.T. ähnlich wie wir zu ticken und echte Bücher zu bevorzugen."
Ihr Bekanntenkreis ist wohl repräsentativ? Die meisten, die hier gegen die E-Books schreiben, haben doch offenbar gar keine Ahnung...
Reader-Leser sind oft ebenfalls Vielleser, aber das paßt nicht so ins Schwarz-Weiß-Schema?
Tut mir leid, das so hart sagen zu müssen, aber Sie werden in ein paar Jahren einigen Ärger mit ihren Kindern bekommen, wenn Sie die Kinder weiter so abkapseln.
Dass ihr Bekanntenkreis so ähnlich tickt wie Sie, ist natürlich nicht überraschend - so sucht man sich Bekannte aus. Das ist zum Glück nicht repräsentativ.
Und den Röhrenfernseher sollten Sie in ihrem eigenen Interesse sofort entsorgen - und wenn sie dafür komplett auf einen Fernseher verzichten.
Auch ich zähle mich zu den Viellesern und liebe Bücher. Dennoch habe ich mir vor kurzem einen Kindle zugelegt. Ein wesentlicher Grund war schlicht und ergreifend Platzmangel. Unsere Bücherregale platzen aus allen Nähten. Außerdem habe ich eine Schwäche für englischsprachige urban fantasy Romane, die ich aber nicht unbedingt im Bücherregal haben muss. Für mich ist das e-book somit eine Ergänzung, auf keinen Fall ein Ersatz für Bücher, denn ich möchte auf die sinnliche Leseerfahrung nicht verzichten! Aber auf Urlaubsreisen beispielsweise ist so ein e-book eine feine Sache. :)
Unsere Kinder sind ebenfalls mit Büchern groß geworden -wenn auch nicht als ausschließliches Medium - und sind begeisterte Leser geblieben.
"Das Vielleser Klientel scheint also z.T. ähnlich wie wir zu ticken und echte Bücher zu bevorzugen."
Ihr Bekanntenkreis ist wohl repräsentativ? Die meisten, die hier gegen die E-Books schreiben, haben doch offenbar gar keine Ahnung...
Reader-Leser sind oft ebenfalls Vielleser, aber das paßt nicht so ins Schwarz-Weiß-Schema?
Tut mir leid, das so hart sagen zu müssen, aber Sie werden in ein paar Jahren einigen Ärger mit ihren Kindern bekommen, wenn Sie die Kinder weiter so abkapseln.
Dass ihr Bekanntenkreis so ähnlich tickt wie Sie, ist natürlich nicht überraschend - so sucht man sich Bekannte aus. Das ist zum Glück nicht repräsentativ.
Und den Röhrenfernseher sollten Sie in ihrem eigenen Interesse sofort entsorgen - und wenn sie dafür komplett auf einen Fernseher verzichten.
Auch ich zähle mich zu den Viellesern und liebe Bücher. Dennoch habe ich mir vor kurzem einen Kindle zugelegt. Ein wesentlicher Grund war schlicht und ergreifend Platzmangel. Unsere Bücherregale platzen aus allen Nähten. Außerdem habe ich eine Schwäche für englischsprachige urban fantasy Romane, die ich aber nicht unbedingt im Bücherregal haben muss. Für mich ist das e-book somit eine Ergänzung, auf keinen Fall ein Ersatz für Bücher, denn ich möchte auf die sinnliche Leseerfahrung nicht verzichten! Aber auf Urlaubsreisen beispielsweise ist so ein e-book eine feine Sache. :)
Unsere Kinder sind ebenfalls mit Büchern groß geworden -wenn auch nicht als ausschließliches Medium - und sind begeisterte Leser geblieben.
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